Teilchenphysik: Zu schön, um nicht wahr zu sein


Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
In ihrem soeben erschienenen Buch «Das hässliche Universum» rechnet die Physikerin und Bloggerin Sabine Hossenfelder mit der Teilchenphysik ab. Mangels empirischer Fakten drohe sie in Schönheit zu ertrinken, lautet ihr Vorwurf.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

«In der Teilchenphysik gab es schon immer eine Krise.» So antwortete der Physik-Nobelpreisträger David Gross im vergangenen Jahr in einem NZZ-Interview auf die Frage, ob sich sein Arbeitsgebiet, die Elementarteilchenphysik, in eine Sackgasse manövriert habe. So gelassen wie Gross sehen das nicht alle Physiker. Auch Teilchenphysiker mit langjähriger Erfahrung lassen eine gewisse Ratlosigkeit erkennen, wenn man sie mit der Tatsache konfrontiert, dass bisher keines der vielen Teilchen entdeckt wurde, die Theoretiker in den letzten Jahrzehnten postuliert haben. Während die einen noch hoffen, orten die anderen ein grundsätzliches Problem. Zu Letzteren gehört die Physikerin und Bloggerin Sabine Hossenfelder. Diese Woche ist im Fischer-Verlag die deutsche Übersetzung ihres Buches «Das hässliche Universum» erschienen. Darin vertritt Hossenfelder die ketzerische Hypothese, dass unsere Suche nach Schönheit die Physik in die Irre geführt habe.

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