Lebensmittelverschwendung: Schmeckt doch noch!


Lebensmittelverschwendung: Eine Schande, das alles wegzuwerfenBild: Marie-Therese Cramer

 

Berge von Lebensmitteln werden weggeschmissen. Es ist an der Zeit, den Wahnsinn zu beenden. Helfen kann ausgerechnet die schlechte Ernte.

 

Von Christiane Grefe, Marcus Rohwetter und Merlind Theile | ZEIT ONLINE

 

Julia Klöckner steht im sonnigen Innenhof ihres Ministeriums in Berlin und will erfahren, wie Müll schmeckt. Der Müll wird ihr in Form von gewürzten Apfelschnitten, pikanten Tomatenchips und kleinen Teigtaschen mit Rote-Bete-Füllung gereicht. Julia Klöckner, die Bundesministerin für Ernährung, beißt beherzt hinein und sagt: „Sehr lecker, kann ich empfehlen.“

Das Essen ist aus Lebensmitteln gemacht worden, die vor dem Abfalleimer oder dem Verrotten in privaten Gärten bewahrt wurden. Drei junge Firmen haben aus dieser Idee Geschäftsmodelle entwickelt und dafür den Bundespreis der Kampagne „Zu gut für die Tonne“ gewonnen. An diesem Tag Ende August startet die Ministerin die neue Bewerbungsrunde. Vor dem Rednerpodest steht ein Abfalleimer, randvoll mit Joghurtbechern und Broten, Kohlköpfen und Pizzapackungen. Noch immer würden in Deutschland ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen, sagt die Ministerin, elf Millionen Tonnen im Jahr. Hinter ihr hängt ein Plakat, das einige Opfer der Verschwendung zeigt: Der Käse, der Apfel und das Brot schauen unglücklich drein. Am deprimiertesten aber sieht die Kartoffel aus.

 

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