Apostel Kohlgraf: Es sind Verbrechen, und so müssen sie auch bezeichnet werden


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Ist Missbrauch nur ein sexuelles „Vergehen“? Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf kritisiert diese Formulierung im kirchlichen Strafrecht scharf und fordert Veränderungen. Zudem müsse es in der deutschen Kirche weitere Untersuchungen zu Missbrauch geben.

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Als Folge des Missbrauchsskandals der katholischen Kirche fordert der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf Veränderungen im kirchlichen Strafrecht. Im Gespräch mit den Zeitungen der VRM („Mainzer Allgemeine“/“Wiesbadener Kurier“) kritisierte Kohlgraf die bisher oft sehr milden Sanktionen. Dass das Kirchenrecht von „sexuellen Vergehen“ spreche, wenn Missbrauch gemeint sei, halte er für indiskutabel. Es gehe um „Verbrechen, und als solche müssen sie bezeichnet werden“, betonte Kohlgraf.

„Die Weltkirche ist gefragt, wir müssen den Katalog der Kirchenstrafen überdenken, und wir brauchen zudem einheitliche Standards“, sagte der Oberhirte des Bistums Mainz, das zu zwei Dritteln in Hessen und zu einem Drittel in Rheinland-Pfalz liegt. Details zu möglichen Änderungen im Kirchen-Strafrecht nannte Kohlgraf nicht, wie sein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

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