„Iranische Opposition“ oder Terrorsekte in Europa?


Maryam Rajavi, Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates im Iran (NWRI) – nach Einschätzung des BNDs eine „Vorfeldorganisation“ der Volksmodschahedin (MEK). Foto (2017): Rondolinda / CC BY-SA 4.0
Am 30. Juni 2018 fand im Pariser Umland die jährliche Großveranstaltung des sogenannten „Nationalen Widerstandsrates (NWRI)“ Irans statt. Maryam Rajavi, die Präsidentin der Organisation, die schon zum Nourouz (Neujahrsfest) zu „einem Jahr voller Aufstände bis zum Sieg“ in Iran aufgerufen hatte bekräftigte die Pläne zum Umsturz in Iran und ihren Anspruch auf die Gründung einer „provisorischen“ Regierung.

Inge Kilicaslan | TELEPOLIS

Der „Nationale Widerstandsrat“ ist das selbsternannte, ohne demokratische Legitimierung gegründete, „Exilparlament“ Irans und nach Aussage des deutschen Verfassungsschutzes die „Frontorganisation“ der militantesten iranischen Widerstandsgruppe, der Volksmodjahedin Iran (auch Volksmudschahedin geschrieben).

Die sogenannten Volksmodjahedin (sinngemäß übersetzt: „Religionskrieger des Volkes“, persisch: „Modjahedin e Khalqh“, kurz MEK – auch als MKO, NLA – „Nationale Befreiungsarmee“ – und unter einer Reihe anderer Abkürzungen bekannt) waren zu Schah-Zeiten eine der Widerstandsgruppen in Iran. Im Gegensatz zur Mehrheit des Widerstandes setzten sie auch auf Gewalt.

Sie verübten Anschläge gegen Iraner und US-Staatsbürger. Ihre blutigen Terrorakte setzten sie fort, als sie nach der Revolution nicht an der Macht beteiligt wurden. Schließlich gingen sie ins Exil und kämpften für den irakischen Diktator Saddam Hussein gegen Iran und gegen die irakische kurdische Bevölkerung. Sie verübten weltweit Terroranschläge auf iranische Einrichtungen.

Nach Saddam Husseins Sturz wurde ein Großteil von ihnen in den letzten Jahren nach Albanien umgesiedelt. Was sich in ihren abgeschotteten Lagern abspielt, dringt kaum nach außen. Da sie sich von Gewalt als politischem Mittel niemals distanziert haben, muss man befürchten, dass neben den Aktivitäten ihrer kürzlich bekannt gewordenen „Troll-Fabrik“ auch terroristische Aktionen vorbereitet werden.

Gäste der Pariser Veranstaltung mit ca. 4.000 Teilnehmern waren unter anderem auch amerikanische Politiker und Militärs wie schon in den vergangenen Jahren. 2017 nahm der aktuelle Sicherheitsberater des US-Präsidenten Trump, John Bolton, an der Versammlung teil. Als bezahlter Redner rief Bolton zum Sturz der iranischen Regierung auf.

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