NGO-Schiff Mare Jonio vor Libyens Küste: Beobachten und Retten


Bild: sea-watch.org / Presse
Der italienische Innenminister Salvini hat möglicherweise übersehen, dass Tote zählen

Thomas Pany | TELEPOLIS

Es hat sich etwas verändert. Das Politikum ist nicht mehr, wie viele Bootsflüchtlinge von Libyen nach Europa kommen, sondern wie viele im Mittelmeer sterben oder verschwinden. Die Frage, wie sie die Zeit in der Debattenhitze am 12. Juli zur Seenotrettung im Mittelmeer stellte: „Oder soll man es lassen?“, ist gute zwölf Wochen später einem sehr viel kälteren Licht ausgesetzt.

Zwar kann man nach wie vor, wie Miriam Lau es damals in ihrem Artikel tat, zur Diskussion stellen, inwieweit Retter das Problem vergrößern, weil sie keine Rücksicht darauf nehmen, wie die Gesellschaft in Italien mit den Hundertausenden Migranten umgehen, die sie im Laufe der Jahre mit ihren Rettungsschiffen in italienische Häfen gebracht haben.

Und es gibt eine lange Liste von nicht erledigten und nicht kleinen Schwierigkeiten, die auch nicht einfach zur Seite gelegt werden kann, die mit der Neuankunft der vielen Migranten in Italien in den letzten Jahren zu tun hat.

Über diese Konsequenzen ihrer Arbeit wollten sich die Seenotretter in ihren öffentlichen Aussagen aber nur selten, wenn überhaupt äußern. Ihr Selbstbild schöpfte rein aus dem Guten. Dass es da schwierige Stellen gibt, hat Lau in ihrem Artikel herausgearbeitet.

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