In Italien ist Kindesmissbrauch durch Geistliche bis heute ein Tabu


Ich habe den Glauben verloren und will mit der Kirche nichts mehr zu tun haben», sagt Alessandro Battaglia heute. Gegen das Verhalten der Kirche demonstriert er in Sichtweite des Petersdoms. (Bild: Tony Gentile / Reuters)
Während in den letzten Monaten weltweit immer neue Missbrauchsskandale publik geworden sind, ist es in Italien auffällig still geblieben. Die katholische Kirche hat hier bis heute starken Einfluss auf Medien, Politik und Justiz. Doch die Stimmen der Opfer werden lauter.

Andrea Spalinger | Neue Zürcher Zeitung

Alessandro Battaglia war im Alter von 15 Jahren von einem Priester in der Kirchgemeinde Rozzano bei Mailand missbraucht worden. Vor kurzem ist der Täter, Don Mauro Galli, zu sechs Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Für Italien ist das ungewöhnlich. In den meisten Fällen von Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche werden die Täter nie bestraft. Die Kirchenoberen vertuschen die Verbrechen, und der Staat schaut geflissentlich weg.

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