Genschere CRISPR heilt Ungeborene

Kann die Genschere CRISPR Erbkrankheiten künftig bereits im Mutterleib behandeln? © Wildpixel/ thinkstock
In utero: Forscher haben die Genschere CRISPR zum ersten Mal pränatal eingesetzt. Sie korrigierten mithilfe einer modifizierten Variante dieses Werkzeugs einen Erbgutdefekt bei ungeborenen Mäusen. Damit steigt die Hoffnung, dass angeborene Krankheiten eines Tages bereits im Mutterleib erfolgreich behandelt werden könnten. Ein Einsatz des Verfahrens beim Menschen sei aber noch in weiter Ferne, betont das Team im Fachmagazin „Nature Medicine“.

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Die Genschere CRISPR gilt als Durchbruch für die Gentherapie. Denn mit diesem Werkzeug lassen sich Mutationen im Erbgut einfacher und gezielter reparieren als zuvor. Forscher haben es unter anderem bereits genutzt, um eine Alzheimer-Mutation in menschlichen Zellen zu korrigieren und die erblich bedingte Muskeldystrophie Duchenne bei Mäusen zu behandeln. Inzwischen wird die Methode sogar bereits in ersten klinischen Studien erprobt.

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Der säkulare Staat im Gewirr von Fundamentalismus und Politik

Christian Joppke: Der säkulare Staat auf dem Prüfstand. Religion und Politik in Europa und den USA. Aus dem Englischen von G. Gockel und S. Schuhmacher. Hamburger Edition, Hamburg 2018. 347 Seiten, 35 Euro. (Foto: )
Der Soziologe Christian Joppke ordnet das Gewirr im Verhältnis zwischen Fundamentalismus und Politik und preist den säkularen Staat.

Von Rudolf Walther |Süddeutsche Zeitung

Von der Rückkehr der Religion(en) und von der Herausforderung der säkularen Staaten durch den Populismus und re-politisierte Religionen ist heute oft die Rede. Gleichzeitig vom Niedergang und der Privatisierung der Religionen in säkularisierten modernen Gesellschaften. An solchen oft nebulösen Prognosen ist fast alles unklar, denn die gemeinten Sachverhalte tragen verschiedene Gesichter und beruhen auf historisch unterschiedlichen Voraussetzungen. Die Studie des Soziologen und Politikwissenschaftlers Christian Joppke möchte das unübersichtliche Feld der Verhältnisse von Religion und Politik, Christentum und Islam, Säkularisierung und Politisierung systematisch und historisch ordnen.

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Vorbereitungen auf „Nächte der langen Messer“

Horst Seehofer (Foto: Freud, Lizenz: CC BY-SA 3.0) und Markus Söder (Foto: Freud, Lizenz: CC BY-SA 3.0)
Nach den Landtagswahlen in Bayern und Hessen könnte es nicht nur in Regierungen, sondern auch in Parteien personelle Veränderungen geben

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Am nächsten Sonntag wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Den Umfragen nach wird die CSU dabei ihre absolute Mandatsmehrheit bei weitem verfehlen. Das gilt als so sicher, dass die Schuldzuweisungen schon laufen, bevor das Wahlergebnis feststeht. Der Spiegel erfuhr in diesem Zusammenhang am Wochenende das, was man dem Autor aus CSU-Kreisen bereits Anfang September steckte (vgl.Ist Seehofer „eigentlich schon weg?“): Dass Teile der Parteiführung planen, Bundesinnenminister Horst Seehofer die alleinige Schuld für das erwartete Wahlergebnis in die Schuhe zu schieben und so aus eine Niederlage der Partei einen Sieg für Markus Söder zu machen, der dann nicht nur den Ministerpräsidentenposten behalten, sondern auch den Parteivorsitz übernehmen könnte.

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Kritik am Vatikan: „Der Stil eines byzantinischen Hofstaats“

Bild: © Jesuiten
„Als hätte man nichts mitbekommen oder verstanden von der Diskussion über Machtmissbrauch.“ Der Jesuiten-Provinzial Johannes Siebner übt scharfe Kritik am Vatikan. Denn der will Ansgar Wucherpfennig nicht mehr an der Spitze der Hochschule Sankt Georgen sehen – weil er sich wertschätzend über Homosexuelle geäußert hat.

Von Agathe Lukassek | katholisch.de

Seit vier Jahren war der Jesuit Ansgar Wucherpfennig Rektor der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen. Weil er sich jedoch positiv zur Homosexualität und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare geäußert hatte, verweigerte ihm die vatikanische Bildungskongregation das „Nihil obstat“ – und damit eine dritte Amtszeit. Wucherpfennigs Chef, Jesuiten-Provinzial Johannes Siebner, kann das nicht nachvollziehen. Im Interview mit katholisch.de stellt er sich hinter seinen Ordensbruder und spricht von einem Machtgestus seitens des Vatikans.

Frage: Pater Siebner, Sie haben, wie auch der Bischof von Limburg Bätzing, der Wiederwahl von Pater Ansgar Wucherpfennig als Rektor zugestimmt, der Vatikan hat ihm die für das Amt notwendige Unbedenklichkeitserklärung nicht erteilt. Mit welcher Begründung?

Siebner: Die Bildungskongregation hat uns im Juni mitgeteilt, dass es Einwände zu Äußerungen gebe, die Pater Wucherpfennig in einem Interview der „Frankfurter Neuen Presse“ im Oktober 2016 gemacht hat. Dies führe dazu, dass das „Nihil obstat“ nicht erteilt werden könne. Die Wahlen hatten bereits im Februar stattgefunden und Anfang März hatte unser Generaloberer um das „Nihil obstat“ gebeten. Als die Mitteilung dann kam, habe ich umgehend reagiert, wie auch Pater Wucherpfennig. Ich habe auch darauf hingewiesen, dass wir nur noch zehn Wochen Zeit haben, bis am 1. Oktober das Semester beginnt.

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AfD drängt auf Kündigung der Regelungen mit den beiden Kirchen

Die Zahl der Fälle von Kirchenasyl steigt. Auch die Debatten darüber nehmen zu – im Zentrum die Frage, was Kirche darf und was staatliches Hoheitsgebiet ist. Die AfD stellt die Regelung jetzt im Düsseldorfer Landtag infrage.

DOMRADIO.DE

Der Düsseldorfer Landtag wird in dieser Woche erneut über die Zulässigkeit des Kirchenasyls für von Abschiebung bedrohte Asylbewerber streiten. Auslöser ist ein Antrag der AfD-Fraktion, das Kirchenasyl zukünftig strikt zu untersagen und entsprechende Sonderregelungen mit den beiden Kirchen umgehend aufzukündigen. Alleine der Staat habe über die Gewährung von Schutz oder Rückführungen zu entscheiden. „Kirchenasyl ist kein in der Rechtsordnung anerkanntes Rechtsinstitut“, heißt es in dem Antrag der Rechtspopulisten, der für Donnerstag zur Beratung ansteht.

„Kirchenasyl gehört zu Deutschland“

Dagegen vertritt NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) die Auffassung: „Das Kirchenasyl gehört zu Deutschland.“ Es sei „Ausdruck unserer christlichen Tradition“. Doch ausgerechnet die AfD, die sich gerne als Gralshüter des christlichen Abendlandes geriert, will im Landesparlament durchsetzen, dass „alle derzeit bestehenden Fälle von Kirchenasyl umgehend beendet“ werden.

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Vitamin E wirkt nicht bei jedem

Für wen ist die Einnahme von Vitamin-E-Kapseln sinnvoll? © Anastasiia Boriagina/ istock
Von nützlich bis nutzlos: Forscher haben herausgefunden, warum die Einnahme von Vitamin-E-Präparaten nicht bei jedem Menschen die gewünschte Wirkung erzielt. Demnach beruhen die positiven Effekte des Vitamins auf einem seiner Stoffwechselprodukte. Doch wie viel von dieser Substanz im Körper gebildet wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Dies erkläre, wieso die gleiche Menge Vitamin E bei einer Person einen starken Nutzen habe und bei einer anderen womöglich kaum wirke, schreibt das Team im Fachmagazin „Nature Communications“.

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Das fettlösliche Vitamin E ist ein sogenanntes Antioxidans: Es neutralisiert zellschädigende freie Radikale und soll dadurch unter anderem die Hautalterung bremsen, Gelenkverschleiß lindern und sogar vor Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen schützen können. Diese Effekte sind in Laborversuchen mit Zellen und Tieren hinreichend belegt – doch im Praxistest am Menschen kann das Vitamin trotzdem nicht immer überzeugen.

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Papst Franz im Gewand des populistischen Fundamentalisten

Twitter. Screenshot bb
Der Pontifex debattiert lieber über die Betreuung und Begleitung der Jugendlichen als über sexuelle Übergriffe.

Von Hugo Stamm | hpd.de

Die katholische Kirche leidet seit Jahren unter einem Imageverlust – zumindest in der westlichen Welt. Die negativen Schlagzeilen reißen nicht ab. Die Wahl des argentinischen Kardinals zum Papst im Jahr 2013 schien einen Wendepunkt zu markieren. Der volksnahe Geistliche mit seinem Herz für die Armen und Minderprivilegierten wurde als Heilsbringer in dreifachem Sinn versehrt: Er sollte die Geister vertreiben, die den Ruf ruinierten, die Kirche vom Pomp entrümpeln und reformieren.

Die Bilanz nach gut fünf Jahren fällt nicht eben berauschend aus. In diesen Tagen sorgen nicht nur die Sexskandale für unrühmliche Schlagzeilen, auch Franziskus selbst befeuert die Kadenz der negativen Berichte.

Da ist erstens die weltweite Bischofssynode, die am Mittwoch startete. Das Arbeitspapier beginnt mit der Aussage: „Die Betreuung und Begleitung der Jugendlichen gehört zur Berufung der Kirche.“

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No, Particle Accelerators Will Not Destroy the Planet, But Humans Might

Bild: LHC Genf
The future could be glorious or grim, and the gust of wind that tips things one way or another is us — the humans of the 21st century.

By Yasemin Saplakoglu | SPACE.com

„The stakes are very high this century,“ said British cosmologist Martin Rees. „It’s the first century when human beings … can determine the planet’s future.“ [10 Technologies That Will Transform Your Life]

For the past couple of days, news outlets have been reporting that Rees‘ new book „On the Future: Prospects for Humanity“ (Princeton University Press, 2018) makes a rather spectacular claim: If things go wrong, particle accelerators that slam subatomic particles together at immense speeds — like the Large Hadron Collider near Geneva, Switzerland,— could turn Earth into a dense sphere or black hole.

In fact, Rees told Live Science in a recent interview, his book claims the opposite: The probability of this happening is very, very low. The idea of the LHC forming mini-black holes has been circulating for a while and is not something to worry about, he said.

„I think people quite rightly thought about this question before they did the experiments, but they were reassured,“ he said. The reassurance mainly comes from the fact that nature already performs such experiments — to an extreme.

Cosmic rays, or particles with much higher energies than those created in particle accelerators, frequently collide in the galaxy, and haven’t yet done anything disastrous like rip space apart, Rees said.

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Ein Zeichen gegen Rechtspopulismus

Das Forum der Bundesarbeitsgemeinschaft für Kirche und Rechtsextremismus (BAGK+R) setzt mit ihrem Forum „Menschenrechte verteidigen – Nächstenliebe leben“ ein starkes Zeichen gegen aktuelle rechtspopulistische Tendenzen und Erfolge in Deutschland – auch am NSU-Mahnmal in Nürnberg.

evangelisch.de

Im Deutschland des Jahres 2018 geraten sicher geglaubte menschenrechtliche Standards ins Wanken. Eine neue rechte Bewegung stellt die offene Gesellschaft infrage. Das Forum soll unmittelbar vor der bayerischen Landtagswahl 2018 einen überregional vernehmbaren Widerspruch zu rechtspopulistischen Positionen darstellen. Fachleute aus Gesellschaft, Kirche und Wissenschaft diskutieren über die Verknüpfung von menschenrechtlichen Standards, Abwehr rechter Agitation und kritischer Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

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Scott Hahn: Missbrauchstäter nicht laisieren sondern exkommunizieren

Das Ziel der Strafe sei nicht die Rache, sondern das Seelenheil des Täters. Angesichts der Sünden wundere er sich, dass es im Fall McCarrick nur um die Frage gehe, ob der Verlust der Kardinalswürde ausreiche oder er auch laisiert werden solle.

kath.net

Kleriker, die sexuellen Missbrauch begangen haben, sollten nicht laisiert, sondern exkommuniziert werden. Das sagte der Theologe und Autor Scott Hahn in seinem Vortrag bei einer Konferenz des Napa Institute in Washington D.C.

Die Exkommunikation sei zwar eine „starke Medizin“, sie habe aber das Beste für den Bestraften im Sinn, fuhr Hahn fort, der auf den Fall des ehemaligen Kardinals McCarrick anspielte, ohne diesen beim Namen zu nennen.

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Frauen, die den Nobelpreis gewinnen – manche Kometen umkreisen die Sonne häufiger, als dass das passiert

Drei Frauen haben dieses Jahr bereits einen Nobelpreis bekommen. Doch wie häufig kommt das eigentlich vor? Mitunter umrunden Kometen häufiger die Sonne, als Frauen in gewissen Kategorien den Nobelpreis gewinnen.

Haluka Maier-Borst, Anna Wiederkehr | Neue Zürcher Zeitung

«Wirklich?!» Eine Pause des Staunens verharrt in einem prunkvollen Saal irgendwo in Stockholm. Nur das Knistern der Telefonleitung zerbricht die Stille. «Ich dachte, es gäbe mehr. Aber natürlich kann ich gerade sowieso nicht klar denken», antwortet am Telefon die frisch gekürte Nobelpreisträgerin Donna Strickland, beinahe entschuldigend. Und dann versagt ihr für einen Moment die Stimme.

Was die Forscherin kurzzeitig noch mehr aus der Fassung bringt, als gerade einen Nobelpreis in Physik gewonnen zu haben: der Moment, in dem sie begreift, dass sie erst die dritte Frau ist, der diese Ehre zuteilwird. Sie folgt damit auf Maria Goeppert-Mayer, die den Nobelpreis bekam für ihre Entdeckungen zur Schalenstruktur der Atome. Das war 1963. Martin Luther King hatte gerade seine berühmte «I have a dream»-Rede gehalten. McDonald’s gab es in Europa noch nicht. Goeppert-Mayers Vorgängerin war wiederum eine gewisse Marie Curie im Jahr 1903. Das war eine Zeit, in der die Gebrüder Wright das erste motorisierte Flugzeug zum Abheben brachten.

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EU-Kommission diskutiert Zukunft Europas mit Religionsvertretern: Kirchen als „Brückenbauer“

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, hat mit acht Religionsvertretern über die Zukunft Europas diskutiert. Jeder Europäer habe das Recht, seinen Glauben in Frieden und Sicherheit auszuüben, betonte er.

DOMRADIO.DE

„Auch wenn wir auf verschiedene Weise beten, sind unsere Werte allgemein gültig, das schließt unser Engagement für Demokratie und Gleichberechtigung mit ein», sagte Timmermans am Montag in Brüssel. Europa sei die Heimat von Menschen vieler Religionen.

Thema der Diskussion waren konkrete Aktionen zu aktuellen Herausforderungen wie Migration, sozialer Integration und Nachhaltigkeit. Timmermans ermutigte die Religionsvertreter, die Menschen zu motivieren, sich an den Europawahlen im kommenden Mai zu beteiligen.

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Missbrauch: Keine Ermittlungen gegen Bischof in Deutschland

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Er lebt seit 15 Jahren in Deutschland und soll sich in dieser Zeit an einem damals 17-Jährigen vergangen haben: Doch gegen den chilenischen Erzbischof wird nicht ermittelt. Der Grund ist das Alter des Betroffenen.

katholisch.de

Die deutschen Strafverfolger ermitteln nicht gegen einen unter Missbrauchsverdacht stehenden Erzbischof aus Chile. Zwar sei am 1. August 2018 eine Strafanzeige der Schönstattbewegung eingegangen, teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz am Montag mit. Doch die Behörde lehne die Aufnahme von Ermittlungen gegen den heute 84 Jahre alten Geistlichen ab, der der Bewegung angehört und seit rund 15 Jahren in Vallendar bei Koblenz lebt. Das geschilderte Verhalten des Angezeigten, dem der Missbrauch von mindestens einem Schutzbefohlenen auf deutschem Boden vorgeworfen wird, habe zur Tatzeit 2004 keinen Straftatbestand erfüllt.

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