Assunta Tammelleo: „Die Staatsregierung kann privat glauben, an was sie will“


Als der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Frühjahr verkündete, dass ab 1. Juni im Eingangsbereich aller Dienstgebäude in Bayern ein Kreuz hängen muss, war die Aufregung groß. Selbst aus kirchlichen Reihen erntete die bayerische Regierung Kritik. Nun wird der „Kreuz-Erlass“ ein Thema für die Gerichte: Der Bund für Geistesfreiheit (BfG) hat mit mehr als 20 weiteren Personen Klage am Verwaltungsgericht München eingereicht. Im Interview erklärt die Klageinitiatorin und stellvertretende Vorsitzende des BfG München, Assunta Tammelleo, was sie gegen die Kreuze hat.

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Frau Tammelleo, warum klagt der BfG gegen den Kreuz-Erlass?

Assunta Tammelleo: Wir klagen dagegen, dass der Staat mit dem Anbringen von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden sein Neutralitätsgebot verletzt. Es ist komplett unmöglich, dass Kreuze im Eingangsbereich der Landesbehörden hängen: Der Staat ist zu weltanschaulicher und religiöser Neutralität verpflichtet. Wir sehen uns ansonsten in unserer Glaubens-, Gewissens- und Weltanschauungsfreiheit verletzt. Unser Ziel ist es also, dass die Kreuze wieder abgehängt werden müssen.

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