Philosoph: Rassismus-Debatte zeigt, dass deutsche Gesellschaft Fortschritt gemacht hat


Demonstration am Brandenburger Tor. Jörg Carstensen/dpa
Der Philosoph Philipp Hübl beschäftigt sich im „Philosophie Magazin“* regelmäßig mit verbreiteten Denkirrtümern. Im aktuellen Heft schaut er auf die Debatten um Rassismus und Sexismus, die besonders auf Twitter unter den Hashtags „MeTwo“ (Rassismus) und „Metoo“ (Sexismus) geführt werden

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Hübl zufolge überspannen sowohl diejenigen den Bogen, die den Opfern ihre Erfahrungen absprechen, als auch die Menschen, die denken: Beide Probleme sind immer schlimmer geworden, weil man eben mehr über die Erfahrungen der Opfer erfährt.
Letzteres ist für Hübl ein Trugschluss: die Präsenz der Rassismusdebatte bedeutet für ihn nicht automatisch, dass es plötzlich mehr Rassisten gibt. Eher im Gegenteil sogar: Mit Bezug auf den Soziologen Aladin El-Mafaalani argumentiert der Philosoph, die Debatte sei Ausdruck sozialen Fortschritts: Vieles, was schon immer eine rassistische Beleidigung war, werde erst heute als solche wahrgenommen. Das bedeute aber nicht, dass deswegen unbedingt mehr rassistisch beleidigt werde.

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