Der Papst verspielt die Zukunft der Kirche


Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Der Papst vergleicht Abtreibungen mit Auftragsmorden, gilt aber vielen noch als Geist der Erneuerung. Auch sein Verhalten im Missbrauchsskandal ist beschämend. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Er hat immer so geredet, oder fast so. Franziskus, der vermeintlich gütige, barmherzige Papst, hat Abtreibungen schon mit Mafia-Verbrechen gleichgesetzt und Parallelen zu den Euthanasie-Morden der Nazis gezogen. Jetzt, im Rahmen seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz, hat der Argentinier von Auftragsmorden gesprochen: „Ich frage euch: Ist es gerecht, jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen? Das ist, wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen.“ Und: „Das sagt man so: Schwangerschaft unterbrechen. Aber das bedeutet, jemanden direkt um die Ecke zu bringen.“

Als wäre das nicht schon hanebüchen genug, weil es alles ausblendet, was zu einem Schwangerschaftsabbruch führen kann, zumal alle Notlagen – Franziskus zeigt sich offenkundig verblendet von seiner öffentlichen Wahrnehmung. In der gilt er immer noch als Geist der Erneuerung, nicht zuletzt der katholischen Morallehre. Und als höchst sozial. Zunehmend fragt sich aber: Sind seine Signale doppelzüngig, nur Taktik?

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