Vergeht die Zeit und wenn ja, wohin?


Die Zeit scheint reif, die Zeit als ein zutiefst menschliches Phänomen wieder fest in der Physik zu verankern. (imago/Science Photo Library)
Newtons Physik macht keinen Unterschied zwischen Zukunft und Vergangenheit. Und laut Einstein kennt das Universum kein Jetzt. Der Mensch lebt dagegen im Augenblick, wird vom Fluss der Zeit mitgerissen. Wie passt beides zusammen?

Von Volkart Wildermuth | Deutschlandfunk Kultur

Richard Muller: „Meine Frau und ich sahen im Fernsehen eine Serie, in der jemand zurück in die Zeit reist. Meine Frau fragte mich, ist das denn möglich? Und ich sagte: Also, so richtig wissen wir das nicht.“

Jetzt sitz ich hier und lese, was ich mir vor ein paar Tagen in Büchern über die Zeit angestrichen habe. Gleich schreibe ich, was ich morgen sprechen werde. Vergangenheit, Augenblick und Zukunft gehen beständig ineinander über – nichts scheint natürlicher.

Michael Esfeld: „Und dann ist die Frage, wie dieser Unterschied zustande kommt, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ob der auch in der Welt liegt oder nicht?“

Mal fließt die Zeit zäh dahin, dann zischt sie schnell vorbei. Doch der subjektive Augenblick passt schlecht zu den mathematischen Formeln. Wie auch die Formeln nicht zum persönlichen Erleben passen. Was also ist real?

Lee Smolin: „Unsere Ansichten zur Zeit beeinflussen, wie wir die über die Zukunft denken und damit auch, wie wir Probleme lösen, ob im Privatleben, in der Wirtschaft oder beim Klimawandel.“

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