Wer Angst vor Nietzsche hat, macht ihn einfach zur Witzfigur


Das Nietzsche-Denkmal in Rücken besteht aus einer halbnackten Skulpturengruppe – von Klaus Messerschmitt am Geburtshaus Friedrich Nietzsches. (Bild: Mauritius images / Bildarchiv Monheim GmbH / Alarmy)
Der grosse Philosoph war ein glühender Verehrer der Kunst. So kurz vor seinem Geburtstag darf man sich nur fragen: Warum gibt es kein ernstzunehmendes Nietzsche-Denkmal? Ist Nietzsche überhaupt ein Thema für die zeitgenössische Kunst?

Christian Saehrendt | Neue Zürcher Zeitung

Bereits in der Agonie seiner letzten Lebensjahre war Friedrich Nietzsche zu einer touristischen Attraktion geworden. Elisabeth Förster-Nietzsche begann damals mit einer gnadenlosen Vermarktung ihres Bruders. Sie kontrollierte den Zugang zum Krankenzimmer im Obergeschoss ihrer Weimarer Villa und bestimmte, wer zur Audienz beim verstummten Genie vorgelassen wurde. Nach seinem Tod am 25. August 1900 nahm der Nietzsche-Kult erst recht Fahrt auf, besonders unter bildenden Künstlern. Wie aber sieht es heute aus? Ist Nietzsche ein Thema für die zeitgenössische Kunst? Gibt es Denkmäler an seinen Lebensstationen?

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