„Religion ohne Bildung ist gefährlich“


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„Religion ist Privatsache. Ich gönne meinem Sohn lieber Freizeit und hab ihn vom Reli-Unterricht abgemeldet“ Solche Aussagen höre ich häufig, und ich muss gestehen, dass sie mich nicht nur betroffen, sondern zunehmend wütend machen. Nicht nur weil ich selbst, wie alle Vikare und Pfarrerinnen, an einer öffentlichen Schule Religion unterrichte. Sondern vor allem, weil ich weiß, was Religionsunterricht heutzutage bedeutet. Was er leistet und dass er heute wichtiger ist denn je.

Julia Schnizlein | krone.at

In welchem anderen Fach, wenn nicht in Religion, finden die existenziellen Fragen des Lebens breiten Raum? „Wofür lohnt es sich zu leben?“, „Wie finde ich meinen eigenen Weg?“ oder „Wer ist mein Nächster?“ – lauten Auszüge aus dem Lehrplan für evangelische Religion.

Wo, wenn nicht in Religion, lernen die Kinder in einer säkularen Welt noch, was die viel beschworenen christlichen Werte überhaupt sind? Woher sie kommen und was sie für ihr Leben bedeuten können. Und wo sonst wird den Schülern der Zugang zum eigenen Glauben und zugleich der kritische Umgang mit Glaubensinhalten und Religion vermittelt? Und das gilt für jeden aufgeklärten Religionsunterricht. Wenn also der bayerische Ministerpräsident Markus Söder im Wahlkampf durch Bierzelte tingelt und vor einem – Gott bewahre – flächendeckenden Islamunterricht an deutschen Schulen warnt, dann ist das populistisch. Und gefährlich.

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2 Comments

  1. Immer wieder das Selbe: Wes´ Brot ich ess´, des Lied ich sing´. Verbohrt sowieso, einfältig und die Machtgeilheit in ihrer Ideologie unterstützend, wollen die von Ethikunterricht bestimmt nichts wissen. Die Auswirkungen könnten am Ende ja ihr hirngespinstiges Gebäude zum wanken bringen.

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  2. Au Backe, die Frau hat die Basics noch nicht gerafft: Ethik anstelle von konfessionell gebundenem Religionsunterricht. Was sonst?

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