Schulterschluss von AfD und Identitären

© Simon Berninger, FR
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Volker Münz gibt das Buch „Rechtes Christentum?“ heraus und holt dafür die Identitäre Bewegung mit ins Boot.

Von Simon Berninger | Frankfurter Rundschau

Der Erzengel Michael hält das Kreuz aufrecht in der rechten Hand. In Bronze gegossen, steht er in martialischer Haltung auf dem Kiewer Ljadski-Tor – wie zum Angriff bereit. Könnte er sprechen, was riefe er wohl? „Deus vult“ vielleicht, „Gott will es“, wie es der Schlachtruf der Kreuzzügler im Mittelalter war? In diesen Kontext zumindest fügt sich eine Fotografie eben jener Bronzestatue, die der Bucheinband von „Rechtes Christentum?“ zeigt. Die Anfang Oktober erschienene Aufsatzsammlung listet unter anderem einen Essay mit ebensolchem Kampftitel: „Gegen Allahu akbar hilft nur Deus vult!“

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Drohne prallt auf Flugzeug – das sind die Folgen

Tiefes Loch im Flügel: Flugzeugflügel nach dem Aufprall eines Quadrocopters © University of Dayton
Fatale Folgen: Wenn eine Drohne mit einem Flugzeug kollidiert, kann das zu überraschend schwerwiegenden Schäden führen, wie nun Experimente belegen. Traf dabei ein Quadrocopter frontal auf den Flugzeugflügel, drang er tief in das Bauteil ein und beschädigte den Hauptträger. Im Extremfall könnte das sogar zum Absturz der Maschine führen, warnen die Forscher. Trotz des enormen Größen- und Gewichtsunterschieds können selbst Freizeitdrohnen damit eine tödliche Gefahr für Flugzeuge und ihre Passagiere werden.

scinexx

Das Geschäft mit Drohnen boomt: Die ferngesteuerten oder sogar autonom navigierenden Flugroboter sind nicht nur ein beliebter Freizeitspaß, sie erweisen sich auch als nützliche Helfer. Sie spüren Landminen oder Wildtiere auf, kontrollieren Pipelines und überwachen Felder auf Schädlinge oder Unkraut. Auch zum Vertreiben von Vögeln auf Flugplätzen oder zum Ausliefern von Paketen könnten Drohnen künftig eingesetzt werden.

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Evangelischer Medienbischof Jung will keine Roboter taufen

Der evangelische Medienbischof Volker Jung will keine Roboter taufen. Bei allen Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz würden Roboter kein Bewusstsein entwickeln, sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident.

DOMRADIO.DE

Jung äußerte sich am Dienstag beim Evangelischen Medienkongresses in München. Man sollte die Trennung zwischen Menschen und Maschine wahren, so der Theologe, der dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört und dort für Medienthemen zuständig ist.

„Politik muss sich viel mehr mit dem Thema beschäftigen“

Jung forderte eine breite gesellschaftliche Debatte über das Thema der Künstlichen Intelligenz in der Gesellschaft. „Wir brauchen Dokumentationen dazu, auch die Politik muss sich viel mehr mit dem Thema beschäftigen“, sagte Jung. Es müsse vermieden werden, dass durch die Künstliche Intelligenz neuer Totalitarismus entstehe.

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Die Angst vor der Offensive auf Idlib

Bild: tagesschau.de
Kommt es zur Schlacht um die syrische Provinz Idlib, könnten darunter auch Christen in der Nachbarprovinz leiden. Sie werden seit Jahren aus Idlib beschossen und fürchten nun neue Angriffe.

Von Daniel Hechler | tagesschau.de

Sie beten um Frieden und Vergebung. Trotz allem, was war. Etwa 150 orthodoxe Christen sind zum Gottesdienst zusammengekommen. Kein Platz ist frei geblieben. In der kleinen Kirche herrscht feierliche Stimmung mit reichlich Weihrauch und vielen Kerzen. 23.000 Christen leben in Mhardeh, einem beschaulichen Ort wenige Kilometer südlich der Provinz Idlib Idlib. Sie eint der Wille, überleben zu wollen. „Der Frieden muss eine Chance bekommen in Idlib“, sagt Majed Naser nach dem Gottesdienst. „Wir sind doch freundschaftlich verbunden, in Liebe.“ Erstaunliche Worte nach traumatischen Erlebnissen.

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«Mein Bauch gehört mir» war gestern

Abtreibungsgegner (vorne) und Aktivistinnen für eine freie Wahl («free choice») (hinten) bringen ihre Anliegen auf Deutschlands Strassen. (Bild: Imago)
Ein umstrittener Paragraf hat in Deutschland eine Debatte über die Selbstbestimmung der Frau entfacht. Das hat auch mit dem Erstarken der Neuen Rechten zu tun.

Valerie Zaslawski | Neue Zürcher Zeitung

Die Gebärmutter ist erneut zum Schlachtfeld geworden: Nicht nur in den USA oder in Polen, auch in Deutschland wird seit einigen Monaten wieder über den Schwangerschaftsabbruch gestritten. Dabei zanken Christen mit Feministinnen und debattieren Anhänger der AfD mit Roten und Grünen darüber, was höher zu gewichten sei: das Recht auf Leben eines Ungeborenen oder die Selbstbestimmung der Frau. Im Zentrum der Debatte steht der Paragraf 219a. Dieser verbietet Werbung beziehungsweise Information über Schwangerschaftsabbrüche. Cornelia Möhring, die für die Linke im Bundestag sitzt, möchte ihn abschaffen: «Schwangerschaftsabbrüche müssen endlich aus der Tabuzone geholt werden, denn sie sind schon lange Realität.» Im vergangenen Jahr gab es rund deren 100 000. Straffrei sind sie allerdings nur unter bestimmten Umständen (siehe Zusatz).

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Bedford-Strohm: Sozialen Raum von Internetkonzernen zurückerobern

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, wünscht sich europäische Initiativen, um der Marktmacht der US-Internetkonzerne zu begegnen.

evangelisch.de

„Es geht um die Rückeroberung des sozialen und öffentlichen Raums“, sagte Bedford-Strohm am Dienstag zur Eröffnung des Evangelischen Medienkongresses in München. Derzeit fehle es an Transparenz und Regulierung. Der Diskurs von mehreren Milliarden Menschen werde von einigen wenigen mächtigen Unternehmen wie Facebook kontrolliert.

Bedford-Strohm fragte, warum Straßen und Schienen aus guten Gründen in öffentlicher Hand seien, die digitale Infrastruktur des Netzes, in der Menschen täglich viel mehr Zeit verbrächten, aber nicht.

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Record Breaker: 4 Huge Alien Planets Spotted Around Baby Star

An artist’s illustration of the very young CI Tau system, which appears to harbor four gas-giant planets. Credit: Amanda Smith, Institute of Astronomy
In an astronomical first, four gigantic planets have been detected around a very young star, a new study reports.

By Mike Wall | SPACE.com

The star in question is CI Tau, which lies about 500 light-years from Earth. CI Tau is just 2 million years old and is still surrounded by a swirling clump of dust and gas known as a protoplanetary disk.

The star was already known to host one planet, a world about 10 times more massive than Jupiter that circles CI Tau once every nine Earth days. This planet, called CI Tau b, was the first „hot Jupiter“ ever discovered around such a young star. [Gallery: The Strangest Alien Planets]

In the new study, a team of researchers observed CI Tau and its disk with the Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), a network of radio telescopes in the Chilean Andes. ALMA spotted three additional gaps in the disk, at distances of 13, 39 and 100 astronomical units (AU) from the star, the astronomers report. (One AU is the Earth-sun distance — about 93 million miles, or 150 million kilometers).

So it seems that CI Tau b has three siblings. And these newfound worlds are big, too: The team’s work suggests the innermost of the three is about as massive as Jupiter, while the outer two have Saturn-esque heft.

Astronomers had never spotted four gas-giant planets around such a young star before, study team members said. And the orbital range — the outermost planet lies about 1,000 times farther from CI Tau than the innermost world does — is extreme as well, the researchers added.

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Vitaminsegen oder Agrarwüste

Foto: Susanne Aigner
Gesunde Äpfel? Vielfalt ist vom Aussterben bedroht

Susanne Aigner | TELEPOLIS

Ob rote, gelbe, grüne oder süße und saure Äpfel – weltweit soll es etwa 20.000 Apfelsorten geben, 1.600 davon allein in Deutschland. Nur wenige Apfelsorten (Übersicht hier) werden in den Supermarktregalen angeboten: Sie heißen Granny Smith, Elstar, Glostar, Pink Lady, Golden Delicios und Braeburn.

Weltweit beschränkt sich die Apfelzüchtung nur noch auf wenige Elternsorten. Die daraus hervorgehenden Kultursorten unterliegen zumeist kommerzieller Nutzung. Jüngere, wie Golden Delicous, der inzwischen als wichtigste gelbgrüne Apfelsorte im Welthandel gilt, sind nicht mehr als 100 Jahre alt.

Jonagold, eine der häufigsten Apfelsorten weltweit, wurde Anfang der 1940er Jahre in den USA aus den Sorten Golden Delicious und Jonathan heraus gezüchtet. Auch Elstar kommt bei uns relativ häufig vor. Als ein Abkömmling von Golden Delicious entstand er Mitte der 1950er Jahre in den Niederlanden.

Dem gegenüber lassen sich alte Kultursorten wie der Gravensteiner bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. In Deutschland einst weit verbreitet, sind viele dieser Sorten vom Aussterben bedroht, weil sie den EU-Normen nicht genügen.

Die Reduzierung auf nur wenige Apfelsorten geht auch mit einem Gen-Verlust einher, der gravierende Folgen haben kann. Werden zum Beispiel Elternsorten von Krankheiten befallen, stehen keine widerstandsfähigen und krankheitsresistenten Gene mehr zur Verfügung.

Das Pomarium Anglicum in Schleswig-Holstein will dieser Entwicklung entgegenwirken. Seit Mitte der 1980er Jahre sammelt der Apfelkundler Meinolf Hammerschmidt alte Apfelsorten. In der Nähe von Flensburg gründete er eine Baumschule, anfangs mit alten Sorten, die er im Dorf vorfand. Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus der Baumschule ein beachtliches Freilichtmuseum mit 700 Apfel-, aber auch zahlreichen Birnen-, Kirschen- und Pflaumensorten sowie Themengärten, Gartenstuben und Laubengängen.

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„An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität!“

Der Streitfall um den Frankfurter Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig zeigt, wie konfliktreich der kirchliche Umgang mit Homosexualität ist. Dabei verurteilt die Bibel gleichgeschlechtliche Liebe an keiner Stelle, sagt Ilse Müllner im katholisch.de-Interview. Die Theologin erklärt, warum einige Bibelstellen für heutige Ohren missverständlich klingen.

Von Madeleine Spendier | katholisch.de

Der Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig hatte sich vor zwei Jahren zur Bewertung von Homosexualität in der Bibel geäußert. Nun verweigert ihm die vatikanische Bildungskongregation das „Nihil obstat“ für das Amt als Rektor der Hochschule Sankt Georgen. Doch der Jesuit hat differenziert und nachvollziehbar argumentiert, findet die Bibelwissenschaftlerin Ilse Müllner.

Frage: Frau Müllner, der Jesuit Ansgar Wucherpfennig hat die biblische Verurteilung der Homosexualität als „missverständlich formulierte Stellen“ bezeichnet – und wurde dafür vom Vatikan gemaßregelt. Wie sehen Sie das? Lässt sich aus der Bibel eine Abwertung von Homosexualität herauslesen?

Müllner: Nein, aus der Bibel lässt sich überhaupt nicht ableiten, wie man sich heute als Christ oder als Christin mit Blick auf das Thema Homosexualität positionieren muss. Erstens, weil die Bibel nichts über Homosexualität, wie wir sie heute verstehen, aussagt. Und zweitens, weil die sexuellen Akte, die darin beschrieben werden, immer in ihrem jeweiligen kulturellen und sozio-historischen Kontext betrachtet werden müssen. Die Vorstellungen von einer homosexuellen Partnerschaft gab es damals noch nicht. Davon spricht man erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts.

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Weniger Bier dank Klimawandel?

Hiobsbotschaft für Bierliebhaber: Der Klimawandel könnte sich negativ auf die Verfügbarkeit von Pils, Weizenbier und Co auswirken. Denn durch die Erderwärmung wird es bei der Gerstenernte immer häufiger zu Einbußen kommen. Als Folge steht weniger Getreide zum Bierbrauen zur Verfügung, wie eine Studie zeigt. Demnach könnte der globale Konsum des Gerstensafts in Hitze- und Dürrejahren um 16 Prozent zurückgehen – und die Preise auch in „Biernationen“ wie Irland und Deutschland deutlich steigen.

scinexx

Kein anderes alkoholisches Getränk hat für die Menschheit wohl eine so große Bedeutung wie das Bier: Schon vor 13.000 Jahren stellten unsere Vorfahren im Nahen Osten Gebräu aus Wildgetreide her – der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Bis heute ist Bier weltweit eines der beliebtesten promillehaltigen Getränke und nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Allein in Deutschland genehmigt sich jeder Bürger jährlich im Schnitt rund 100 Liter davon. Doch wie lange wird der Biergenuss überhaupt noch in diesem Ausmaß möglich sein?

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Dröge sieht AfD-Ausschluss vom Kirchentag kritisch

Der Berliner Bischof Markus Dröge sieht den Ausschluss von AfD-Mitgliedern vom evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund kritisch. Bei der Vorstellung einer neuen „Politiker-Bibel“ sprach der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Montagabend in Berlin von einer „verpassten Chance“.

evangelisch.de

Die Pfarrer in den Gemeinden vor Ort müssten schließlich auch mit Anhängern populistischer Thesen diskutieren, dies sei auch immer die Stärke von Kirchentagen gewesen. „Wenn wir den Rechtspopulismus überwinden wollen, müssen wir dessen Thesen argumentativ bloßstellen“, sagte Dröge bei der Präsentation des Buches „Glaube, Liebe, Hoffnung – Die Bibel der Politikerinnen und Politiker“.

Der Berliner evangelische Bischof betonte, ihn interessiere schon, wie sich auf die Heilige Schrift berufende AfD-Vertreter „das was sie vertreten, aus der Bibel ableiten wollen“. Da habe er bisher noch nichts Überzeugendes gehört, fügte das EKD-Ratsmitglied Dröge an. Der Bischof hatte auf dem Kirchentag 2017 in Berlin auf einem Podium mit der damaligen Sprecherin der „Christen in der AfD“ debattiert.

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Die Schweizer Gletscher haben im letzten Sommer 2,5 Prozent an Eismasse verloren

Ende September sind auf dem Findelengletscher im Wallis grosse Schmelzwasserbäche zu sehen – auf einer Höhe von 3000 Metern über dem Meer. (Bild: M. Huss)
Der Verlust an Gletschermasse wäre in diesem Sommer noch viel grösser gewesen, wenn es im letzten Winter nicht so viel geschneit hätte. In den letzten zehn Jahren haben die Gletscher aufsummiert 20 Prozent an Masse verloren.

Neue Zürcher Zeitung

Der Sommer 2018 wird vielen noch lange wegen seiner Hitze und seiner Trockenheit in Erinnerung bleiben. Für die rund 1500 Schweizer Gletscher ist es allerdings ein Verlustjahr. Die Akademie der Naturwissenschaften rechnet für das hydrologische Jahr 2017/18 mit einem Verlust von rund 1400 Millionen Kubikmetern, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Man könnte die ganze Schweiz bedecken

Summiert auf die letzten zehn Jahre, haben die Gletscher rund 20 Prozent ihrer Masse verloren. Oder bildlich gesprochen: Mit dem entsprechenden Wasser liesse sich die gesamte Fläche der Schweiz 25 Zentimeter hoch bedecken, rechnen die Wissenschafter vor.

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Pater Klaus Mertes: Papst soll Titel „Heiliger Vater“ ablegen

Bild: © dpa/Marc Tirl
In den nächsten 150 Jahren sollte es keine Heiligsprechungen von Päpsten mehr geben: Jesuitenpater Klaus Mertes übt nach der Kanonisation Pauls VI. deutliche Kritik. Eine weitere Forderung richtet sich direkt an den amtierenden Pontifex.

katholisch.de

Nach der Heiligsprechung von Papst Paul VI. (1963-1978) am Sonntag hält die Kritik daran an. So sprach sich Jesuitenpater Klaus Mertes am Montagabend in der Berliner Katholischen Akademie dafür aus, Heiligsprechungen von Päpsten „in den nächsten 150 Jahren“ nicht mehr vorzunehmen. Angesichts der Kirchenkrisen der vergangenen Jahre sei eine solche „Sakralisierung der Hierarchie“ nicht angebracht. Der Rektor des Jesuitenkollegs Sankt Blasien plädierte auch dafür, dass der Papst den Titel „Heiliger Vater“ ablegt. Mertes wurde bundesweit bekannt, weil er als damaliger Rektor des Berliner Canisius-Kollegs den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche bekannt machte.

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