Die saudische Presse strickt abstruse Verschwörungstheorien


Die Startseite der saudischen regierungstreuen Zeitung «Ozak» (Bild: https://www.okaz.com.sa)
Die Indizienlage im Fall Khashoggi ist erdrückend. Doch die saudischen Medien stellen die Realität auf den Kopf: Nicht der verschwundene Journalist ist das Opfer, sondern Saudiarabien, gegen das sich Katar, die Muslimbrüder und Iran verschworen haben sollen.

Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

In Demokratien haben Lügen gewöhnlich kurze Beine. In Autokratien jedoch wird die Lüge den Untertanen solange eingeprügelt, bis sie selbst ohne Beine zum Dauerläufer wird. In Saudiarabien verhält sich das nicht anders. Die Verteidigungsstrategie der Hofpresse im Fall des womöglich ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi beruht dabei auf zwei Pfeilern: Verschwörungstheorien und Diffamierungen. Letztere betreffen vor allem die türkische Verlobte Hatice Cengiz, die am 2. Oktober vor dem saudischen Konsulat in Istanbul vergeblich auf Khashoggi gewartet hatte.

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