Vatikan: Gläubigenschwund belastet Missionsaufgaben der Kirche – jammern auf hohem Niveau

In Europa und Nordamerika spenden nach Angaben des Vatikans immer weniger für die Missionstätigkeit der Kirche. Dies entwickele sich parallel zu den schwindenden Gottesdienstbesuchern. Der Vatikan bezeichnet den Rückgang auch als finanziell belastend.

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Der Gläubigenschwund in der katholischen Kirche belastet auch die Finanzierung ihrer Missionstätigkeit. Die Spendeneinnahmen entwickelten sich parallel zur Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs, sagte Kurienerzbischof Giampietro Dal Toso am Freitag im Vatikan. Der Vertreter der vatikanischen Missionskongregation äußerte sich anlässlich des katholischen Weltmissionssonntags, der am kommenden Sonntag begangen wird. Bei dem Aktionstag gehe es nicht in erster Linie um Geld, sondern um Gebet und die Schärfung eines „missionarischen Bewusstseins“, so Dal Toso.

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Bach: Das Geheimnis seiner Hände

Der Musiker und Komponist Johann Sebastian Bach besaß ungewöhnlich große Hände © historisch
Handfeste Größe: Johann Sebastian Bach war nicht nur ein begnadeter Komponist, sondern auch ein virtuoser Musiker an Orgel und Cembalo. Das Geheimnis seiner Virtuosität könnte nun ein deutscher Forscher gelüftet haben: Eine Vermessung von Bachs Skelett enthüllt, dass er außergewöhnlich große Hände besaß. Dies könnte es ihm erleichtert haben, selbst große Tonabstände auf der Klaviatur zu greifen – und erklärt zeitgenössische Kommentare über seine „gigantische Faust“.

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Johann Sebastian Bach war der herausragende Komponist der Barockzeit und nach Ansicht vieler einer der genialsten Komponisten überhaupt. Bis heute werden seine Werke gespielt und bewundert. Doch der 1685 in Eisenach geborene Kantor und Komponist galt zu seiner Zeit auch als virtuoser und ausdauernder Musiker. „Seine Faust war unermüdet und hielt tagelanges Orgelspiel aus“, schrieb der Organist Christian Friedrich Daniel Schubart damals bewundernd. „Seine Faust war gigantisch.“ Sogar eine Duodezim – den Abstand von zwölf weißen Tasten auf dem Klavier – soll Bach problemlos gegriffen haben.

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Starautor Martin Amis: «Religion vergiftet alles. Sie verleiht ein Mandat, im Namen Gottes oder Allahs alle möglichen Dinge zu begehen»

Martin Amis ist kein Autor, der sich dem Zeitgeist andient. (Bild: Murdo Macleod / Polaris / Laif)
Martin Amis, einer der wichtigsten zeitgenössischen britischen Autoren, ist kein Freund der Religion, dafür von eindeutigen Worten. Im Gespräch verrät er, wie man gegen Klischees kämpft, warum man nicht der Selbstgerechtigkeit erliegen sollte und was man von einer blutig endenden Abendgala über Terrorismus lernen kann.

Tobias Sedlmaier | Neue Zürcher Zeitung

Martin Amis, vor dreissig Jahren schrieben Sie in einem Ihrer nun auf Deutsch vorliegenden Essays, dass es «nichts auf der Welt gäbe, worüber man sich mehr Sorgen machen müsse, als einen atomaren Schlagabtausch». Gilt das immer noch?

Nein, wir sind vom kontrollierten Atomzeitalter in die Ära des unberechenbaren Terrorismus eingetreten. Heute sind am meisten die unkontrollierbaren Waffen der Renegaten zu fürchten. Der marxistische Historiker Eric Hobsbawm hat das Zeitalter der nuklearen Bedrohung einmal einen «Wettbewerb der Albträume» genannt. Dieser Krieg fand bis auf wenige Ausnahmen in unseren Köpfen statt.

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USA: Tornado-Alley verschiebt sich

Tornados werden im Südosten der USA häufiger, in der klassischen Tornado-Alley dagegen nimmt ihre Häufigkeit ab. © NOAA/OAR/ERL, National Severe Storms Laboratory
Verlagerung nach Osten: Die berüchtigte Tornado-Alley in den USA verändert offenbar ihre Lage. Wie US-Forscher herausfanden, hat die Tornado-Häufigkeit in dieser Region in den letzten 40 Jahren deutlich abgenommen. Dafür jedoch wächst das Tornado-Risiko in weiter östlich liegenden Bundesstaaten. Ob hinter dieser Ostwärts-Wanderung der Klimawandel steckt, ist noch unklar. Die Wissenschaftler halten es aber für durchaus wahrscheinlich.

scinexx

Die „Tornado-Alley“ zieht sich von Texas über den Mittleren Westen bis nach South Dakota im Norden. In der Hauptsaison von März bis Mai können in diesem Gebiet bis zu 800 Tornados auftreten. Der Grund: In diesem Gebiet trifft die feucht-heiße Luft aus dem Golf von Mexiko mit Kaltluft aus dem Norden aufeinander. An der Luftmassengrenze stürzt kalte Luft in einem Strudel hinunter, während an ihrem Rand warme Luft in die Höhe gesaugt wird – das Rezept für einen Tornado.

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Papst vs. Bannon

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Mächtige Fraktionen innerhalb des katholischen Klerus kämpfen um den künftigen Kurs der Kirche. Papst unter Beschuss reaktionärer Kräfte

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Anfangs schien es einer jener unzähligen Pädophilie- und Sexskandale zu sein, die den Klerus der katholischen Kirche immer wieder erschüttern. Theodore McCarrick, der ehemalige Erzbischof von Washington, habe dem Papst seinen „Rücktritt aus dem Kardinalskollegium angeboten“, meldeten katholische MedienEnde Juli 2018. McCarrick hat das Erzbistum Washington 2001 bis 2006 geleitet. Zwischen 1970 und 1990 soll er angehende Priesteramtskandidaten zu sexuellen Handlungen verführt und mindestens zwei Minderjährige sexuell missbraucht haben. Der Papst nahm das Gesuch McCarricks an.

Doch diesmal findet sich auch das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Franziskus, im Fokus der Anschuldigungen – die mitten aus der katholischen Kirche lanciert werden. Mitte August 2018 veröffentlichte der konservative Erzbischof Carlo Maria Viganò, ehemals der Topdiplomat des Vatikans in den USA, einen umfassenden Brandbrief, der die unzähligen, derzeit ans Licht kommt Pädophilen- und Sexskandale mit dem liberalen kirchenpolitischen Kurs der derzeitigen Pontifex in Zusammenhang brachte. In dem öffentlichen Brief beschuldigte Viganò eine „homosexuelle Strömung“ in der Kirche, die für die unzähligen Missbrauchsfälle Minderjähriger durch den katholischen Klerus verantwortlich sei.

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Anwalt: Woelki reklamierte Fehler im Berufungsverfahren Negel

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Neuer Aspekt im Streit um die Besetzung des Bonner Dogmatik-Lehrstuhls: Kardinal Woelki habe vor zwei Jahren das NRW-Wissenschaftsministerium auf mögliche Fehler bei der Bestenauslese und im Berufungsverfahren aufmerksam gemacht.

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Das sagte der Freiburger Jurist Thomas Würtenberger am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Einwände des Kölner Erzbischofs gegen die Ernennung von Joachim Negel hätten sich nicht auf dessen Lehre oder Lebenswandel bezogen – anders als bei der Erteilung eines „Nihil obstat“ (Unbedenklichkeitserklärung) möglich.

Rechtliche Beratung

Der Wissenschaftler und Anwalt hatte nach eigenen Angaben im Fall Negel das Erzbistum Köln hochschulrechtlich beraten. Er habe sich mit der Rechtmäßigkeit von Berufungsverfahren befasst, vor allem unter welchen Voraussetzungen Fehler vorliegen – etwa wenn die Begründung nicht oder unvollständig erfolgt sei oder von gesetzlichen Vorgaben abgewichen werde.

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Bundestagsmehrheit unterstützt Religionsfreiheit für alle Religionen

Bild: © dpa/Wolfram Steinberg
Religionsfreiheit gilt für alle – dafür stimmte die große Mehrheit der Bundestagsfraktionen. AfD und Grüne scheiterten mit Anträgen: Die einen wollten bevorzugt eine Religion in den Fokus nehmen, die anderen den Blick ins Inland lenken.

katholisch.de

Die große Mehrheit der Fraktionen im Bundestag hat sich zur Religionsfreiheit bekannt. In einer Debatte über mehrere Anträge warben Vertreter von Union, SPD, FDP, Linken und Grünen am Freitag dafür, gemeinsam in Deutschland und weltweit für Glaubensfreiheit einzutreten. Vertreter der AfD legten den Fokus dagegen vor allem auf die Verfolgung von Christen.

Der Bundestag nahm einen Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD an. Darin wird Religions- und Weltanschauungsfreiheit als „zentrales Menschenrecht“ benannt.

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Stephen Hawking’s Final Book Says There’s ‚No Possibility‘ of God in Our Universe

In a new book that was published posthumously, Stephen Hawking, who died in March, wrote that it is impossible for God to exist in our universe. Credit: Frederick M. Brown/Getty Images
From his desk at Cambridge University and beyond, Stephen Hawking sent his mind spiraling into the deepest depths of black holes, radiating across the endless cosmos and swirling back billions of years to witness time’s first breath.

By Brandon Specktor | SPACE.com

He viewed creation as a scientist, and when he was called to discuss creation’s biggest puzzles — Where do we come from? What is our purpose? Are we alone? — he answered as a scientist, often to the chagrin of religious critics.

In Stephen Hawking’s final book „Brief Answers to Big Questions,“ published Tuesday (Oct. 16) by Bantam Books, the  professor begins a series of 10 intergalactic essays by addressing life’s oldest and most religiously fraught question of all: Is there a God? [Big Bang to Civilization: 10 Amazing Origin Events]

Hawking’s answer — compiled from decades of prior interviews, essays and speeches with the help of his family, colleagues and the Steven Hawking Estate — should come as no surprise to readers who have followed his work, er, religiously.

„I think the universe was spontaneously created out of nothing, according to the laws of science,“ Hawking, who died in March, wrote. „If you accept, as I do, that the laws of nature are fixed, then it doesn’t take long to ask: What role is there for God?“

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Vom Reformer zum Mordverdächtigen: Dem saudischen Kronprinzen laufen die Gäste davon

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (Zweiter von rechts) an der letztjährigen Future Investment Initiative in Riad. Er wird flankiert von Christine Lagarde, der Direktorin des Internationalen Währungsfonds, und Masayoshi Son, dem CEO der Softbank-Gruppe. (Bild: Hamad I Mohammed / Reuters)
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman inszenierte sich als Modernisierer. Das Bild ist nach dem mutmasslichen Mord an Jamal Khashoggi zerstört. Die Absenzenliste an einer prestigeträchtigen Investorenkonferenz wird immer länger.

Samuel Misteli | Neue Zürcher Zeitung

Es war ein glanzvoller Anlass, den der saudische Public Investment Fund Ende Oktober 2017 in Riad ausrichtete. Gäste aus über 90 Ländern schritten über einen roten Teppich ins Hotel Ritz Carlton, in der Lobby warteten Roboter, die unter Kronleuchtern mit den Besuchern plauderten. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der dem Staatsfonds vorsteht, stellte den Entwurf für Neom vor, eine futuristische Stadt, in der High-Tech-Jobs geschaffen werden sollen. 500 Milliarden Dollar würde das Projekt kosten. «Nur Träumer sind willkommen», liess der Kronprinz sein Publikum wissen.

Die Konferenz war ein Höhepunkt des PR-Feuerwerks, das Salman 2017 zündete. Die saudische Regierung präsentierte sich als innovative Wirtschaftsmacht, die auf futuristische Technologien statt auf Erdöl setzen würde. Und Mohammed bin Salman, der neue starke Mann, war das jugendliche Gesicht der Reformbegeisterung, die das ultrakonservative Königreich augenscheinlich erfasst hatte.

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Bullshistic: Den Schatz hinter der katholischen Sexuallehre entdecken

Wo Gott ist, ist Zukunft, bekennt ein junger Mann anlässlich des Papstbesuchs 2011. Daran hat sich nichts geändert, wie das Zeugnis der Synodenbotschafterin Marie Degenfeld-Schonburg zeigt. Foto: Wolfgang Radtke (KNA)
Jesus kenne ich – doch wer seid ihr? In der Apostelgeschichte 19,13 geht es um jüdische Beschwörer, die beeindruckt durch Paulus Wundertaten, den Namen Jesu für ihre Werke missbrauchen wollen. Aber sie kennen Jesus nicht. Der böse Geist bemerkt den Schwindel sofort und sagt: „Jesus kenne ich und auch Paulus ist mir bekannt. Doch wer seid ihr?“

Von Marie Degenfeld-Schonburg | Die Tagespost

Vor ein paar Tagen hat mich meine Freundin, Schwester Gabriela, während der Jugendsynode auf diese Stelle aufmerksam gemacht. Seither beschäftigt sie mich sehr. Wir beide gehörten zu den Ausgewählten, die mit der Gruppe „Junge Kirche Wien“ die ersten Tage der Jugendsynode in Rom vor Ort miterleben durften. Eine spannende Möglichkeit, für die ich wirklich sehr dankbar bin. Gleich zu Beginn der Synode merken wir schnell, dass es wirklich besonders ist, dass „unsere“ Synodenväter Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Stephan Turnovsky es für wichtig empfunden haben, es 10 engagierten, katholischen Jugendlichen zu ermöglichen, die ersten Tage der Synode mitzuerleben. Diskussionen nicht nur über die Jugendlichen, sondern mit Jugendlichen.

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Jede Körperzelle reagiert auf Duftmoleküle

Auf jeder Hautzelle sitzen mehrere Duftrezeptoren. Riechen kann man damit aber nicht. (Bild: Simon Tanner, NZZ)
Geruchsrezeptoren kommen auf nahezu allen Organzellen vor. Sie regulieren wichtige Stoffwechselprozesse. Womöglich lässt sich das Wissen auch für die Diagnose von Krankheiten und für Therapien nutzen.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Sandalore kennt man in der Parfum- und Kosmetikindustrie seit den 1970er Jahren. Es ist ein synthetischer Duft, der nach Sandelholz riecht. Nun bewirbt eine italienische Firma eine Serie von Haarpflegeprodukten mit Sandalore als Haarwuchsmittel. Was auf den ersten Blick wie eines der üblichen haltlosen Versprechen der Werbung klingt, hat einen echten medizinischen Hintergrund, wie kürzlich in einer Fachpublikation gezeigt wurde.

Demgemäss besitzen spezielle Zellen der Haarwurzel Duftrezeptoren auf ihrer Oberfläche, an welche das Sandalore andockt. Dadurch wurde in Zellkulturexperimenten die Wachstumsphase dieser Zellen verlängert. Die Autoren vermuten, dass sich auch die Lebenszeit des Haares verlängert und somit Haarausfall vermindern lässt.

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Feuertod eines Syrers: Druck auf NRW-Justizminister wächst

Nach dem Tod eines unschuldig in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kleve inhaftierten syrischen Flüchtlings wächst der Druck auf NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU). Der SPD-Fraktionsvize im Landtag, Sven Wolf, forderte am Freitag in Düsseldorf den Rücktritt des Ministers, weil er Öffentlichkeit und Parlament „an der zentralen Stelle falsch informiert hat“.

evangelisch.de

Biesenbach habe seine Glaubwürdigkeit verspielt. Auch die Grünen kritisierten den Minister, weil er wichtige Informationen zu dem Vorfall in der JVA „scheibchenweise und immer erst mit Verzögerung mitteilt“. Ein Sprecher des Justizministeriums wies die Vorwürfe zurück.

Hintergrund der Rücktrittsforderung und der Kritik sind Medienberichte, wonach der 26 Jahre alte Syrer den tödlichen Brand in seiner Zelle möglicherweise doch nicht selbst gelegt hatte.

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Missbrauch: Erstmals ermittelt die US-Bundesjustiz

Bild: © Brian Jackson/Fotolia.com
Vor zwei Monaten erschien der Untersuchungsbericht zu Missbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche der USA. Nun ermittelt die Bundesjustiz gegen die Bistümer in Pennsylvania und ein erster Angeklagter steht vor Gericht.

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In den USA gibt es die ersten Ermittlungen auf Bundesebene zu Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche. Die Bundesjustiz leitete Medienberichten zufolge Ermittlungen im Bundesstaat Pennsylvania ein. Sieben der acht Bistümer des Staates bestätigten, am Donnerstag Vorladungen erhalten zu haben. Sie erklärten, man werde mit dem US-Justizministerium zusammenarbeiten. In der Vorladung wird unter anderem Einsicht in vertrauliche Akten verlangt, die Beweise für strafbare Handlungen nach Bundesrecht enthalten könnten. Das könnten etwa Missbrauchsfälle außerhalb Pennsylvanias sein oder der Austausch von Kinderpornografie.

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