Starautor Martin Amis: «Religion vergiftet alles. Sie verleiht ein Mandat, im Namen Gottes oder Allahs alle möglichen Dinge zu begehen»


Martin Amis ist kein Autor, der sich dem Zeitgeist andient. (Bild: Murdo Macleod / Polaris / Laif)
Martin Amis, einer der wichtigsten zeitgenössischen britischen Autoren, ist kein Freund der Religion, dafür von eindeutigen Worten. Im Gespräch verrät er, wie man gegen Klischees kämpft, warum man nicht der Selbstgerechtigkeit erliegen sollte und was man von einer blutig endenden Abendgala über Terrorismus lernen kann.

Tobias Sedlmaier | Neue Zürcher Zeitung

Martin Amis, vor dreissig Jahren schrieben Sie in einem Ihrer nun auf Deutsch vorliegenden Essays, dass es «nichts auf der Welt gäbe, worüber man sich mehr Sorgen machen müsse, als einen atomaren Schlagabtausch». Gilt das immer noch?

Nein, wir sind vom kontrollierten Atomzeitalter in die Ära des unberechenbaren Terrorismus eingetreten. Heute sind am meisten die unkontrollierbaren Waffen der Renegaten zu fürchten. Der marxistische Historiker Eric Hobsbawm hat das Zeitalter der nuklearen Bedrohung einmal einen «Wettbewerb der Albträume» genannt. Dieser Krieg fand bis auf wenige Ausnahmen in unseren Köpfen statt.

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