Die religiöse Praxis des Schächtens

AP/PETER DEJONG
Hitzigen Diskussionen über das Schächten, das rituelle Schlachten von Tieren, sind in den vergangenen Monaten gleich in mehreren Ländern Europas entbrannt. In Österreich wurde im Sommer über eine Eindämmung des Schächtens – aus Tierschutzgründen, wie es hieß – debattiert, in Italien liegen derzeit zwei konkrete Gesetzesvorschläge zu einem kompletten Verbot dieser religiösen Praxis auf dem Tisch. Auch in Belgien hat das Schächten die Gerichte beschäftigt, was eine strengere Regelung zur Folge hatte.

Ö1

Halal Fleisch ist gefragt auf einem Markt im 15. Wiener Bezirk. Verschiedene Stücke vom Rind und vom Kalb, Hühnerfüße und Lammköpfe werden hier feilgeboten, für 2 Euro pro Stück. Für die Suppe eignen sich die gut, sagt der Fleischer, die Zunge sei auch sehr zu empfehlen.

Nach Angaben der Islamischen Glaubensgemeinschaft sind sechs österreichische Schlacht-Betriebe halal-zertifiziert. Es gebe durchaus kleinere Betriebe, in denen Muslime für Muslime schächten, so Enis Buzar, Halal-Beauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich. Doch meistens sei es so, dass Schlachthöfe, die schächten, auch sozusagen normal schlachten. In diesen Großbetrieben werde meist maschinell rituell geschlachtet.

weiterlesen

Wirbel um Ditib

Ein Abgeordneter hinterfragt die finanzielle Unterstützung des Moscheeverbands Ditib in den Kommunen im Kreis Offenbach.

Von Annette Schlegl | Frankfurter Rundschau

In Hessen gibt es Vorbehalte gegen den Moscheeverband Ditib. Das Kultusministerium befürchtet zu viel Nähe zu Erdogan und hegt Zweifel an der Unabhängigkeit der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft. Landtagsabgeordneter Hartmut Honka (CDU) hat sich deshalb aktuell bei den Bürgermeistern in seinem Wahlkreis erkundigt, ob und wie Ditib-Moscheen und -Vereine finanziell unterstützt werden. Doch vor allem Dieter Zimmer, SPD-Bürgermeister in Honkas Heimatgemeinde Dreieich, bricht im Gespräch mit der FR eine Lanze für die türkisch-islamische Gemeinde in seiner Stadt.

weiterlesen

Irgendwann wird der grösste Medienclown zum Präsidenten

Der Medienwissenschafter Neil Postman hat vor mehr als dreissig Jahren den Aufstieg eines Donald Trump prophezeit und das Unterhaltungsspektakel vorausgesehen, das heute Wirklichkeit ist. Eine Würdigung.

Bernhard Pörksen | Neue Zürcher Zeitung

Donald Trump zuzuschauen, ihn anzusehen, wie er seine Regierung unter dem Gelächter des Publikums vor der Uno als eine der erfolgreichsten aller Zeiten lobt, Journalisten als Feinde des amerikanischen Volkes verhöhnt oder mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un den angeblich absolut perfekten Deal aushandelt oder mal eben mit der Schlagkraft seiner Atomraketen prahlt, ist ein bisschen wie Kartoffelchips essen. Es wird einem garantiert schlecht, aber man kann doch nicht aufhören. Und es stellt sich stets die Frage: Wie ist der Mann nur ins Oval Office gekommen? Und warum ist er immer noch da? Vermag ihm kein Skandal zu schaden, keine Blamage etwas anzuhaben?

weiterlesen

Anonyme Facebook-Werbekampagne soll UK-Abgeordnete zu Brexit-Ablehnung nötigen

(Bild: dpa, Tobias Hase/Symbolbild)
Eine Facebook-Kampagne soll mit massenhaften E-Mails Einfluss auf Parlamentsabgeordnete genommen haben, damit diese die Brexit-Verhandlungen torpedieren.

Von Tilman Wittenhorst | heise online

In Großbritannien soll eine anonyme Werbekampagne auf Facebook Wähler dazu aufgefordert haben, dem für sie zuständigen Parlamentsabgeordneten eine vorformulierte E-Mail zu schicken, in der dieser dazu gedrängt wird, den von Premierministerin Theresa May ausgehandelten Brexit-Deal zu torpedieren. Die Online-Werbung sei auf die jeweiligen Wahlkreise zugeschnitten und habe nach Schätzungen womöglich bis zu 10 Millionen Menschen erreicht, berichtet der Guardian.

Diese auch als Micro-Targeting bekannte gezielte Werbung war von der Londoner Agentur 89up entdeckt worden. Der Link führe zu einer für den Wahlkreis des Besuchers individualisierten Webseite mit Namen und Bild des jeweiligen Abgeordneten. Ein weiterer Klick dort öffne das Mail-Programm mit einer vorformulierten E-Mail an den Politiker.

weiterlesen

Mehr als 500’000 Menschen demonstrieren in London für ein zweites Brexit-Referendum

Ein Anti-Brexit-Demonstrant an der Kundgebung in London vom 20. Oktober 2018. (Yui Mok / AP)

Es war einer der grössten Protestzüge in London seit Jahren: Mehr als eine halbe Million Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag in der britischen Hauptstadt gegen den Brexit demonstriert. Bürgermeister Sadiq Khan, ein Labour-Politiker, sprach von einem «historischen Moment» der Demokratie.

Neue Zürcher Zeitung

Aufgerufen zu dem Marsch hatte die Kampagne «People’s Vote», die ein zweites Referendum zum EU-Austritt durchsetzen will. Nach ihrem Willen sollen die Briten das Recht bekommen, über ein finales Abkommen abzustimmen.

Der Protestzug führte durch das Zentrum Londons bis zum Parlament. Die Veranstalter hatten rund 100’000 Teilnehmer erwartet, die Zahl wurde aber weit übertroffen. Offizielle Behördenzahlen gab es zunächst nicht. Es könnte sich Medienberichten zufolge um die grösste Demonstration seit 15 Jahren in der Hauptstadt handeln.

weiterlesen

Red Dwarf Star’s Mighty ‚Hazflare‘ Could Be Bad News for Alien Life

Artist’s illustration of a flaring red dwarf stripping away the atmosphere of an orbiting planet. Credit: D. Player (STScl)/NASA/ESA
Another red dwarf has been caught firing off a superpowerful flare, further bolstering the notion that life might have a hard time taking root around these small, dim stars.

By Mike Wall | SPACE.com

NASA’s Hubble Space Telescope spied the superflare coming from a red dwarf called J02365, which lies about 130 light-years from Earth, a new study reports. The outburst featured about 10^32 ergs of energy in the far-ultraviolet realm of the electromagnetic spectrum, making it more powerful than any of our own sun’s recorded flares, study team members said.

„When I realized the sheer amount of light the superflare emitted, I sat looking at my computer screen for quite some time just thinking, ‚Whoa,'“ study lead author Parke Loyd, a postdoctoral researcher in the School of Earth and Space Exploration at Arizona State University, said in a statement. [The Sun’s Wrath: Worst Solar Storms in History]

Loyd and his colleagues dubbed this monster the „Hazflare,“ after the name of the Hubble observing program that detected it. That program is HAZMAT, short for „Habitable Zones and M Dwarf Activity across Time.“

HAZMAT is surveying red dwarfs, which are also known as M dwarfs, of three different ages: young (about 40 million years old), medium (about 650 million years) and old (several billion years). The goal is to better understand the habitability of the planets that circle red dwarfs.

read more

EU-Bericht: Illegale Migration offenbar unterschätzt

In Deutschland leben offenbar mehr illegale Migranten als bisher angenommen. „Deutschland nimmt an, dass die tatsächlichen Zahlen zur irregulären Migration höher sind als jene, die durch die vorliegenden Daten dargestellt werden“, heißt es in einem internen Bericht der Brüsseler EU-Kommission, aus dem die Tageszeitung „Welt“ (Samstag) zitiert.

evangelisch.de

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Zeitung, die vorliegenden Daten sowie polizeiliche Erkenntnisse ließen darauf schließen, „dass illegale Migration nach Deutschland zum Teil auch im sogenannten Dunkelfeld erfolgt“. Allerdings seien belastbare Aussagen über die Größenordnung „seriös nicht möglich“.

Im Bericht der EU-Kommission heißt es laut „Welt“, Deutschland erfahre kontinuierlich einen hohen Zugang von irregulären Migranten, wobei täglich 460 Personen erstmalig einen Asylantrag in Deutschland stellten. Hauptherkunftsländer seien dabei Syrien, der Irak, Nigeria, Afghanistan, die Türkei und der Iran.

weiterlesen

Tollwut: Alle neun Minuten stirbt ein Mensch einen unvorstellbar qualvollen Tod

Eine wichtige Massnahme gegen die Tollwut: die Impfung von Hunden. (Keystone)
Eine neue Strategie soll die Tollwut weltweit bis 2030 eliminieren. Ein Augenschein in Madagaskar zeigt, wie schwierig das sein dürfte.

Hermann Feldmeier | Neue Zürcher Zeitung

Es ist früh am Morgen. Auf dem Campus des Pasteur-Instituts in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, schaut die Sonne über dem haushohen Bambushain hervor. Vor dem Tollwut-Ambulatorium, einem Backsteingebäude aus den 1950er Jahren, hat sich bereits eine Menschenschlange gebildet. Die erste Patientin ist eine Frau mittleren Alters mit dunklen Ringen unter den Augen. Ihre Kleidung ist abgetragen, die nackten Füsse stecken in Sandalen aus dem Gummi alter Autoreifen. Sie stammt aus dem Nordwesten des Landes und war drei Tage mit dem Sammeltaxi unterwegs, um ins Ambulatorium zu gelangen.

weiterlesen

New Yorks Chefanklägerin hat Missbrauchsskandal im Visier

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Barbara Underwood leitet als erste Frau die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft – und die Missbrauchsermittlungen gegen die katholische Kirche. Zum Ende ihrer Amtszeit im November könnte eine weitere Premiere folgen.

DOMRADIO.DE

Die acht Diözesen im US-Bundesstaat New York finden in Generalstaatsanwältin Barbara Underwood eine erfahrene Juristin ohne politische Ambitionen, aber mit klaren Positionen. Die als Klassenbeste an der jesuitischen „Georgetown Law School“ in Washington ausgebildete US-Amerikanerin (74) setzt sich seit langem für die Rechte von Frauen ein, fördert die Karriere von Kolleginnen und gilt als Verfechterin der Straffreiheit von Abtreibungen. Seit Mai und noch bis November leitet sie die Behörde.

Im Frühjahr twitterte Underwood zum Grundsatzurteil „Roe versus Wade“, sie habe schon in jungen Jahren gelernt, wie wichtig diese Entscheidung aus dem Jahr 1973 für die Selbstbestimmung von Frauen sei. „Eine Frau, die nicht das Recht hat, über ihren eigenen Körper zu bestimmen, ist nicht wirklich gleich. Sie ist nicht wirklich frei.“ Damit steht die New Yorker Chefanklägerin bei einem zentralen Thema der katholischen Kirche auf der anderen Seite. Dennoch gilt sie als besonnen, zugänglich und sucht nicht das Rampenlicht.

weiterlesen

Kriminalität: Mit Epigenetik Gewaltverbrechern auf der Spur

Gewalttätige Menschen wachsen meist unter gewalttätigen Umständen auf. Doch auch die Genetik kann eine Rolle spielen. Denn traumatische Erlebnisse können weitervererbt werden – und sich in Gewalt äußern.

Deutsche Welle

Er war ein ungewolltes Kind. Seine Eltern nutzten seinen Vornamen nicht, sondern sprachen ihn mit Schimpfwörtern an. Zur Maßregelung wurde er als kleiner Junge auf heiße Herdplatten gesetzt oder musste im Winter draußen schlafen. Später trank er, prügelte sich und landete mehrmals im Gefängnis.

Dort traf er mit Anfang 40 auf die Psychologin Rita Demmerling, die damals im geschlossenen Vollzug mit Gewaltverbrechern arbeitete. Heute ist sie Gefängnispsychologin im offenen Vollzug der JVA Bielefeld-Senne und erzählt von dem Mann, dessen Biografie beispielhaft für viele Gewaltverbrecher ist.

weiterlesen