Der Mord an Khashoggi macht Schluss mit den westlichen Illusionen über Saudiarabien


Die Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi nimmt den westlichen Alliierten des Königreichs alle Vorwände für ein gutes Gewissen. Die Kooperation mit dem Kronprinzen Mohammed fördert kein Reformregime, sondern eine brutale Diktatur. Das war seit Jahrzehnten so und dürfte auch so bleiben.

Peter Rásonyi | Neue Zürcher Zeitung

Nach drei Wochen des Lügens hat das saudische Königshaus seine eigene Version der finsteren Vorkommnisse im eigenen Konsulat in Istanbul vorgelegt. Kaum jemand in der westlichen Welt schenkt ihm Glauben. Viel zu schlecht passen die Behauptungen mit den bisher bekannten Fakten zusammen. Allzu offensichtlich ist der Zweck dieser Erzählung, der Weltöffentlichkeit mit der Benennung von 18 «Verantwortlichen» einen Sündenbock für die abscheuliche Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi vorzusetzen. Das soll den Verdacht des Auftragsmordes vom Königshaus ablenken und es den bisherigen Alliierten erlauben, weiterhin mit König Salman und dem jungen Kronprinzen Mohammed zusammenzuarbeiten.

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