WAHLKAMPF IN HESSEN: AfD-Helfer zieht Waffe

Die AfD beklagt die häufigen Angriffe auf Parteimitglieder und Helfer während des Wahlkampfs in Hessen.
Bild: dpa

 

Der Wahlkampf in Hessen wird auch gewalttätig geführt. Ein AfD-Helfer soll einen Mann mit der Waffe bedroht haben. Doch der sieht sich im Fall als das eigentliche Opfer.

 

Von Alexander DavydofFAZ

 

Der Vater der AfD-Kandidatin im Landtagswahlkreis 39, Mary Khan, soll am Wochenende einen Gegner der Partei mit einer scharfen Schusswaffe bedroht haben. Die Polizei bestätigte gegenüber FAZ.NET nur, dass es im Frankfurter Stadtteil Seckbach einen Streit zwischen zwei Personen gegeben habe. Danach sei eine Waffe sichergestellt worden. Zuvor hatte die linke Tageszeitung „Junge Welt“ über den Vorfall berichtet.

Zahid Kahn soll am Sonntagabend gegen 17 Uhr beim Verteilen von Flugblättern in Seckbach mit einem Anwohner aneinander geraten sein. Der Mann hatte laut „Junger Welt“ die Wahlhelfer der rechten Partei aufgefordert, die Siedlung zu verlassen. Während des Streits soll Khans Vater eine scharfe Waffe aus seiner Tasche gezogen, sie durchgeladen und seinem Widersacher an den Kopf gehalten haben. Dabei habe er gesagt „Ich werde dich erschießen“ und „ Du bist der Teufel.“ Die Waffe sei von später dazugekommenen Polizisten beschlagnahmt worden.

Ein Polizeisprecher sagte, es seien „zwei ideologisch gegensätzliche Seiten“ aufeinander getroffen. Nach Angaben der Beamten wird gegen beide Beteiligte wegen Körperverletzung ermittelt, weil es bei der Auseinandersetzung auch zu Handgreiflichkeiten gekommen sein soll.

 

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Hongkong rückt näher an das chinesische Festland

Das 55 Kilometer lange Bauwerk verbindet das chinesische Festland mit den beiden Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau. (Bild: VCG / Getty)
Bild: VCG / Getty

 

In China wird die Eröffnung der längsten Brücke der Welt gefeiert. Sie verbindet das chinesische Festland mit Macau und Hongkong. In der einstigen britischen Kolonie wird das Projekt dagegen argwöhnisch unter die Lupe genommen.

 

NZZ

 

An diesem Dienstag ist es so weit: Die 55 Kilometer lange Brückezwischen der auf dem chinesischen Festland gelegenen Millionenstadt Zhuhai, der einstigen portugiesischen Kolonie Macau und Hongkong wird eröffnet. Und sollten sich die Gerüchte bestätigen, wird Chinas Partei- und Staatschef Xi Jinping die längste ein Meer überquerende Brücke weltweit in Zhuhai persönlich einweihen. Ab Mittwoch wird der Verkehr dann über das Bauwerk rollen.

Dieses wartet mit allen Ingredienzien auf, die solch riesige Infrastrukturprojekte in der Regel zu bieten haben. Es wurde wegen Korruption ermittelt, der Bau ist deutlich teurer als ursprünglich geplant, das Vorhaben hinkt dem Zeitplan um mehr als zwei Jahre hinterher. Zudem wird der Nutzen der Brücke hinterfragt, es gab mindestens zehn Tote und Hunderte Verletzte zu beklagen, und Umweltschützer befürchten, dass die Tage der seltenen Art weisser Delphine im Perlflussdelta endgültig gezählt sind.

Fertig ist das Projekt auch noch nicht. Voraussichtlich erst im kommenden Jahr wird die Hauptstrasse eröffnet, um den Anschluss an den Hongkonger Hafen zu optimieren.

 

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Nach Ausschreitungen in Chemnitz: Maaßen wiederholt Medienschelte. (Warum ist der immer noch da?)

Hans-Georg Maaßen
Bild: Reuters

 

Nach den Ausschreitungen in Chemnitz war immer wieder von „Hetzjagd“ die Rede. Verfassungsschutz-Chef Maaßen wies das zurück – und griff die Medien scharf an. In einem Brief an die ARD erneuert er seine Kritik.

 

Von Wolf Wiedmann-Schmidt | SPIEGEL ONLINE

 

Der scheidende Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen bekräftigt seine Kritik an der Berichterstattung der Medien nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz Ende August. In einem vier Seiten langen Brief an den „Tagesschau“-Chef Kai Gniffke, den Maaßen von seinem Sprecher verfassen ließ, heißt es: Es sei ein „kritischer Blick“ auf „die Maßstäbe der medialen Darstellung des Rechtsextremismus erforderlich“.

Gniffke hatte zuvor Maaßen vorgeworfen, wahrheitswidrige Behauptungen aufgestellt und den Ruf der „Tagesschau“ beschädigt zu haben. So habe Maaßen im Innenausschuss fälschlicherweise behauptet, die ARD-Nachrichtensendung habe am 27. August ein Internet-Video ungeprüft ausgestrahlt und die Szene, in der mehrere Männer auf Ausländer losgehen, als „Hetzjagd“ bezeichnet.

 

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Umfangreiche Kirchenschließungen auf den Shetland-Inseln


Bild: pixabay.com / CC0 Public Domain

 

Zwei Drittel ihrer Kirchen will die Church of Scotland auf den Shetland-Inseln schließen. Weil das Geld zu deren Unterhalt fehlt und weil es dort kaum noch Kirchgänger gibt. Da auch die Church of Scotland in einen Missbrauchsskandal verwickelt ist, dürfte deren Zahl noch weiter sinken.

 

hpd

 

Die presbyterianische Church of Scotland plant die Schließung von 20 Kirchen („Kirks“) auf den Shetland-Inseln. Als Grund gibt die Kirche an, dass es unwirtschaftlich sei, alle 31 Gebäude weiterhin zu erhalten. Als Zeitrahmen für die Schließung von 20 Kirchen und für die Zusammenlegung von Gemeinden wird eine Dauer von drei Jahren angegeben.

Von den etwa 23.000 Einwohner*innen der Shetland-Inseln sind gerade einmal 975 Mitglieder der Church of Scotland. Davon unterstützen sie zwei Drittel finanziell. Neben den daraus entstehenden finanziellen Engpässen belastet auch eine Klage wegen sexuellen Missbrauchs die Church of Scotland.

Nach Angaben der Church of Scotland sei die Entscheidung zur Schließung von knapp zwei Dritteln aller Kirchgebäude auf den Shetland-Inseln nicht leicht gefallen. Bestünden einige von ihnen doch bereits seit dem 18. Jahrhundert und würden von ansässigen Familien seit mehreren Generationen genutzt. Im Gegensatz zu dieser Bekundung des Bedauerns angesichts der Kirchenschließungen riefen die Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in den 1970er bis 90er Jahren durch einen Angestellten weit weniger Bestürzung hervor. Lediglich eine recht halbherzige Entschuldigung und der Verweis auf die Behörden war zu hören.

Aktuell verklagen drei Geschwister, zwei Männer und eine Frau, die Church of Scotland, weil sie die Pflicht der Kirche zum Schutz von Kindern verletzt sehen. Sie lebten als Kinder und Jugendliche im Kinderheim „Lord and Lady Polworth Children’s House“ in Edinburgh und wurden dort, neben anderen Kindern, vom Hausmeister Ian Samson widerholt missbraucht und vergewaltigt. Obwohl die Church of Scotland Abtreibung strikt ablehnt, wurde die Klägerin zu einer Abtreibung gezwungen, nachdem sie von Samson schwanger wurde.

Die Beschreibungen der Geschwister, wie sie als Kinder versuchten, ihrem Peiniger zu entgehen, lesen sich wie die Handlung eines Horrorfilms. So versteckten sie sich beispielsweise in Hundekörben, um Samsons Aufmerksamkeit zu entgehen. Die Kläger*innen versuchen, mit ihrem Prozess auch andere Betroffene zu Klagen zu ermutigen. Denn obwohl Samson 2013 zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde, sehen die Geschwister auch die Kirche in der Schuld.

Dass niemand etwas vom Leid der Kinder mitbekommen haben will, lässt sich kaum glauben. Besonders nicht bei Betrachtung der weltweiten Missbrauchsfälle, in denen kirchliche Amtsinhaber nicht nur weggesehen haben, sondern teilweise aktiv vertuscht haben.

Lavendelduft als natürlicher Angstlöser

Lavendelfeld in der Provence
FOTOLIA / IVAN_SCIANO

 

Lavendel wirkt bekanntlich beruhigend und schlaffördernd – wieso genau, haben Forscher allerdings bislang missverstanden. Eine neue Studie gibt jetzt Nachhilfe.

 

Von Jan Osterkamp |  Spektrum

 

Lavendelduft wirkt auf Menschen bekanntermaßen beruhigend und einschläfernd, wofür Pharmakologen den Inhaltsstoff Linalool verantwortlich machen. Das stimmt auch, bestätigen jetzt japanische Forscher in »Frontiers in Behavioral Neuroscience« – allerdings wirkt der Lavendelwirkstoff gar nicht wie bisher vermutet als in den Körper aufgenommener pharmakologischer Wirkstoff, sondern ausschließlich über unseren Geruchssinn.

Typische Anxiolytika – also gegen Angst- und Spannungszustände eingesetzte Wirkstoffe wie Valium oder andere Benzodiazepene – gelangen nach der Einnahme über Magen und Darm ins Blut und von dort an bestimmte Rezeptoren im Gehirn. Die Medikamente wirken effektiv, sie werden aber häufig zu lange eingenommen und haben starke Nebenwirkungen. Zudem machen sie abhängig, weil sie die Hemmung bestimmter Dopaminnerven stoppen, die daraufhin das Belohnungssystem stärker stimulieren. So entsteht ein Sucht erzeugenden Teufelskreis.

 

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„Goldene Kartoffel“

Julian Reichelt, Chefredakteur von "Bild Digital" und Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen, bei einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in seinem Büro in Berlin, aufgenommen 2017 (picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa)Bild: picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa

 

Neue deutsche Medienmacher zeichnen „Bild“ für „unterirdische“ Berichterstattung aus

 

Dlf24

 

Die Neuen deutschen Medienmacher haben die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung unter Chefredakteur Julian Reichelt kritisiert und der Zeitung einen Negativpreis „Die Goldene Kartoffel“ verliehen.

Die Neuen deutschen Medienmacher feiern dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. 2008 haben sich Journalistinnen und Journalisten zusammengefunden, um für mehr Vielfalt in den Medien einzutreten. Nach Ansicht des Vereins gibt es in den Medien jedoch immer noch viele vorurteilsbehaftete und diskriminierende Artikel und Sendungen. Deswegen habe man sich dazu entschlossen, den Medienpreis „Die Goldene Kartoffel“ für besonders einseitige oder missratene Berichterstattung über Aspekte der Einwanderungsgesellschaft zu vergeben.

Der erste Preisträger Julian Reichelt zeichnet sich laut Jury durch eine „unterirdische“ journalistische Arbeit aus. Unter seiner Ägide stehe die „Bild“-Zeitung wieder konsequent für all das, wogegen sich die Neuen deutschen Medienmacher wenden: Unsachlichkeit, Vorurteile und Panikmache bei Themen wie Integration, Migration und Asyl. Bislang hat sich Julian Reichelt zur Auszeichnung noch nicht geäußert.

Gefälschte Qumran-Fragmente

Dieses in Washington ausgestellte Fragment soll von einer der Schriftrollen vom Toten Meer stammen. Doch neuen Analysen wecken Zweifel daran.© Museum of the Bible
Von wegen biblisches Alter: Fünf vermeintlich von den Schriftrollen vom Toten Meer stammende Fragmente haben sich jetzt als Fälschungen erwiesen. Die angeblich 2.000 Jahre alten Fundstücke mit Bibelzitaten waren im Museum of the Bible in Washington DC ausgestellt, hatten jedoch wegen einiger Merkmale Zweifel an ihrer Authentizität geweckt. Eine überprüfende Analyse an der deutschen Bundesanstalt für Materialforschung bestätigt diesen Verdacht nun.

scinexx

Sie gelten bis heute als einzigartige Zeugnisse des jüdischen Glaubenslebens zur Zeit der Urchristen: die Schriftrollen vom Toten Meer. Entdeckt wurden die Schriftrollen aus Pergament und Papyrus vor rund 70 Jahren in mehreren Höhlen nahe Khirbet Qumran. Nähere Untersuchungen ergaben, dass die Rollen und Fragmente aus der Zeit von 250 vor bis 50 nach Christus stammten. Sie enthielten Texte aus dem Alten Testament und Kommentare dazu.

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Als die Hexengöttin mit Bart Brett Kavanaugh verflucht

In Zeiten von Donald Trump greifen einige Amerikaner zu ungewöhnlichen Mitteln, um ihren Missmut auszudrücken: auch zu Okkultismus und Hexenritualen. Mit Friedhoferde im Einmachglas verflucht ein New Yorker Hexenzirkel den neuen Obersten Richter Brett Kavanaugh.

Von Hannes Stein | DIE WELT

In dem kleinen, feinen Esoterik-Buchladen „Catland Books“ versammelte sich ein merkwürdiger Menschenhaufen, während sich der Abend über Brooklyn herabsenkte. Frauen waren eindeutig in der Überzahl, die meisten von ihnen jung; viele trugen Hexenkostüme. Wachskerzen wurden angezündet, Fotos verbrannt.
Auch Erde von einem frischen Grabmal und Sargnägel spielten eine wichtige Rolle. (Die Erde von dem Grabmal wurde in ein Einmachglas gefüllt, damit man immer wieder von seinen magischen Kräften Gebrauch machen konnte.)

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Bullshistic: Religion gehört an die Unis!

Die Hochschulseelsorge muss ernst genommen werden, fordert Pater Max Cappabianca. Noch werde sie im universitären Betrieb zu oft ausgegrenzt – mit teils absurd anmutenden Begründungen.

Von Max Cappabianca | katholisch.de

Als katholischer Hochschulseelsorger in Berlin bin ich für Studierende und Lehrende an den Universitäten und Hochschulen da. Dass es hier einen Bedarf für Seelsorge gibt, bezweifelt niemand, selbst Leute, die sich für unreligiös halten oder für eine strikte Trennung von Kirche und Staat eintreten. Die heikle Frage ist, wie die Präsenz von Religion an den Unis ausgestaltet wird! Im Gegensatz zum Krankenhaus oder Militär haben die Kirchen und anderen Glaubensgemeinschaften da keine verbrieften Rechte, und das macht ihre Arbeit nicht immer einfach. Ich plädiere dafür, Religionen auch im akademischen Rahmen ernst zu nehmen, sie nicht auszugrenzen oder nur zu dulden, sondern ihnen ein positives Daseinsrecht einzuräumen.

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Stellenanforderung: „Kirchenzugehörigkeit“ nicht immer haltbar

Bild: fis-kirchenrecht.de

Kirchliche Arbeitgeber können nach Auffassung des Tübinger Juraprofessors Hermann Reichold von Stellenbewerbern nicht pauschal eine Konfessionszugehörigkeit verlangen. „Diese Anforderung generell zu stellen, ist wohl nicht haltbar“, sagte der Jurist dem Evangelischen Pressedienst (epd) zu der am kommenden Donnerstag anstehenden Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG).

evangelisch.de

Die Erfurter Richter müssen darüber entscheiden, ob eine Bewerberin auf eine Referentenstelle beim Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung in Berlin wegen ihrer fehlenden Konfession abgelehnt und deshalb unzulässig diskriminiert wurde.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte am 17. April 2018 in dem Rechtsstreit entschieden, dass Vorgaben wie eine Kirchenzugehörigkeit immer „wesentlich, rechtmäßig und gerechtfertigt“ sein müssen (AZ: C-414/16). Nach der EuGH-Entscheidung dürfen die Kirchen über ihren religiösen Ethos selbst bestimmen.

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Missbrauchsfälle in Australien: „Für immer eine Schande für uns“

Australiens Premier Morrison entschuldigte sich im Namen der Nation.
Premierminister Morrison hat sich im Namen des Landes bei Zehntausenden Australiern entschuldigt, die als Kinder in Schulen, Kirchen und Vereinen missbraucht worden waren. Es sei an der Zeit, ihnen Gerechtigkeit zu verschaffen.

tagesschau.de

Die australische Regierung hat sich offiziell für das jahrzehntelange Wegschauen vor Missbrauch in den Institutionen des Landes entschuldigt. Die Nation müsse den langen und leidvollen Weg Zehntausender Betroffener anerkennen, sagte Premierminister Scott Morrison im Parlament in Canberra. „Das wird für immer eine Schande für uns sein.“

Es sei an der Zeit, dass Australien sich mit seinem Versagen angesichts den „bösen dunklen Verbrechen“ an Kindern auseinandersetze, den Missbrauchten zuhöre, Glauben schenke und Gerechtigkeit verschaffe.

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A Psychologist Explains Why So Many Rich People Are Preparing for the End of Days

Survivors of the apocalypse (Flickr)
The business elite are preparing for doomsday.

By Nicole Karlis | Alternet
Many of the world’s richest seem to earnestly believe that some kind of apocalyptic “event” is coming, and have prepared accordingly. You might have read about this before — such as in the New Yorker’s deep dive back in January 2017 — but billionaire doomsday preppers are back in the news again thanks to a new viral article penned by professor and media theorist Douglas Rushkoff. In it, Rushkoff gives some insight on the grave manner in which some of the business elite are going about preparing for a doomsday, which he learned first-hand after receiving an invitation to speak with some one-percenters.

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Es geht nicht um Spaltung

© imago, FR
Solange die Versuche, ständig die Täter und die Rechten verstehen und heilen zu wollen, anhalten, führt das in rechte Gesinnung und in Antisemitismus. Die Kolumne.

Von Anetta Kahane | Frankfurter Rundschau

Alle reden derzeit von der Spaltung der Gesellschaft in Deutschland. Doch die Konflikte, die von rechtsextremen Kreise in die Debatte gepusht werden, gab es schon immer. Sie wurden nur noch nie so aggressiv ausgetragen. Deswegen muss sich die gesamte Gesellschaft und alle Parteien zur Frage der Migrationsgesellschaft positionieren.

Tun sie es nicht, laufen ihnen die Wähler davon. Tun sie es, haben sie sich dem Konflikt zu stellen. Der Konflikt heißt: Soll Deutschland ein moderner, weltoffener Staat bleiben, zu dem Einwanderung weiter gehören wird? Oder soll er vielleicht eine „gelenkte Demokratie“ werden, ein autoritärer Staat? Das zu beantworten, kann nicht mit dem Wort Spaltung ausgefochten werden.

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Chemischer Schutzschild für Denkmäler

Eine unsichtbare Beschichtung könnte wertvolle Kulturdenkmäler wie das Kolosseum in Rom schützen. © Bert Kaufmann/ CC-by-sa 2.0
Unsichtbare Schutzschicht: Forscher haben eine Beschichtung entwickelt, die Bauwerke aus Naturstein vor dem Verfall bewahren könnte. Ihre transparente Flüssigkeit wirkt gegen die Effekte sauren Regens und wehrt außerdem schädliche Bakterien ab. In ersten Tests mit Kalkgesteinen hat sich der neue Korrosionsschutz bereits bewährt. Bestätigen Langzeitstudien seine Wirkung, könnte er künftig für den Schutz einzigartiger Denkmäler zum Einsatz kommen.

scinexx

Ob das Kolosseum in Rom, die Pyramiden von Gizeh oder der Kölner Dom: An vielen kulturell bedeutsamen Bauwerken nagt inzwischen der Zahn der Zeit. Ihre Fassaden beginnen zu korrodieren. Schuld an diesem Verfall sind vor allem zwei Faktoren: Zum einen zerstört durch industrielle Umweltverschmutzung ausgelöster saurer Regen die Natursteine. Zum anderen greifen Biofilme aus Mikroben das Material an, die die Steine unansehnlich und porös werden lassen.

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Kirchen gegen wachsenden Nationalismus und „Festung Europa“

„Im Geist der Solidarität, der Geschwisterlichkeit und der Freiheit“: Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich hat die Christen aufgerufen, sich „für ein solidarisches Europa“ einzusetzen.

DOMRADIO.DE

In einer am Montag in Wien veröffentlichten Erklärung fordern die 16 beteiligten Kirchen eine soziale Völkergemeinschaft, in der „die Würde eines jeden Menschen gewährleistet ist“. Abzulehnen sei ein Europa, „das zur Festung ausgebaut wird“. Stattdessen müsse mehr für Geflüchtete und deren Integration getan werden. Der Aufruf ist mit Blick auf die aktuelle EU-Ratspräsidentschaft Österreichs sowie auf die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 veröffentlicht.

„Ungeist des Nationalismus“

Eindringlich wird in der Erklärung vor dem „Ungeist des Nationalismus“ gewarnt. Mit nationalistischen Entwicklungen gehe der Rückbau demokratischer Errungenschaften und die Einschränkung von Grund- und Freiheitsrechten einher. Erforderlich sei eine Europäische Union, in der Bürger „ein hohes Maß an Mitbestimmung haben, das auf Gewaltenteilung, Transparenz, Pressefreiheit und einer starken Zivilgesellschaft beruht“, hieß es. Es sei Aufgabe der EU, Regierungen zu sanktionieren, die gegen die Einhaltung demokratischer Grundwerte verstoßen.

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Missbrauch in der Kirche: Ein Kinofilm, der den Tabubruch wagt

Regisseur Wojciech Smarzowski spricht vor der Polen-Premiere seines Spielfilm «Kler» (übersetzt: Klerus). Bild: Stach Leszczynski/PAP/dp
Sexueller Missbrauch durch katholische Priester war in Polen bislang nicht thematisiert. Ein Kinofilm bricht nun das Schweigen und empört viele Geistliche.

Von Gerhard Gnauck | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Tabu ist gebrochen, ein Land ist in Aufruhr. Die Debatte über Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche zieht in Polen immer weitere Kreise. Mit seinen fast 90 Prozent Katholiken galt das Land bisher als eine der treuesten Töchter der römisch-katholischen Kirche.

Diese Institution war – als Polen geteilt war, dann unter deutscher und sowjetischer Besatzung und schließlich in gut vier Jahrzehnten Kommunismus – die oberste Autorität, Wahrer der nationalen Identität und bis 1989 sogar eine Trutzburg, in deren Mauern frei diskutiert werden konnte. Wahrer der Identität: In dieser Rolle sehen viele Geistliche ihre Kirche auch heute.

Auch die nationalkonservative Regierungspartei PiS sieht die Kirche in dieser Funktion. Umgekehrt kann die PiS auf die wohlwollende Unterstützung eines großen Teils der kirchlichen Hierarchie zählen.

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US-Hexen verfluchen neuen US-Richter Kavanaugh

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

P. Gary Thomas, der Exorzist der Diözese von San José in Kalifornien, hat vor einem Hexen-Treffen in New York gewarnt – Für Thomas ist dieses Treffen ein „dämonischer Akt“

kath.net

P. Gary Thomas, der Exorzist der Diözese von San José in Kalifornien, hat am Wochenende vor einem Hexen-Treffen in New York, welches am vergangenen Samstag stattfand, gewarnt. „Sie sind dabei, das Böse auf den Höchstrichter herabzurufen.“ Bei dem Treffen haben die Hexen einen Fluch über den neuen US-Höchstrichter Brett Kavanaugh  ausgesprochen. Für Thomas ist dieses Treffen ein „dämonischer Akt“. Solche Flüche können laut dem Priester einen direkten Einfluss auf Menschen ausüben, vor allem, wenn sie offen für das Böse sind. Bei Menschen, die aber in der Gnade stehen, haben diese wenig oder keinen Effekt.

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Saudis sollen Kritiker mit bezahlten Online-Mobbern und McKinsey-Daten bekämpft haben

Bild: CC0
Der New York Times zufolge spionierte ein heimlicher Doppelmitarbeiter bei Twitter für das Wahhabitenkönigreich

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Den Informationen der New York Times nach hat das Wahhabitenkönigreich Saudi-Arabien den Kronprinzkritiker Jamal Khashoggi nicht nur mit den am Samstag eingeräumten letalen Methoden bekämpft (vgl. Khashoggi: Korrekturen, Lügen und eine Leiche, die verschwunden ist), sondern auch mit bezahlten Online-Mobbern. Diese Online-Mobber wurden dem Bericht nach nicht nur gegen, sondern auch gegen andere Abweichler sowie zur Festigung der öffentlichen Meinung eingesetzt.

Der Zeitung zufolge hatte der jetzt im Zuge der Khashoggi-Affäre entlassene Kronprinzenberater Saud al-Kahtani seit 2010 auf Twitter Beschäftigungsangebote platzieren lassen, die damit warben, das Hobby zum Beruf zu machen und mit dem Versenden von Tweets 10.000 saudische Rial zu verdienen – umgerechnet etwa 2.350 Euro. Dass es sich dabei um Arbeit handelt, die den in der Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge (OV) beschriebenen „Zersetzungsmaßnahmen“ der DDR-Staatssicherheit ähnelt, habe man Bewerbern erst verraten, nachdem diese ihre bürgerliche Identität preisgegeben hatten.

Aktuell soll die saudische Zentrale für staatliches Online-Mobbing mehrere Hundert Personen beschäftigen, deren Aufgabe es auch ist, in Sozialen Medien nach Kritikern des Kronprinzen und des Landes zu suchen. Dazu hat man angeblich sogar einen heimlichen Doppelmitarbeiter bei Twitter selbst untergebracht, der Informationen zur identifikation und andere persönliche Daten liefert. Ausgeschlossen ist das nicht: Immerhin zählt der saudische Prinz Walid bin Talal zu den wichtigsten Investoren des Unternehmens, an dem er seit 2011 einen „strategischen Anteil“ hält. Twitter antwortet bislang auf Bitten nach einer Stellungnahme dazu ebenso wenig wie saudische Stellen.

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Die Kirche wächst – nur nicht in Europa

Themenbild
Zum Weltmissionssonntag hat der vatikanische Pressedienst Fides statistische Eckdaten zur katholischen Weltkirche präsentiert. Demnach ist die Zahl der Katholiken im Jahr 2016 weltweit angestiegen. Eine Ausnahme bildet nur Europa.

katholisch.de

Die Zahl der Katholiken ist im Jahr 2016 weltweit um rund 14 Millionen auf 1,299 Milliarden angestiegen. Das berichtete der vatikanische Pressedienst Fides am Sonntag anlässlich des Weltmissionssonntags. Der Anteil der Katholiken an der Weltbevölkerung ging trotz dieses Zuwachses auf 17,67 Prozent zurück.

Der Anstieg bei der absoluten Zahl der Katholiken habe in allen Kontinenten außer Europa stattgefunden, so Fides weiter. Während in Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien ein Zuwachs an katholischen Gläubigen verzeichnet werden konnte, sank die Zahl der Katholiken in Europa gegen den Trend um 240.000.

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