Katholische Kirche in Polen – Endlich wird das (numinose) Böse bemerkt


Der Film „Klerus“ bricht Besucherrekorde in Polen. (imago stock&people)
Sexueller Missbrauch durch katholische Geistliche war in Polen bis vor kurzem kein öffentliches Thema. Der Film „Klerus“ bricht nun das Schweigen. Die Bischofskonferenz hat für Ende November einen Bericht über das Ausmaß der Straftaten angekündigt.

Von Jan Opielka | Deutschlandfunk

„Kler“ – der Klerus, so heißt der Spielfilm des polnischen Regisseurs Wojciech Smarzowski, der derzeit an der Weichsel hohe Wellen schlägt. Das Werk prangert das zwielichtige Finanzgebaren der katholischen Kirche und Verstrickungen mit der Politik ebenso an wie den Kindesmissbrauch durch Geistliche. Vor allem Letzteres ist nun großes Thema, der Begriff „Pädophilie“ in aller Munde, auch wenn dies freilich das hinter dem Missbrauch stehende, strukturelle Machtsystem etwas verdeckt. Die Kirchenführung im Land, die anders als die Deutsche Bischofskonferenz bislang keine umfassende Untersuchung eingeleitet hat, ist in der Defensive.

Endlich, sagt die Soziologin Jolanta Klimczak von der Schlesischen Universität in Kattowitz, kämen die lange Zeit marginalisierten Themen Missbrauch und die Mechanismen missbrauchter Macht zur Sprache.

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