Weltwirtschaft: Warnung aus Asien und vom IWF


Christine Lagarde, IMF (Bild: MEDEF / CC BY-SA 2.0 )
Beobachter sehen schwarze Wolken am Horizont der globalen Ökonomie aufziehen

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Der Chef der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank (AIIB), Jin Liqun, macht sich ernsthaft Sorgen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China könnte die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen und insbesondere der Region schweren Schaden zu fügen, so seine Befürchtung.

Das berichtet die in Hongkong erscheinende South China Morning Post. Jin sprach dort am Dienstag auf einer Tagung. Der Hauptsitz seines Instituts, zu dessen 87 Mitgliedern auch Deutschland gehört, ist Beijing (Peking). Die Bank wurde 2015 auf Anregung Chinas gegründet, das über nicht ganz 27 Prozent der Stimmrechte verfügt.

Besondere Sorgen macht Jin die Abwertung einiger asiatischen Währungen wie der indonesischen Rupiah. Die schwachen Währungen verschlechterten die Handelsbilanzen der betroffenen Länder, weil sich die Importe verteuerten. Wenn sich nicht zugleich die Exporte verbesserten, und das sei zur Zeit nicht unbedingt gegeben, dann könnten daraus Schwierigkeiten bei der Begleichung der Auslandsschulden enstehen.

Jin sprach davon, dass die volatile und unsichere Situation der Weltwirtschaft „sicherlich rauer als alles ist, was wir in den letzten Jahren erlebt haben“. Die Lage mit der Asienkrise vor 20 Jahren und der Krise von 2007/08 vergleichend, meinte Jin, dass es diesmal schwieriger sei.

Es liege nicht einfach ein normaler ökonomischer Abschwung vor, sondern die Situation werde durch Handlungen bestimmter Regierungen – ein Anspielung auf die von US-Präsidenten Donald Trump auf chinesische Waren verhängten Zölle – verursacht. Daher sei die Entwicklung schwerer vorherzusehen.

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