Die Evolution lässt einem gebärenden Becken womöglich doch mehr Spielraum


Durch diese Öffnung muss das Neugeborene hindurch. (Bild: Imago)
Die Form des Geburtskanals ist von Frau zu Frau verschieden. Zudem gibt es viel grössere geografische Unterschiede als etwa bei anderen Körperteilen. Das widerspricht der These, dass entgegengesetzte Kräfte der Evolution die Form des Beckens stark eingrenzen.

Lena Stallmach | Neue Zürcher Zeitung

Jede Frau, die einmal geboren hat, hat das «Geburtsdilemma» am eigenen Leib erfahren: Ein riesiger Kopf muss durch eine sehr schmale Öffnung gepresst werden. Für Evolutionsbiologen beginnt das Problem aber viel früher – vor vier bis fünf Millionen Jahren, als unsere Vorfahren sich dazu entschieden haben, aufrecht durchs Leben zu gehen. Weil eine grosse Beckenöffnung beim aufrechten Gang hinderlich ist, wurde das Becken im Laufe der Jahrtausende immer enger.

Kritisch wurde es, als im Laufe der Evolution von Homo sapiens die Gehirne und damit auch die Köpfe der Neugeborenen immer grösser wurden. Es kam zu dem Dilemma, dass die Evolution zwei entgegengesetzte Prozesse begünstigte, einen engen Geburtskanal und grosse Köpfe, so dass es heute kaum mehr Spielraum gibt.

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