71 Prozent der jungen Amerikaner untauglich fürs Militär


Aus der neuen Rekrutierungskampagne der US Army „Warriors Wanted
Armee findet nicht mehr ausreichend Rekruten, auch weil weniger Interesse zeigen, Amerika militärisch wieder groß zu machen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wenn man sich Sendungen wie Ninja Warriors ansieht oder Menschen beobachtet, die im öffentlichen Raum keuchend laufend oder auf dem Fahrrad strampelnd ihren Körper aufrüsten, könnte man glauben, dass man zwar selber vielleicht nicht so fit ist, aber die Menschen um einen herum alles dafür geben, ihren Körper zu stählen, mit Muskeln aufzupeppen, vom Fett zu entschlacken und gesundheitsbewusst länger zu leben. Das scheint jedoch nicht zuzutreffen, wenn es um die körperlichen Leistungskapazitäten der breiteren Bevölkerung und insbesondere der jungen Menschen geht.

Wenn es nach den überkommenen Fitnessansprüchen der Streitkräfte geht, scheint es jedenfalls um den körperlichen Zustand der Menschen nicht zum Besten stehen – aus der Sicht des Militärs selbstverständlich oder der der nationalen Sicherheit. Das mag etwas absurd sein, wenn Soldaten in Panzern und Flugzeugen sitzen, mit Artillerie über weite Entfernungen Ziele bombardieren oder Kampfdrohnen steuern, während KI-Systeme und Roboter mehr und mehr den Menschen ersetzen sollen.

Aber letztlich ist es ein Trugbild, sich vorzustellen, dass irgendwann Roboter als neue Söldnerheere unter sich die Kriege ausfechten werden. Um den Feind zu treffen, wird man auch die Menschen vernichten müssen, die hinter den Robotern stehen. Die Roboter werden also nicht nur da draußen in der Ferne miteinander kämpfen, sondern auch die Stützpunkte angreifen, von denen aus sie gesteuert werden. Aber auch dann ist höchst fraglich, ob noch körperliche Fitness gefragt ist und nicht eher technische Fertigkeiten und Kenntnisse, die auch ein fettleibiger homo sedens erbringen kann.

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