Haben Hamster eine Seele?

Katzensegnung in Moskau am Welttag des obdachlosen Tiers. (imago stock&people/Mikhail Tereshchenko/TASS)
Sind auch Tiere Kinder Gottes? Das hängt von der Glaubensrichtung der Menschen ab. Buddhisten achten sogar Kleinstlebewesen, Hindus bringen Gottheiten blutige Tieropfer. Das Christentum überdenkt seine Haltung, davon zeugt die Enzyklika „Laudato Si“.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandfunk Kultur

In der Schöpfungsgeschichte des Alten Testament heißt es in Genesis 1 Vers 29: „Gott segnete Mann und Frau und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.“

Und bereits in Vers 1 steht zu lesen: „Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben. Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen.“

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Beten und Blutdruckmessen – wenn Kirchen auch Gesundheitsförderung betreiben

In New York führt ein Arzt ein kirchen- und glaubensbasiertes Programm zur Erkennung und Behandlung von Bluthochdruck durch – mit zwiespältigem Ergebnis.

Alan Niederer | Neue Zürcher Zeitung

Gesundheitsförderung ist eine gute Sache. Wenn die Leute besser Bescheid wissen über Krankheiten, Vorsorgemassnahmen und Behandlungsmöglichkeiten, dann fällt es ihnen leichter, gesund zu bleiben. Weil ich an solche Zusammenhänge glaube, habe ich jahrelang Patientenschulungen durchgeführt – für Personen, die krankheitsbedingt blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen.

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Kampf gegen Antibiotikaresistenzen muss weitergehen

Ein Bild einer Mikrotiterplatte zur Bestimmung der Minimal Inhibitory Concentrations MIC. Dort wo dunkle Punkte vorhanden sind wachsen die Bakterien, bei Grautönung ist noch leichtes Wachstum und dort wo nichts mehr zu sehen ist werden die Bakterien vom Antibiotikum am Wachstum gehemmt. Beim Beispiel handelt es sich um Acinetobacter baumanii mit 8 verschiedenen Antibiotika Resistenzen. (Bild: Institut für Veterinärbakteriologie, Universität Bern)
An diesem Montag findet eine internationale Konferenz zur Tiergesundheit in Marokko statt. Die Entwicklung von Resistenzen stellt ein Problem für die Gesundheit der Menschen als auch die der Tiere dar. Durch zu häufigen Antibiotikaeinsatz verschärft sich dieses Resistenzproblem.

Neue Zürcher Zeitung

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat dazu aufgerufen, im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen ungeachtet bisheriger Erfolge nicht nachzulassen. Klöckner sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Die zunehmende Verbreitung von Resistenzen ist ein drängendes Problem sowohl für die Gesundheit der Menschen als auch die der Tiere.» Sie fügte hinzu: «Antibiotikaresistente Bakterien machen weder an Ländergrenzen noch vor Stalltüren halt.»

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3300 Festnahmen: Hindus protestieren gegen Frauen in indischem Tempel

Bei den Protesten wurden 3300 Demonstranten festgenommen. Foto: AFP
Sie wollen auf keinen Fall Frauen in ihrem Tempel: Die Polizei im südindischen Kerala hat bei Protesten gegen die gerichtlich angeordnete Öffnung des Sabarimala-Tempels mehr als 3300 Demonstranten festgenommen.

Kölner Stadt-Anzeiger

Der Tempel ist seit dem 16. Oktober für Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter zugänglich. Seitdem wurden immer wieder Pilgerinnen und Journalistinnen von konservativen Hindus angegriffen.

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Nach dem Brexit der Brain Drain?

Bild: tagesschau.de
Viele Forscher aus der EU wissen nicht, was nach dem Brexit aus ihren Stellen an britischen Hochschulen wird. Während sie um ihre Karriere bangen, fürchten Professoren um den Wissenschaftsstandort Großbritannien.

Von Anne Demmer | tagesschau.de

Jasmin Zohren hat ihre wissenschaftliche Karriere sogfältig geplant. An der Queen Mary Universität hat sie promoviert. Vor zwei Jahren bewarb sich die Biomathematikerin dann für einen Postdoc am Francis Crick Institute in London, dem größten biomedizinischen Forschungsinstitut in Europa. Doch dann kam das Referendum dazwischen. Rund 52 Prozent der Briten stimmten für den Brexit.

„Das Referendum war an dem Tag, als ich den Job hier bekommen habe, und das hat mich schon sehr beeinflusst. Ich habe schon stark gezweifelt, ob ich den Job annehmen möchte, ob ich hierbleiben will oder nicht“, sagt sie.

Kollegen hätten ihr geraten, die Stelle anzutreten, weil das sehr gut für ihre Karriere sei. Sie hat den Job angenommen und ist trotz unsicherer Zukunft geblieben – vorerst.

40 Prozent der rund 1000 Institutsmitarbeiter kommen aus EU-Ländern wie Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Wie es für sie weitergeht, kann ihnen derzeit niemand sagen.

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Hamburg feiert ersten Digital-Gottesdienst mit Tablet und Segensroboter

Photograph: Solent News/Rex
Rund 400 Menschen haben am Sonntag an einem digitalen Gottesdienst in der Hamburger Hauptkirche St. Nikolai teilgenommen – schätzungsweise die gleiche Anzahl verfolgte die Zeremonie per Smartphone oder Tablet.

evangelisch.de

Nikolai-Hauptpastor Martin Vetter sagte, die Digitalisierung biete neue Formen der Beteiligung. Dennoch fehle dem christlichen Glaube ohne „reale Gemeinde“ etwas Entscheidendes. Der Tonfall einer Stimme, die Bewegungen des anderen, Schmecken und Fühlen sei über das Netz nicht ausreichend vermittelbar. Mit ihrem digitalen Gottesdienst hat die Gemeinde nach eigenem Bekunden ein Experiment gewagt. Statt einer traditionellen Predigt wurden digitale Nachrichten der Anwesenden und der Netzgemeinde diskutiert. Die digitale Technik werde im Alltag weiter an Bedeutung gewinnen, betonte Hauptpastor Vetter. Der Mensch dürfe sich aber davon nicht völlig abhängig machen.

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Could Misbehaving Neutrinos Explain Why the Universe Exists?

Credit: Shutterstock
Scientists revel in exploring mysteries, and the bigger the mystery, the greater the enthusiasm. There are many huge unanswered questions in science, but when you’re going big, it’s hard to beat „Why is there something, instead of nothing?“

By Don Lincoln | SPACE.com

That might seem like a philosophical question, but it’s one that is very amenable to scientific inquiry. Stated a little more concretely, „Why is the universe made of the kinds of matter that makes human life possible so that we can even ask this question?“ Scientists conducting research in Japan have announced a measurement last month that directly addresses that most fascinating of inquiries. It appears that their measurement disagrees with the simplest expectations of current theory and could well point toward an answer of this timeless question.

Their measurement seems to say that for a particular set of subatomic particles, matter and antimatter act differently.

Using the J-PARC accelerator, located in Tokai, Japan, scientists fired a beam of ghostly subatomic particles called neutrinos and their antimatter counterparts (antineutrinos) through the Earth to the Super Kamiokande experiment, located in Kamioka, also in Japan. This experiment, called T2K (Tokai to Kamiokande), is designed to determine why our universe is made of matter. A peculiar behavior exhibited by neutrinos, called neutrino oscillation, might shed some light on this very vexing problem. [The 18 Biggest Unsolved Mysteries in Physics]

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Erosion der deutschen Wahl-Demokratie

Grafik:TP
Das Ergebnis der Bundestagswahl und die krisengeprägte Regierungskoalition verdeutlichen anhaltende Erosionen des bundesdeutschen Wahlsystems.

Kai Kleinwächter | TELEPOLIS

Die krisenhaften Ergebnisse der Landeswahl in Bayern, sollten Anlass sein das Gesamtsystem der bundesdeutschen Wahldemokratie zu überdenken. Seit 1949 durchlief das parlamentarisch-politische System der BRD vier Entwicklungsphasen. Symptomatisch dafür sind vor allem die Stärke bzw. der Niedergang der „großen“ Parteien SPD und Union (CDU/CSU).

In den Anfangsjahren der BRD war das politische Spektrum zersplittert. Im ersten Bundestag saßen neun Parteien. Weitere Parteien scheiterten an der Sperrklausel („Fünf-Prozent-Hürde“). Eine Wahlbeteiligung von unter 80 Prozent sowie ein hoher Anteil ungültiger Stimmen signalisierten eine gewisse Distanz von Teilen der Bevölkerung zum neuen Staat.

Vor allem auf Grund des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs inklusive der drastisch sinkenden Arbeitslosigkeit und sozialen Verbesserungen (bspw. die Rentenreform von 1957) konsolidierte sich die parlamentarische Demokratie. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Wahlbeteiligung auf über 86 Prozent.

Dahinter stand auch die tiefe Wirkung einer über 30-jährigen Phase von Instabilität und Krieg sowie die Elendsjahre nach 1945. „Der Schock der Notzeit wirkte bis weit in das Wirtschaftswunder hinein. […] Die meisten Deutschen waren ganz auf die eigene Existenz zurückgeworfen; man braucht nicht die Psychoanalyse zu bemühen und einen kollektiven Verdrängungsakt zu konstruieren, wenn man sich damals einfach nur nach [einer Zeit sehnte], in der man nicht zu hungern brauchte, und im übrigen über das vergangene Böse schwieg.“1 „Die Rückkehr zu einem ganz normalen Leben: Davon träumten viele Menschen in der frühen Nachkriegszeit.“2

Damit einher ging eine steigende Wahl-Dominanz der Groß-Parteien mit ihrer nun demokratisch-konservativen Agenda. So entfernte sich SPD seit Anfang der 1950erJahre systematisch von „revolutionären“ Forderungen und grenzte sich spätestens mit ihrem Godesberger Programm (1959) deutlich nach links ab. Und im Gegensatz zu ihren Vorgängern in der Weimarer Republik unterstützten die Unionsparteien (CDU / CSU) die parlamentarische Demokratie.

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In Istanbul entsteht der grösste Flughafen der Welt

Der futuristisch gestaltete Tower des neuen Flughafens steht schon, sonst fehlt es allerdings noch an einigem. (Bild: Chris McGrath / Getty)
Mit dem neuen Grossflughafen will die Türkei zu einem der wichtigsten Drehkreuze der Luftfahrt werden. Das Mega-Projekt ist in vielerlei Hinsicht symbolhaft für die türkische Wirtschaftspolitik der letzten Jahre.

Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

In Berlin steht ein Flughafen, der zumindest auf den ersten Blick fertig gebaut erscheint, dessen Eröffnung aber noch immer in weiter Ferne liegt. In Istanbul ist es gewissermassen umgekehrt. Am Montag wird im Nordwesten der türkischen Metropole ein neuer Flughafen eröffnet, obwohl auch dann noch vieles dort an eine Baustelle erinnert. Die beiden ersten Landebahnen sind fertiggestellt, ebenso der elegant an eine Tulpe erinnernde Tower. Die Abfertigungshalle und andere für den Flugverkehr essenzielle Einrichtungen sind zumindest teilweise einsatzbereit. An vielem anderen fehlt es aber noch, nicht zuletzt an einer Anbindung ans Schienennetz. Der Flughafen befindet sich gut 50 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, nahe der Schwarzmeerküste.

Acht Mal so gross wie der Flughafen Zürich

Die gewaltigen Dimensionen sind freilich schon zu erkennen. Auf der Gesamtfläche von 76 Mio. m2 hätte der Frankfurter Flughafen dreieinhalb Mal Platz, der Flughafen Zürich mehr als acht Mal.

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Schwaetzer: Kirche steht vor „entkirchlichter Generation“

Die evangelische Kirche sorgt sich um ihren Rückhalt bei jungen Menschen. Einer neuen Studie zufolge stelle sich erstmals die Frage einer „entkirchlichten jungen Generation“, sagte die Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Irmgard Schwaetzer.

evangelisch.de

„Das sind Ergebnisse, die uns nicht fröhlich stimmen“, sagte Schwaetzer am Samstag bei der Herbsttagung der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin. Wenn sich junge Menschen dem Glauben annäherten, dann geschehe dies der Studie zufolge inzwischen in einer sehr privatisierten Form. Die junge Generation baue jedoch kein Verhältnis zur Kirche mehr auf.

„Wir stehen in einer Umbruchsituation“, sagte Schwaetzer. Die EKD-Synode tagt vom 11. bis 14. November in Würzburg. Das Schwerpunktthema lautet „Glaube junger Menschen“. Dort soll die Studie über das Verhältnis der jungen Generation zur Kirche vorgestellt werden.

Early Humans Made Animated Art

Illustration by Miko Maciaszek
Stone steps descended into the ground, and I walked down them slowly as if I were entering a dark movie theater, careful not to stumble and disrupt the silence. Once my eyes adjusted to the faint light at the foot of the stairs, I saw that I was standing in the open chamber of a cave.

By Zach Zorich | NAUTILUS

Where the limestone wall arched into the ceiling was a line of paintings and drawings of animals running deeper into the cave. The closest image resembled a bison, with elongated horns and U-shaped markings on its side. The bison followed several horses painted solid black like silhouettes; above them was an earthy-red horse with a black head and mane. In front of that was a very large bison head that was completely out of scale with respect to the other images.

It was the summer of 1995, and in the dim glow, I gazed at the ghostly parade just as my ancestors did roughly 21,000 years ago. Radiocarbon dates from Lascaux cave suggest the art is from that period, a time when wooly mammoths still roamed across Europe and people survived by hunting them and other large game. I stood in silence as I tried to decode the work of the ancient people who had come here to express something of their world.

When Lascaux cave was discovered in 1940, more than 100 small stone lamps that once burned grease from rendered animal fat were found throughout its chambers. Unfortunately, no one recorded where the lamps had been placed in the cave. At the time, archeologists did not consider how the brightness and the location of lights altered how the paintings would have been viewed. In general, archeologists have paid considerably less attention to how the use of fire for light affected the development of our species, compared to the use of fire for warmth and cooking. But now in Lascaux and other caves across the region, that’s changing.

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Niederlande: Gesten können für aktive Sterbehilfe ausreichen

Bild: © picture alliance / dpa/Sami Belloumi
Aktive Sterbehilfe ist in den Niederlanden schon seit 2002 erlaubt. Jetzt sollen in bestimmten Fällen als Zustimmung auch kleine Gesten ausreichen. Das entschied die Staatsanwaltschaft anhand eines konkreten Falls.

katholisch.de

Ein Kopfnicken und ein Kneifen in die Hand können in den Niederlanden als Zustimmung zur aktiven Sterbehilfe ausreichen. Das entschied jetzt die Staatsanwaltschaft im ostniederländischen Arnheim. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnte der Arzt nachweisen, dass die Entscheidung einer 72-jährigen Krebspatientin für aktive Sterbehilfe „freiwillig und gut überlegt“ war.

Hoffnungslose Situation

Die Patientin litt an Krebs und fiel zwei Tage vor ihrem Tod durch eine Hirnblutung ins Koma. Ihren Wunsch nach aktiver Sterbehilfe bestätigte sie durch das Nicken mit dem Kopf und dem Kneifen mit der Hand. Außerdem habe sie dem Arzt vor der Hirnblutung mehrmals angedeutet, dass sie ihr Leben beenden wolle, heißt es in mehreren niederländischen Medienberichten.

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