Salafismus: „Diese Prediger machen den Islam kaputt“


Shams ul-Haq hat für sein neues Buch „Eure Gesetze interessieren uns nicht“ undercover in Islamisten-Moscheen recherchiert Foto: Falko Siewert, Orell Füssli Verlag
Shams ul-Haq hat undercover in Salafisten-Moscheen recherchiert, auch in Berlin. Es werden schon Kinder zu Extremisten geformt.

Ulrich Kraetzer | Berliner Morgenpost

Vor wenigen Jahre recherchierte der Journalist Shams ul-Haq undercover in Flüchtlingsheimen und deckte teils verheerende Missstände auf. Für sein neues Buch, „Eure Gesetze interessieren uns nicht“, war er nun – ebenfalls undercover – in radikalen Moscheen unterwegs. Auch in Berlin. Mit der Berliner Morgenpost sprach der einst als Flüchtling aus Pakistan eingewanderte Shams ul-Haq über charismatische Prediger, den Nachwuchs der Dschihadisten-Szene und die Frage, wie sich Menschen in Extremisten-Moscheen radikalisieren lassen.

Herr Haq, Sie sehen nicht so aus, wie man sich einen Islamisten vorstellt. War es schwierig, mit den radikalen Predigern und ihren Anhängern Kontakt aufzunehmen?

Shams ul-Haq: Am Anfang schon. In eine normale friedliche Moschee geht man einfach rein, man betet, und das interessiert keinen. Auch als Journalist ist man dort jederzeit willkommen und kann mit dem Imam ganz entspannt einen Tee trinken. In einer salafistischen oder gar dschihadistischen Moschee stellen die Leute Fragen. Wer bist Du? Was willst Du hier? Warum kommst Du gerade in unsere Moschee? Sie sind misstrauisch, und wenn man etwas erfahren möchte, braucht man eine glaubhafte Geschichte. Ich bin in die Moscheen erst mal ohne Bart reingegangen und habe ihn dann wachsen lassen. Ich habe dann nach und nach mehr gebetet. Das sehen die Leute. Sie haben mich dann als jemanden wahrgenommen, der zu Gott zurückgefunden hat, und haben sich mir geöffnet.

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