Neue, die Ozonschicht zerstörende FCKW-Emissionen kommen aus China


2015 hat das Ozonloch wieder die die größte Ausdehnung seit dem Rekordjahr 2006 angenommen, ist aber dann erheblich geschrumpft. Dafür wurde 2017 eine bislang unerklärte Abnahme der Ozon-Konzentartion in der unteren Stratossphäre beobachtet. Bild: Nasa
Eine Studie bestätigt den Verdacht, dass seit 2013 trotz des Verbots in Ostchina Trichlorfluormethan emittiert wird und damit die Reduzierung von FCKW zum Schutz der Ozonschicht verlangsamt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Mai 2018 veröffentlichten Wissenschaftler in der Zeitschrift Nature einen Artikel, nach dem es ab 2012 wieder vermehrt Trichlorfluormethan (CFC-11), ein Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW), der als Kältemittel benutzt wird, in die Atmosphäre gelangt. Wie alle FCKW baut es die Ozonschicht in der Atmosphäre ab, CFC-11 war eines der FCKWs, die am stärksten dafür verantwortlich waren und noch immer. Deshalb ist nach dem Montreal-Protokoll (1989) und der London Konferenz (1990) seine Herstellung zum Schutz der Ozonschicht verboten.

Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass zwischen 2000 und 2012 die CFC-11-Konzentration in der Atmosphäre zurückgegangen ist, weil es weiterhin von alten Gebäuden mit Dämmmaterial abgegeben wird, aber dass sich seit 2013 der Rückgang um 50 Prozent verlangsamt habe, vor allem in der Nordhalbkugel. Es müsse sich um eine neue Emissionsquelle handeln, d.h. jemand verletzt das ansonsten bislang erfolgreichste Umweltabkommen zum Schutz der Ozonschicht.

Bald ergaben sich Hinweise, dass die Emissionen von China kommen könnten. Nach Recherchen der New York Times sollen chinesische Fabriken weiterhin CFC-11 herstellen und zum Dämmen von Gebäuden und Kühlschränken verwenden. Nach Auskunft von chinesischen Händlern und Experten haben kleinere Firmen das billigere CFC-11 trotz des Verbots auch in China weiter verwendet. Das geht auch aus Berichten chinesischer Umweltbehörden hervor. Das Verbot wurde mithin nicht wirklich kontrolliert und durchgesetzt.

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