Medien: Polizei findet weitere Knochen auf Vatikan-Gelände

Bild: © picture alliance / dpa/Serena Cremaschi Insidefoto
Vor einer Woche wurden auf vatikanischem Gebiet Knochen entdeckt, die der 1983 verschwundenen damals 15-jährigen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi gehören könnten. Nun fand die Polizei weitere Knochenfragmente – die DNA-Untersuchung läuft bereits.

katholisch.de

Auf dem Gelände der Vatikanbotschaft in Rom sind nach Medienberichten weitere Knochenteile gefunden worden. Laut Meldungen vom Dienstag stellte die Polizei die menschlichen Überreste bei einer neuerlichen Untersuchung sicher. Die Knochen könnten eventuell zur Identifizierung der vor einer Woche entdeckten Skelettteile beitragen, hieß es. Gefunden wurden laut „Rai News“ Fragmente von Schädel und Kiefer. Nicht klar sei, ob die Skelette zu mehreren Personen gehören.

Vor einer Woche waren bei Arbeiten am Kellerfußboden eines Nebengebäudes der päpstlichen Nuntiatur in Italien menschliche Knochenreste gefunden worden. Die vatikanische Gendarmerie schaltete darauf die italienischen Behörden ein. Seitdem lässt die römische Staatsanwaltschaft die Funde untersuchen; sie hat zudem ein Verfahren gegen Unbekannt wegen Mordverdachts eröffnet.

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Das quasi-religiöse Facebook-Schaf als Datenscheisser

Facebook ist nicht nur vom Einfluss, sondern auch von der Zielsetzung her gesehen eine Art Religion. Es nutzen ist wie in die Kirche gehen. Doch aufgepasst: Facebook ist ein knallhartes Technologieunternehmen.

Eduard Kaeser | Neue Zürcher Zeitung

Der Herdeninstinkt greift um sich. Massen in Fussballstadien, Massen an Raves und Festivals, Massen an religiösen Veranstaltungen, Touristenmassen. Neu hinzu kommen Massen in den Social Media. Im Jahre 2015 beglückwünschte sich Facebook, das erste soziale Netzwerk mit einer Milliarde Nutzer pro Tag zu sein. Eine Dimension, die das Unternehmen in die Liga der Weltreligionen hebt: 2,2 Milliarden Christen, 1,6 Milliarden Muslime, 1 Milliarde Hindus.

Facebook ist nicht nur vom Einfluss, sondern auch von der Zielsetzung her gesehen eine Art Religion. Mark Zuckerberg spricht von der «Community». Diese Community hat eine Mission: jedem eine Stimme geben, das gegenseitige Verständnis fördern, Teilnahme aller an den Segnungen moderner Technologie. Facebook ist zumindest eine Religion im alten Sinne des Wortes «religio», des Zusammenkommens durch Rückbindung an Gott. Nur kennt Facebook keinen Gott. Oder vielmehr: Der Gott ist die Technologie, und die Religion bedeutet jetzt Vernetzen durch technische Mittel.

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Richard Dawkins und die Verteidigung menschlicher Vernunft

Richard Dawkins: Forscher aus Leidenschaft. Foto: Ralf Julke
Von fundamentalen Dummköpfen nicht irre machen lassen

Ralf Julke | Leipziger Internet Zeitung

Es ist erstaunlich: Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kämpfen wir nun wieder gegen ein Dunkelmännertum, das eigentlich in dieser Vernunftfeindlichkeit zuletzt im 17. Jahrhundert zu finden war. Es wird an Verschwörungstheorien und Astrologie geglaubt, an göttliche Pläne und heimliche Kräfte. Und umso mehr fällt ein Bursche auf, der seit Jahrzehnten mit Witz und Sarkasmus für die Benutzung des gesunden Menschenverstandes wirbt.

Zum ersten Mal so richtig ins Hornissennest gestochen hat der englische Evolutionsbiologe Richard Dawkins ja bekanntlich 1976 mit der Veröffentlichung seine Buches „The Selfish Gene“, das in der deutschen Variante dann als „Das egoistische Gen“ erschien. Was natürlich all den Diskutanten, die nur das Wörtchen „egoistisch“ lasen, suggerierte, Dawkins würde die Gene geradezu personifizieren und den Egoismus zur neuen Triebkraft der Evolution erklären. Tatsächlich erzählte er mit seinem Buch sehr plastisch, wie die darwinistische Evolution tatsächlich vor sich geht – nämlich auf Basis der Gene, den Informationsträgern des Lebens.

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Zur Psychologie des KZ Dachau

Ein Beispiel für den zynischen Wortwitz der Nazis: Am Eingang des Konzentrationslagers Dachau befindet sich diese Tür. Der Slogan „Arbeit macht frei“ prangerte auch am Vernichtungslager Auschwitz. Nach Schätzungen des Buchenwaldüberlebenden Eugen Kogon führten für rund 93% oder 6,7 Millionen Menschen „Schutzhaft“ und Zwangsarbeit in den Lagern aber nicht in die Freiheit, sondern in den Tod. Das Tor wurde 2014 gestohlen und durch ein Replikat ersetzt. Foto: Stephan Schleim
Wie ließen sich mit so wenigen Mitteln so viele Menschen beherrschen?

Stephan Schleim | TELEPOLIS

Der folgende Text ist eine überarbeitete Fassung eines Vortrags, den ich im September 2016 auf der Ferienuni Kritische Psychologie an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin hielt. Die Ferienuni ist eine Initiative von Studierenden der Psychologie und Sozialwissenschaften, die sich für eine Woche ihren eigenen Lehrplan zusammenstellen. Dabei kommen Themen auf die Tagesordnung, die im regulären Hochschulbetrieb außen vor bleiben.

Mich interessierte die Frage, wie die Konzentrationslager der Nazis psychologisch so organisiert waren, dass es kaum zu Fluchtversuchen oder gar Aufständen der Gefangenen kam. Dabei verschlechterten sich die Bedingungen im Laufe des Zweiten Weltkriegs, der sich für Nazideutschland schlecht entwickelte, dramatisch. Der Krieg an mehreren Fronten band immer mehr Ressourcen, während das Elend der Gefangenen im Inneren ins Unermessliche stieg. Deshalb sollte man eigentlich eine Zunahme der Widerstandshandlungen erwarten.

Das KZ Dachau verdient besonderes Interesse, weil die Nazis dort schon sehr früh Oppositionelle einsperrten und es als einziges der frühen Lager bis zum Kriegsende bestand. Es war der Ort, an dem die perverse Psychologie von Überwachen und Bestrafen ausgefeilt und dann in die zahlreichen anderen Lager „exportiert“ wurde. Es kann auch heute noch dank der Gedenkstätte besucht werden.

Der Vortrag, den ich am Morgen des 15. September 2016 in einem prall gefüllten Saal hielt, hat sich mir auch deshalb im Gedächtnis eingeprägt, da am Nachmittag eine kleine Gruppe von NPD-Mitgliedern am Platz gegenüber der Hochschule eine Kundgebung abhielt. Berlin befand sich im Kommunalwahlkampf.

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Generalvikar Pfeffer: Kirche ist nicht so heilig, wie manche behaupten

Bild: © Harald Oppitz/KNA
Man dürfe nicht vegessen, „dass weder Taufe noch die Weihe uns zu besseren Menschen macht“: Der Essener Generalviklar Klaus Pfeffer kritisiert angesichts des Missbrauchsskandals eine idealisierte Vorstellung von Kirche.

katholisch.de

Zur Vorbeugung von Missbrauch fordert der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer von der katholischen Kirche Veränderungen. „Unsere Kirche war und ist nicht so ‚heilig‘, wie sich das manche einreden und nach außen behaupten“, sagte er der hauseigenen Publikation der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ (Ausgabe 1/2019) in Mülheim an der Ruhr. Er wandte sich gegen eine idealisierte Vorstellung der Kirche. Es dürfe nicht aus dem Blick geraten, „dass weder Taufe noch die Weihe uns zu besseren Menschen macht“, so der Geistliche.

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Pakistan: Fanatiker halten ein Land in Geiselhaft

Sindh: Viele Frauen und religiöse Minderheiten haben es noch schwerer in Pakistan, aber leiden müssen 90 Prozent der Bevölkerung. Foto: Gilbert Kolonko
Die Regierung hat nach dem Freispruch von Asia Bibi den Forderungen religiöser Extremisten nachgegeben

Gilbert Kolonko | TELEPOLIS

Bei den Demonstrationen von Islamisten in Pakistan gegen die Freilassung der Christin Asia Bibi waren letzte Woche in Islamabad und einer Handvoll anderer Städte jeweils „nur“ ein paar Tausend Fanatiker auf den Straßen. Doch es waren jeweils ein paar Tausend ganz spezielle Fanatiker, die eine Drohung vor sich her tragen: Das Land mit einem Bombenteppich zu überziehen.

Im November 2017 hatte sich die Armee geweigert, eine Blockade von ein paar Tausend Islamisten aufzulösen. Dazu gab es auch Bilder von Armeeangehörigen, die Geld an die Fanatiker verteilten, die drei Wochen die Hauptstadt des Landes in Geiselhaft gehalten hatten: So blieb der damaligen Sharif Regierung nichts anderes übrig, als die Forderung einer radikalen Minderheit zu erfüllen.

Das Gleiche passierte auch am Samstag: Die Regierung von Imran Khan gab den Forderungen der Extremisten nach. So wurde Asia Bibi untersagt, das Land zu verlassen. Dazu ließ die Regierung eine Revision gegen den Freispruch der Christin zu. Auch wurden alle festgenommenen Randalierer freigelassen. Der Anwalt von Asia Bibi, dessen Mandantin 9 Jahre in Untersuchungshaft saß, hat Pakistan nach Morddrohungen verlassen. Und gegen die Obersten Richter, die Bibi freigesprochen haben, sind unzählige Morddrohungen ausgesprochen worden.

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Nanoroboter steuern durchs Auge

Gewimmel im Auge: Winzige Nanoroboter könnten künftig Wirkstoffe an unsere Netzhaut bringen. © mikcz/ thinkstock
Etwas gruselig, aber nützlich: Forscher haben erstmals Nanoroboter erschaffen, die zerstörungsfrei unser Auge durchqueren können. Die Roboter bewegen sich mit Minipropellern durch den dichten Glaskörper des Auges, ohne dort Schäden zu hinterlassen – und sind dabei von außen über ein Magnetfeld steuerbar. Dadurch könnten solche Nanoroboter künftig Medikamente zur Netzhaut oder in andere schwer zugängliche Gewebe transportieren, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Spritzen, Tabletten und andere gängige Verabreichungsmethoden für Medikamente haben einen gravierenden Nachteil: Sie bringen die Mittel meist nicht direkt an ihren Wirkort im Körper. Stattdessen müssen die Wirkstoffe erst mit dem Blut dorthin gelangen und werden entsprechend verdünnt. Deshalb arbeiten Forscher schon seit längerem an Nanofähren, die Arzneimittel gezielt an ihren Wirkort transportieren können – beispielweise in Form von Nanopartikeln, winzigen Polymer-Robotern oder Nanoröhrchen mit chemischem Düsenantrieb.

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Khashoggi-Mord: Scheinheiligkeit des Westens nicht zu überbieten

Plötzlich empört sich die westliche Welt über Saudi-Arabien wegen der Ermordung des Journalisten Khashoggi. Die Scheinheiligkeit ist nicht zu überbieten: Saudi-Arabien und sein religiös-industrieller Sektor gelten als Wiege des Radikal-Islamismus. Das Land tritt Menschenrechte mit Füßen. Aber wegen lukrativer Waffen- und Ölgeschäfte schaut der Westen weg.

Tassilo Wallentin | krone.at

Der Abschlussbericht über die Terroranschläge vom 11. September steht bis heute unter Verschluss. Denn er soll schwerste Vorwürfe gegen den wichtigsten Verbündeten des Westens im Nahen Osten enthalten: Saudi-Arabien. 15 von 19 Attentätern waren saudische Staatsbürger. Saudi-Arabien soll den “islamistischen Terror auf US-Boden finanziert und systematisch unterstützt haben.“ Das sagte Bob Graham – ehemaliger US-Senator und Leiter des Geheimdienstausschusses. Um die Rolle der USA im Nahen Osten sowie Öl- und Waffenexporte nicht zu gefährden, soll bereits die Bush-Regierung hierüber Stillschweigen angeordnet haben.

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Meuthen lädt Maaßen in die AfD ein

AfD-Chef Meuthen, Bild: AP
Der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen hat den abgelösten Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen zur Mitarbeit in seiner Partei eingeladen.

Von Marina Kormbaki | Kölner Stadt-Anzeiger

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Meuthen: „Ich schätze Herrn Maaßen sehr. Er ist ein Spitzenbeamter, der hohem Arbeitsethos verpflichtet ist und der den Mut hat, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Er würde gut in eine demokratische Rechtsstaatspartei wie die AfD passen. Wenn er ein Interesse daran haben sollte, uns beizutreten, wäre er uns natürlich herzlich willkommen.“

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Schwaetzer: EKD-Synode wird sich Schuld bei Missbrauch stellen

Die evangelische Kirche richtet bei ihrer Tagung in Würzburg den Blick auf wichtige Zukunftsthemen. Der Glaube der Jugend und Digitalisierung stehen auf der Tagesordnung. Zudem blicken die Protestanten auf Fälle sexuellen Missbrauchs in ihren Reihen.

evangelisch.de

Die EKD-Synode beschäftigt sich in diesem Jahr mit Lehren aus sexuellen Missbrauchsfällen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Gut einen Monat nach Vorstellung einer Studie über sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche sagte EKD-Synodenpräses Irmgard Schwaetzer am Montag in Berlin: „Die Synode wird sich ganz sicher der Schuld stellen, die die evangelische Kirche in der Vergangenheit auf sich geladen hat.“ Sie sei sicher, dass kein Zweifel daran gelassen werde, welche Dringlichkeit das Thema habe.

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Aus Protest: Schwedischer Provider blockiert Elsevier

Bild: heise online
Der umstrittene Wissenschaftsverlag Elsevier zwang einen schwedischen Provider, den Zugang zu Sci-Hub zu blockieren. Die Schweden zeigten Haltung.

Von Daniel Berger | heise online

Der schwedische Internet-Provider Bahnhof sperrt aus Protest den Zugang zu Elsevier. Der niederländische Wissenschaftsverlag hatte zuvor von Bahnhof gefordert, den Zugang zu einigen Domains zu blockieren, darunter die von Sci-Hub. Dabei handelt es sich um eine Art Schattenbibliothek, in der wissenschaftliche Aufsätze bereitstehen, die es sonst nur hinter Bezahlschranken gibt – etwa bei Elsevier.

Weil Sci-Hub das Urheberrecht verletze, sollen Bahnhof und sechs andere Provider ihren Kunden den Zugang zur Plattform verwehren, verlangt Elsevier und ging vor Gericht. Das schwedische Patent- und Marktgericht (PMD) gab dem Verlag Recht. Die Gerichtsentscheidung sei „schrecklich“ und richte sich gegen „die Seele des Internets“, erklärte Bahnhof-Chef Jon Karlung gegenüber TorrentFreak.

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Spekulationen um Abkommen Israel-Hamas

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Laut einem Bericht vom Samstag der libanesischen Zeitung «al-Akhbar» sei ein Abkommen zwischen Israel und der den Gazastreifen kontrollierenden Hamas-Bewegung im Entstehen begriffen.

tacheles.ch

Ziel des bis Ende 2018 befristeten Abkommens sei die Reduzierung der Gewalt und der Protestaktionen an der Grenze zum Streifen. Laut den Klauseln des Abkommens drängt Ägypten Israel darauf, 70 Prozent der Reduzierung der Gewalt aufzuheben, und die Fischereizone für die Palästinenser auf 14 nautische Meilen zu erhöhen. Ferner sollen 5000 Bewohner Gazas unter 40 Jahren zur Arbeit nach Israel gelassen werden.

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Seehofer schickt Maaßen in Ruhestand

Bild: tagesschau.de
Es steht fest: Maaßen muss gehen. Innenminister Seehofer kündigte an, den umstrittenen Verfassungsschutzchef in den einstweiligen Ruhestand zu schicken. Nach langem Zögern sei dies nun „unvermeidlich“ gewesen.

tagesschau.de

Der wochenlange Streit um Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat ein Ende: Bundesinnenminister Horst Seehofer teilte in Berlin mit, Maaßen werde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er sei bereits von mit sofortiger Wirkung von seinen Pflichten entbunden worden.

Keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich

Es war die Abschiedsrede Maaßens, die für Seehofer den entscheidenden Ausschlag gegeben habe. Darin habe Maaßen „inakzeptable Formulierungen“ gebraucht, die die Entscheidung für den Ruhestand „unvermeidlich“ gemacht habe, sagte der CSU-Chef weiter.

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