Kommission: Evangelische Kirche muss Missbrauch aufarbeiten

Die evangelische Kirche wird bei ihrer Tagung in Würzburg beraten, was sie zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in ihren Einrichtungen unternehmen will. Die Aufarbeitungskommission in Berlin dringt auf konkrete Schritte.

evangelisch.de

Die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat von der evangelischen Kirche eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen gefordert. Fälle von Missbrauch in einzelnen Institutionen in ihrer Trägerschaft und durch ihre Amtsträger ließen auf strukturelle Ursachen in der Kirche schließen, sagte die Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen am Mittwoch in Berlin. Kurz vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlichte die Kommission eine Stellungnahme mit konkreten Empfehlungen an die evangelische Kirche.

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KI erkennt Alzheimer Jahre im Voraus

© lagereek/ thinkstock Künstliche Intelligenz kann helfen, Frühzeichen für Alzheimer im Gehirn zu erkennen.
Verräterische Vorzeichen: Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, die Alzheimer-Demenz Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome zu erkennen. In einem ersten Pilotversuch haben Forscher einen lernfähigen Algorithmus darauf trainiert, subtile Vorzeichen der Demenzerkrankung in speziellen Hirnscans zu identifizieren. Diese Veränderungen im Hirnstoffwechsel sind für Mediziner oft kaum erkennbar. Das KI-System jedoch erreichte eine Trefferquote von 100 Prozent, wie die Forscher berichten.

scinexx

Es ist eine der großen Stärken künstlicher Intelligenz: Lernfähige Computersysteme sind besonders gut darin, subtile Gemeinsamkeiten in Datensätzen zu erkennen. Durch Training mit umfangreichen Beispieldaten können sie dadurch selbstständig lernen, beispielsweise Darmkrebsvorstufen, Brustkrebs oder Melanome in medizinischen Aufnahmen zu identifizieren. Teilweise liegen die Trefferquoten solcher Maschinenhirne bereits höher als die erfahrener Ärzte.

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Israel: Kommt das Gesetz für die Todesstrafe?

Premier Netanyahu will Todesstrafe fördern.

tachles.ch

Eine Gesetzesvorlage, die es israelischen Militärgerichten erleichtern würde, Terroristen zum Tode zu verurteilen, will Premierminister Netanyahu fördern. In diesem Sinne äusserte er sich diesen Woche in einem Gespräch mit seinen Koalitionspartnern. Sollte die Vorlage zum Gesetz erhoben werden, könnte ein Terrorist zum Tode verurteilt werden, wenn zwei der drei Richter dem zustimmen.

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Potsdam soll neue Synagoge bekommen: Seit Jahren geplant

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam wird 80 Jahre nach den NS-Novemberpogromen eine neue Synagoge bekommen. Das teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Das Land Brandenburg wird den Bau unterstützen.

DOMRADIO.DE

Am Montag teilte die Staatskanzlei mit: Die Landesregierung werde in den kommenden Jahren in der Innenstadt ein zur Nutzung als Synagogen- und Gemeindezentrum geeignetes Gebäude errichten. Die Jüdische Gemeinde Potsdam und die Potsdamer Synagogengemeinde werden das Zentrum nach der Fertigstellung gemeinsam als Israelitischer Kultusgemeindebund Potsdam betreiben, wie es hieß. Die Pläne sollen am Mittwoch vorgestellt werden.

Land unterstützt Bau der Synogoge

Der Bau einer neuen Synagoge in Potsdam wird bereits seit Jahren geplant, die Finanzierung will das Land sichern. Das Bauprojekt wurde jedoch 2011 von der Landesregierung gestoppt, weil sich die verschiedenen jüdischen Gemeinden nicht über die Gestaltung und die Nutzung der Synagoge einigen konnten.

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Etat für die Verteidigung: Das Plus für 2019 wird aufgestockt

Bild: tagesschau.de
Für die Verteidigung soll es 2019 noch einmal 323 Millionen Euro mehr geben. Es gibt aber noch Kritik am Haushaltsentwurf – und das ausgerechnet beim Thema Sparen.

Von Christoph Prössl | tagesschau.de

Im kommenden Jahr wird der Verteidigungshaushalt noch ein wenig größer ausfallen als bislang bekannt. 323 Millionen Euro zusätzlich erhält Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen für den Wehretat 2019. In diesem Jahr betrug das Budget 38,95 Milliarden Euro.

Das Finanzministerium teilte in seiner Haushaltsvorlage vom Juli 2018 dem Verteidigungsministerium für das Jahr 2019 42,9 Milliarden Euro zu. Auch das Entwicklungsministerium bekommt mehr Geld, denn so war es im Koalitionsvertrag vereinbart worden: Erhöhungen zu gleichen Teilen an das Verteidigungs- wie auch das Entwicklungsministerium und an das Auswärtige Amt.

Die Zahlen gehen aus einer Vorlage des Finanzministeriums für den Bundestag hervor, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Am Donnerstag tagt der Haushaltsausschuss, Experten nennen die Runde „Bereinigungssitzung“. Dann werden Einnahmen und Ausgaben in der Feinabstimmung glatt gezogen.

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Erster Weltkrieg: Der erste totale Krieg

14. März 1916: Deutsche Infanteristen verlassen die Schützengräben, um die Höhe Toter Mann(Verdun) zu erstürmen. Bild: wikipedia.org/Hermann Rex – PD
Bis der Erste Weltkrieg im November 1918 mit der Niederlage Deutschlands und Österreich-Ungarns endete, hatte er so viele Opfer gefordert wie nie ein Krieg zuvor: Neun Millionen Soldaten und mehr als sechs Millionen Zivilisten waren getötet worden.

Jonas Krumbein | evangelisch.de

Dieser Ausgang war zu Beginn freilich nicht abzusehen. Ein serbischer Nationalist tötete im Juni 1914 Franz-Ferdinand, den Thronfolger Österreich-Ungarns. Dem Attentat von Sarajevo folgte eine diplomatische Kettenreaktion, die vier Wochen später in den Ersten Weltkrieg mündete: Österreich-Ungarn, das Osmanische und das Deutsche Reich gegen das russische und die beiden westlichen Demokratien Großbritannien und Frankreich.

Zu Weihnachten 1914 sollten die Soldaten wieder zu Hause sein. Doch Heiligabend verbrachten Millionen Soldaten der kriegsführenden Staaten in Schützengräben. Der Vormarsch deutscher Truppen auf Paris war zum Stillstand gekommen, der Stellungskrieg hatte begonnen. In den Kriegsjahren 1915 und 1916 verwandelten ihn die Generäle in einen Abnutzungskrieg; in Verdun und an der Somme starben Millionen.

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USA: Elfjähriger soll seine Großmutter aus „Bockigkeit“ erschossen haben

Themenbild.
Nach der Tat soll er sich selbst getötet haben. Die Geschichte schreckte deswegen auf, weil die Gewalt nicht von außen durch Ausländer geschah, wie im Wahlkamapf propagiert, sondern weil das Böse wieder einmal mitten in der Gesellschaft aufbrach

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es ist eine Nachricht, die sich schnell in allen amerikanischen und internationalen Medien verbreitete. Schließlich ist innerfamiliäre Gewalt höher als die gerade in den USA von Trump – oder in Deutschland von der AfD – beschworene Gewalt durch illegale Einwanderer. Aber das lässt sich politisch im Wahlkampf kaum ausschlachten, ohne potentielle Wähler abzuschrecken.

Aber Medien sehen dennoch offenbar, dass die Meldung Aufmerksamkeit erzeugt – und vermutlich Angst verbreitet. Müssen jetzt Großeltern und Eltern vor ihren Enkeln oder Kindern Angst haben, wenn sie diese zu etwas auffordern, was sie nicht machen wollen? Ist man zu aufdringlich, kommen die Kinder, holen sich die Schusswaffen, die man im Haus hat, um Eindringlinge abzuwehren, und töten. Gleichwohl spiegelt das Ereignis den Gewaltpegel, der im Land herrscht. Überall kann die Gewalt ausbrechen, noch dazu in einer Gesellschaft, die in Schusswaffen schwimmt.

In dem Fall hat eine 65-jährige Großmutter in einem Ort bei Phoenix, Arizona, offenbar ihren Enkel am vergangenen Samstag damit belästigt, dass sie ihn mehrmals aufgefordert hatte aufzuräumen. Das ging dem Jungen offenbar gegen den Strich – die Polizei schreibt, er sei „bockig“ gewesen – , so dass er sich um 17 Uhr eine Schusswaffe, die seinem Großvater gehört und an die er problemlos herankam, nahm und die Großmutter von hinten erschoss, als sie vor dem Fernsehgerät saß. Das klingt weniger nach einer verzweifelten Tat, der Junge scheint nicht die Beherrschung verloren zu haben und ausgerastet zu sein, er holte sich erst einmal die Schusswaffe und exekutierte seine Großmutter cool.

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Astronomen entdecken Uralt-Stern

Astronomen haben in unserer Milchstraße einen 13,5 Milliarden Jahre alten Zwergstern entdeckt (hellblau). © Johns Hopkins University
Stellarer Methusalem: Astronomen haben einen der ältesten Sterne im Kosmos entdeckt. Der 13,5 Milliarden Jahre alte Rote Zwerg entstand vermutlich aus der ersten Sternengeneration nach dem Urknall. Überraschend dabei: Dieser uralte, metallarme Zwergstern liegt in unserer kosmischen Nachbarschaft – in der gleichen Ebene der Milchstraße wie unsere Sonne. Das könnte bedeuten, dass Teile unserer Galaxie weit älter sind als gedacht, wie die Forscher im „Astrophysical Journal“ berichten.

scinexx

Als einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall die ersten Sterne entstanden, beendeten sie nicht nur das „dunkle Zeitalter“, sie schufen auch die ersten schwereren Elemente. Diese sogenannten Population-III-Sterne waren extrem massereich, aber sehr kurzlebig. Und auch die aus ihren Relikten hervorgehenden Sternengenerationen waren gängiger Theorie nach eher kurzlebige Riesen.

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Missbrauch: Zeitungen setzen US-Bischöfe massiv unter Druck

Bild: © picture alliance / ZUMA Press
Aufarbeitung? Mangelhaft. Transparenz? Mangelhaft. Eine gemeinsame Großrecherche von US-Zeitungen stellt den Bischöfen des Landes ein denkbar schlechtes Zeugnis im Umgang mit Missbrauch aus. So reagieren die Erzbischöfe Chaput und O’Malley.

katholisch.de

Die US-Zeitungen „Boston Globe“ und „Philadelphia Inquirer“ erhöhen den Druck auf die katholische Kirche zur Aufklärung ihrer Missbrauchsskandale. In gleichlautenden Leitartikeln (Sonntag Ortszeit) werfen sie den US-Bischöfen vor, eigenes Fehlverhalten nicht ausreichend offenzulegen.

Nach einer gemeinsamen Großrecherche veröffentlichten beide Zeitungen einen fast 6.000 Wörter umfassenden Artikel. Er kommt zu dem Ergebnis, dass seit der Aufdeckung des Skandals 2002 in Boston die katholischen Kirchenoberen ihrem selbst verordneten Transparenz– und Aufklärungsgebot nicht umfassend nachgekommen seien. In dem Recherchebeitrag werden keine neuen Missbrauchsfälle genannt. Er dokumentiert bekannte Fälle und geht dem Umgang noch amtierender und pensionierter Bischöfe damit nach.

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Antibiotika-Resistenzen verursachen jährlich 33 000 Tote in Europa

Bakterien wie das Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind gegen die meisten Antibiotika resistent. (Bild: Kari Lounatmaa, Keystone)
Infektionen durch Antibiotika-resistente Keime gefährden das Gesundheitssystem. Jetzt haben Forscher anhand von Daten eines europäischen Netzwerkes das Ausmass des Problems aufgezeigt.

Neue Zürcher Zeitung

Etwa 33 000 Menschen sterben europaweit jährlich infolge von Antibiotika-Resistenzen. Gegen die Bakterien, mit denen sie infiziert sind, gibt es kein wirksames Antibiotikum mehr. Die Zahl solcher Todesfälle steige seit 2007, zwischen einzelnen Ländern gebe es teils erhebliche Unterschiede, berichtet eine internationale Forschergruppe im Fachblatt «The Lancet Infectious Diseases». Sie beziehen sich auf Daten eines europäischen Netzwerks zur Beobachtung antimikrobieller Resistenzen (EARS-Net).

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Pakistans Regierung steht zu umstrittenen Blasphemie-Gesetzen

Symbol Bild: Reuters
Nach den gewaltsamen Protesten gegen den Freispruch der zum Tode verurteilten Christin Asia Bibi in Pakistan hält die Regierung an den umstrittenen Blasphemie-Gesetzen fest. Der Minister für religiöse Angelegenheiten, Noorul Haq Qadri, sagte, seine Regierung werde die Gesetze in der Volksvertretung, im Oberhaus und anderswo schützen, wie pakistanische Medien am Dienstag berichteten.

evangelisch.de

Nach den Blasphemiegesetzen kann Gotteslästerung und Prophetenbeleidigung mit dem Tod bestraft werden. Das Gesetz stammt ursprünglich aus britischen Kolonialzeiten, wo es dazu diente, abfällige Bemerkungen gegen das Christentum zu ahnden. Nach der Unabhängigkeit der islamischen Republik Pakistan 1947 erhielten die Paragrafen jedoch eine neuen Stellenwert und finden nun besonders häufig gegen religiöse Minderheiten wie Christen und Schiiten Anwendung.

Die Situation in Pakistan ist weiter angespannt, seitdem das Oberste Gericht am Mittwoch das Blasphemie-Todesurteil gegen die etwa 50 Jahre alte Bibi aufgehoben hat.

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Lebensstil schlägt Genetik beim Schlaganfallrisiko

Schlaganfall im Modell: Bei Männern wirkten sich sowohl Gene als auch Lebensstilfaktoren stärker auf die Schlaganfallinzidenz aus als bei Frauen. © t.light / Getty Images / iStock
Die falschen Gene steigern das Schlaganfallrisiko um ein Drittel, der falsche Lebensstil hingegen um zwei Drittel. Beides wirkt unabhängig voneinander – wer gesund lebt, kann also genetische Nachteile etwas kompensieren.

Von Thomas Müller | ÄrzteZeitung

Wie bei den meisten Krankheiten wird auch beim Schlaganfall das Risiko durch ein Zusammenwirken von Genen und Umwelt bestimmt. Welchen Anteil Gene und Umwelt jeweils haben, ist aber unklar, ebenso, wie solche Faktoren interagieren. Da Schlaganfälle in der Bevölkerung für ein hohes Maß an Beeinträchtigungen sorgen, wäre es wichtig zu wissen, ob eine Lebensstiländerung auch solchen Personen nützt, die die falschen Gene mitbekommen haben, oder nur bei denjenigen ohne größere genetische Risiken.

Glaubt man den Daten eines deutsch-britischen Forscherteams, senkt ein gesunder Lebensstil das Schlaganfallrisiko unabhängig vom genetischen Risiko (BMJ 2018; 363: k4168). Von einer gesunden Ernährung und viel Bewegung scheinen also alle Menschen in ähnlichem Ausmaß zu profitieren – zumindest solche mit europäischen Vorfahren, denn nur für die konnten die Wissenschaftler um Dr. Loes Rutten-Jacobs vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn das genetische Risiko bestimmen.

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Spanien: Regierung droht mit Schließung von Kathedrale

Francisco Franco, 1892-1975 (Bild: public domain)

Wo darf ein Diktator beerdigt sein? Diese Frage beschäftigt die spanische Politik nicht erst seit den letzten Monaten. Nun will die sozialistische Regierung ein Gesetz ändern – das hätte Folgen für die Kathedrale von Madrid.

katholisch.de

Der Streit um die Umbettung der Überreste des spanischen Diktators Francisco Franco (1892-1975) geht weiter: Die sozialistische Regierung hat mit der Schließung der Almudena-Kathedrale in Madrid gedroht, sollte Franco in der dortigen Krypta bestattet werden. Eine Gesetzesreform soll verbieten, dass die Leiche Francos an einem der Öffentlichkeit frei zugänglichen Ort beerdigt werden darf, berichtete die Zeitung „El País“ am Dienstag unter Berufung auf Quellen der regierenden sozialdemokratischen Partei (PSOE) berichtete. Die Verantwortlichen von öffentlichen Plätzen und Anlagen müssten demnach künftig mit Sanktionen rechnen, wenn es dort zur Verherrlichung des Franco-Regimes kommen sollte.

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