30 Prozent aller Nonnen werden missbraucht

Heute findet Doris Wagner Rom schön. Vor zehn Jahren wurde die Stadt für sie zur Hölle. Bild: filmcoopi
Die 34-jährige Philosophin und Theologin spricht mit uns über ihr tragisches Leben hinter Klostermauern. Und darüber, wieso sie jetzt im Schweizer Dokfilm «#Female Pleasure» mitmacht.

Simone Meier | watson.ch

Wenn ich mir Männer und Frauen in der Bibel anschaue, läuft es immer auf diese ganz einfache Ordnung hinaus: Der Mann kann herrschen, aber er kann sich nicht beherrschen. Jedenfalls nicht, wenn er sich einer Frau gegenübersieht. Die ist automatisch eine Versuchung.

In der Bibel, auch der christlichen Tradition, ist so viel drin, was auch toll ist. So viele Sachen, die wertvoll sind, die schön sind, die mich durchs Leben tragen, die Freude machen. Das Problem ist, dass das immer alte Männer waren, die bestimmten, wie diese Texte gelesen werden sollen und wie das rezipiert werden muss. Die Bibel selbst ist gar nicht so schrecklich und es gibt viele befreiende Geschichten.

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Galaxienkerne im Todestanz

Diese Aufnahme zeigt zwei sich eng umkreisende Schwarze Löcher im Zentrum der Galaxie NGC 6240.© NASA, ESA, W. M. Keck Observatory, Pan-STARRS and M. Koss (Eureka Scientific, Inc.)
Tanz der Giganten: Überraschend viele Galaxien haben gleich zwei supermassereiche Schwarze Löcher in ihrem Zentrum – Schwerkraftgiganten kurz vor der Verschmelzung. Das haben Astronomen bei einer Durchmusterung von fast 500 Galaxien entdeckt. In 17 Prozent der aktiven Galaxien fanden sie Paare von sich umkreisenden Schwarzen Löchern – deutlich mehr als erwartet, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Ihre Beobachtungen bestätigen zudem, dass diese Giganten kurz vor der Kollision noch einmal rasant wachsen.

scinexx

Unsere Milchstraße hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Denn sie ist schon mehrfach mit anderen Galaxien kollidiert – besonders heftig vor rund zehn Milliarden Jahren. Auch bei anderen Galaxien sind solche Karambolagen keine Seltenheit. Was dabei mit den zentralen Schwarzen Löchern dieser Galaxien passiert, ist bisher aber nur in Teilen geklärt. So könnte die Milchstraße in ihrem Halo noch „Geschwister“ ihres supermassereichen Schwarzen Lochs besitzen – Überbleibseln vergangener Kollisionen mit Zwerggalaxien.

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Wissenschaft in den Medien

In den Medien kommen immer die gleichen Forschenden zu Wort. Die Wissenschaften tragen daran eine Mitschuld, doch auch Journalisten stehen in der Verantwortung und müssen ihren Umgang mit Forschenden überdenken.

Servan Grüninger | Neue Zürcher Zeitung

Man könnte meinen, die Schweizer Wissenschaften bestünden nur aus einer Handvoll von Forschenden. Zumindest erhält man diesen Eindruck, wenn man ihre Präsenz in den Schweizer Medien betrachtet. Wie eine noch unveröffentlichte Untersuchung des Kommunikationswissenschafters Mike Schäfer zeigt, bestreitet eine kleine Minderheit von Forschenden ungefähr die Hälfte aller medialen Statements – die restlichen Wissenschafter werden öffentlich kaum wahrgenommen. In seinem Artikel «Immer dieselben Wissenschafter am Mikrofon» beschreibt Stephan Russ-Mohl verschiedene Gründe dafür. Er erwähnt die fehlenden Anreize für Öffentlichkeitsarbeit ebenso wie die Gefahr von Shitstorms und die oft mangelhafte Fähigkeit von Forschenden, allgemeinverständlich zu schreiben und zu reden. Auf die Rolle der Medien geht er jedoch kaum ein. Dabei sind diese gleich aus drei Gründen mitverantwortlich für die mangelnde Diversität von Forschenden in der medialen Öffentlichkeit. Denn der Spardruck, die Tendenz zur Zuspitzung und die immergleichen Erzählmuster in den Medien verhindern, dass die ganze Vielfalt der Wissenschaften zur Geltung kommt.

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Diplomatische Immunität: Ladaria folgt Vorladung nach Frankreich nicht

Luis Francisco Ladaria Ferrer, Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 4.0 – José Santamaria Cruz

Der Präfekt der Glaubenskongregation soll als Zeuge vor einem französischen Gericht aussagen. Der Vatikan beruft sich auf diplomatische Immunität und lehnt eine Aussage Ladarias ab.

kath.net

Der Vatikan hat unter Berufung auf die diplomatische Immunität die Vorladung von Luis Kardinal Ladara, des Präfekten der Glaubenskongregation, vor ein französisches Gericht abgelehnt. Dies berichtet der britische Catholic Herald.

Der Heilige Stuhl hat das französische Außenministerium bereits im September darüber informiert, dass er die Vorladung vor ein Gericht in Lyon nicht an Kardinal Ladaria weiterleiten werde.

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Kohlekommission: Noch keine Einigung auf das Ausstiegsdatum

Tagebau Welzow-Süd. Bild: Friedhelm Dröge/CC BY-SA-4.0
Die Energie- und Klimawochenschau: Der Arbeitsmarkt in den Kohlerevieren, Defizite bei der Gebäudedämmung und statische Wetterlagen

Jutta Blume | TELEPOLIS

Während im Rahmen des Protestcamps von Ende Gelände im Rheinischen Revier tausende Klimaaktivisten u.a. die Hambachbahn blockierten, hat die Kohlekommission in derselben Woche einen ersten Zwischenbericht vorgelegt. Dieser beschäftigt sich in erster Linie mit Maßnahmen zur Strukturentwicklung und wird so ihrem offiziellen Namen „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ gerecht.

Was in dem Papier bislang fehlt, sind das Abschlussdatum für die Kohleverstromung sowie Maßnahmen um die Klimaschutzlücke bis zum Jahr 2020 sowie das deutsche Klimaziel bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Diese Kapitel sind bislang nur als Überschriften angelegt. In Bezug auf den Strukturwandel werden verschiedene Infrastrukurprojekte gefordert, etwa neue Straßen- und Schienenverbindungen sowie der Ausbau der digitalen Infrastruktur. Betriebsbedingte Kündigungen im Zuge des Kohleausstiegs sollen vermieden werden und stattdessen hochwertige und zukunftssichere Arbeitsplätze geschaffen werden. Hierfür werden u.a. Qualifizierungsprogramme vorgeschlagen.

Betont wird, dass die 20.000 direkt Beschäftigten über ein hohes Qualifikationsniveau verfügten und für ihre Tätigkeit eine überdurchschnittliche Entlohnung erhielten. Die Gewerkschaften befürchten daher wohl, dass mit der Kohlewirtschaft auch Tarifverträge und der Grad gewerkschaftlicher Organisierung erodieren könnten.

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Kirche: Die Macht der Gläubigen

Themenbild. Bild: bb
Der Theologe Norbert Lüdecke rechnet mit dem „System Kirche“ ab und spielt den Gedanken massenhafter Austritte durch.

Von Joachim Frank | Frankfurter Rundschau

Empört euch!, lautete vor ein paar Jahren der Titel eines vieldiskutierten Essays. Wie von selbst hat sich erneut Empörung eingestellt, als die Deutsche Bischofskonferenz Ende September ihre Studie zum sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Kleriker veröffentlichte. Doch die emotionale Reaktion innerhalb und außerhalb der Kirche tendiert dazu, nach kurzer Aufwallung schnell wieder abzuflauen und nicht viel mehr als schales Missbehagen zu hinterlassen.

Dagegen ist jetzt der Bonner Kirchenrechtsprofessor Norbert Lüdecke mit dem bisher vielleicht schärfsten Angriff auf Problemverdrängung und Reformverweigerung des „Systems Kirche“ angetreten. „Die katholische Kirche ist Spezialistin in Sachen Beruhigung durch beharrliche Verharmlosung, Vernebelung und erschöpfendes Aussitzen“, warnte Lüdecke in der vorigen Woche auf der Tagung einer Initiative von Missbrauchsopfern im Bistum Trier.

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Lüdeckes Beitrag ist nachzulesen auf: www.theosalon.blogspot.com

Vertuschung auch in evangelischer Kirche

Bild: tagesschau.de
Kurz vor der EKD-Synode prangert eine unabhängige Kommission jahrelanges Vertuschen und Verschweigen bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche an. Die evangelische Kirche müsse Verantwortung übernehmen.

tagesschau.de

Täter wurden offenbar geschützt, Verantwortliche schwiegen und vertuschten: Eine unabhängige Komission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mahnt mehrere Vergehen an. Die Fälle von Missbrauch in einzelnen Institutionen und durch ihre Amtsträger ließen auf „strukturelle Ursachen in der Kirche schließen“, erklärte die Kommisionsvorsitzende Sabine Andresen im Vorfeld der bevorstehenden zwölften EKD-Synode.

Die evangelische Kirche sollte „Verantwortung für eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in ihren Einrichtungen übernehmen“.

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EKD: „Wir haben Schuld auf uns geladen“

Beim Thema sexueller Kindesmissbrauch richteten sich die Augen bislang vor allem auf die katholische Kirche. Auch die evangelische Kirche müsse sich aber noch intensiver mit dem Thema befassen, sagt die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs. „Wir haben Schuld auf uns geladen“, betont die Theologin.

Corinna Buschow, Bettina Markmeyer | evangelisch.de

Bischöfin Fehrs, Ende September hat die katholische Deutsche Bischofskonferenz die von ihr in Auftrag gegebene Studie zu sexuellem Missbrauch durch Geistliche veröffentlicht. Wann legt die evangelische Kirche nach?

Kirsten Fehrs: Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch hat mehrere Aspekte. Es ist zu unterscheiden zwischen institutioneller und individueller Aufarbeitung. In dem von der katholischen Kirche beauftragten Bericht ging es um eine institutionelle Aufarbeitung. Im Blick auf die dezentrale Struktur der Landeskirchen finden solche Aufarbeitungsprozesse in der evangelischen Kirche regional statt. Zumeist, wie etwa in der Nordkirche, durch externe Teams, zusammengestellt aus Juristen, Soziologen und Traumatherapeuten. Darüber hinaus gibt es für die individuelle Aufarbeitung in zehn Landeskirchen unabhängige Kommissionen. Dort, und das finde ich wichtig, wird durch das Gespräch mit Betroffenen deutlich, welch furchtbare Verletzungen Missbrauch verursacht hat und wo die evangelische Kirche versagt hat, Schutz zu gewähren. Das ist eine institutionelle Verantwortung, die wir als evangelische Kirche tragen und der wir uns stellen.

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New Supercomputer with 1 Million Processors Is World’s Fastest Brain-Mimicking Machine

Researchers recently activated a computer capable of simulating brain activity more accurately than any other computer in the world can. Credit: Shutterstock
Scientists just activated the world’s biggest „brain“: a supercomputer with a million processing cores and 1,200 interconnected circuit boards that together operate like a human brain.

By Mindy Weisberger | SPACE.com

Ten years in the making, it is the world’s largest neuromorphic computer — a type of computer that mimics the firing of neurons — scientists announced on Nov. 2.

Dubbed Spiking Neural Network Architecture, or SpiNNaker, the computer powerhouse is located at the University of Manchester in the United Kingdom, and it „rethinks the way conventional computers work,“ project member Steve Furber, a professor of computer engineering at the University of Manchester, said in a statement. [Science Fact or Fiction? The Plausibility of 10 Sci-Fi Concepts]

But SpiNNaker doesn’t just „think“ like a brain. It creates models of the neurons in human brains, and it simulates more neurons in real time than any other computer on Earth, according to the statement.

„Its primary task is to support partial brain models: ­for example, models of cortex, of basal ganglia, or multiple regions ­expressed typically as networks of spiking [or firing] neurons,“ Furber told Live Science in an email.

Since April 2016, SpiNNaker has been simulating neuron activity using 500,000 core processors, but the upgraded machine has twice that capacity, Furber explained. With the support of the European Union’s Human Brain Project — an effort to construct a virtual human brain — SpiNNaker will continue to enable scientists to create detailed brain models. But now it has the capacity to perform 200 quadrillion actions simultaneously, university representatives reported in the statement.

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Größtes männliches Vorbild: Jesus nur auf Platz zwei

democraticunderground.com

Sehen die Deutschen Jesus noch als Vorbild? Geht es nach einer aktuellen Umfrage, lautet die Antwort: ja. Doch für Platz eins hat es leider nicht gereicht. Den belegt ein anderer „Heilsbringer“.

katholisch.de

Der Sohn Gottes spielt im öffentlichen Bewusstsein offenbar doch noch eine Rolle: Jesus Christus liegt auf Platz zwei der größten männlichen Vorbilder der Deutschen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Mafo.de“, die im Auftrag des Männermagazins „Playboy“ durchgeführt wurde. Demnach würden ihn 11 Prozent der Frauen und 14,1 Prozent der Männer ihren eigenen Söhnen als Vorbild empfehlen. Für die Umfrage wurden 1.066 repräsentativ ausgewählte Frauen und Männer aus Deutschland herangezogen. Zur Auswahl standen 36 bekannte Männer.

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Diesel: Kein Vorteil fürs Klima

Europa erlebte von 1995 bis 2015 einen Diesel-Boom – dank staatlicher Förderung der vermeintlich klimaschonenderen Antriebe. Doch was hat es gebracht? © alexandragl/ thinkstock
Von wegen klimafreundlicher: Dieselautos sorgen nicht nur wegen ihres zu hohen Stickoxid-Ausstoßes für Ärger – auch beim Kohlendioxid halten die Diesel nicht, was sie versprechen. Denn wie eine Studie jetzt enthüllt, ist der CO2-Ausstoß neuer Dieselautos schon seit 2001 nicht mehr niedriger als bei Benzinern. Insgesamt hat der europäische Diesel-Boom für das Klima kaum etwas gebracht, wie die Forscher berichten. Umweltpolitisch gebe es daher keinen Grund, den Diesel weiterhin steuer- und abgabenrechtlich zu bevorteilen.

scinexx

In Zeiten des Diesel-Skandals ist es kaum mehr vorstellbar, aber Dieselfahrzeuge galten eigentlich mal als die sauberere und klimafreundlichere Alternative zum Benziner. Weil die Dieselmotoren weniger CO2 produzierten, wurden Selbstzünder als unverzichtbare Technik zum CO2-Sparen beworben und gefördert. Bis heute ist Dieselkraftstoff mit einer niedrigeren Steuer belegt. Auch wegen dieses Kostenvorteils ist etwa ab 1995 die Zahl der neuzugelassenen Dieselautos in der EU stark angestiegen – ihr Anteil stieg von nur rund elf Prozent bis auf mehr als 40 Prozent.

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Salafisten nutzen Mangel islamischer Gefängnis-Seelsorger – Verfassungsschutz alarmiert

Themenbil. Salafisten in Deutschland (Bild: DW)
Sie wurde 2015 gegründet: Die salafistische Vereinigung „Al Asraa – Die Gefangenen“. Sie betreut Häftlinge in Gefängnissen von NRW. Der Verfassungsschutz ist alarmiert, denn er sieht „ein nicht unerhebliches Mobilisierungspotenzial“ in der Szene.

DOMRADIO.DE

Nach dem Rückzug des umstrittenen deutsch-türkischen Moscheeverbandes Ditib aus der Gefängnis-Seelsorge in Nordrhein-Westfalen versuchen offenbar organisierte Salafisten in diese Lücke zu stoßen. Nach Beobachtungen des NRW-Verfassungsschutzes hat sich die 2015 gegründete salafistische Vereinigung „Al Asraa – Die Gefangenen“ auf die Betreuung von inhaftierten Personen und deren Angehörigen spezialisiert.

Ein „zentrales Aufgabenfeld“ sei die persönliche Betreuung von Haftbesuchen in den Justizvollzugsanstalten (JVA), heißt es in einem Dossier der Sicherheitsdienste. Zudem würden Inhaftierte und ihr familiäres Umfeld „durch seelische und finanzielle Zuwendungen“ unterstützt. Dies geschehe durch das Versenden handgeschriebener Briefe, ideologisch gefärbter Bücher oder selbstgemalter Bilder, die teils von Kindern stammten.

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Steven Pinker and Michael Shermer in Conversation

Image: eSkeptic
Thanks to Pangburn Philosophy and Travis Pangburn Harvard University psychologist Dr. Steven Pinker and Skeptic publisher Dr. Michael Shermer had an enlightening conversation for a full house at the L’Olympia theater in Montreal, where Pinker grew up.

eSkeptic

Pinker and Shermer discussed morality and science, morality and politics, good and evil, moral progress in an era of Populism and Nationalism, the negativity bias and how to put into perspective all the bad news reported daily by the media, and how to find meaning and purpose in a humanistic nontheist worldview.

Dr. Steven Pinker is a Johnstone Family Professor in the Department of Psychology at Harvard University where he conducts research on language and cognition. He writes for publications such as the New York Times, Time and The Atlantic, and is the author of ten books, including The Language Instinct, How the Mind Works, The Blank Slate, The Stuff of Thought, The Better Angels of Our Nature, and most recently, Enlightenment Now: The Case for Reason, Science, Humanism, and Progress.

Dr. Michael Shermer is the Publisher of Skeptic magazine, a monthly columnist for Scientific American, and a Presidential Fellow at Chapman University where he teaches Skepticism 101. He is the author of Why People Believe Weird Things, Why Darwin Matters, The Science of Good and Evil, and The Moral Arc. His new book is Heavens on Earth: The Scientific Search for the Afterlife, Immortality & Utopia.

This conversation took place on September 16th, 2018 at the Olympia Theatre in Montréal, Canada.

 

Italien vor Geldregen: Vatikan muss Steuern nachzahlen

Die katholische Kirche verdient nicht nur durch die Kirchensteuer. Sie besitzt in Italien mehrere Tausend Immobilien. (Foto: imago/Pacific Press Agency)
Der Vatikan genießt in Italien gewisse Steuererleichterungen, sofern seine Immobilien nicht gewerblich genutzt werden. Kirchliche Hostels oder Schulen verstoßen laut EuGH dagegen. Der italienische Staat muss die jahrelang nicht gezahlten Steuern einfordern.

ntv

Italien muss vom Vatikan nicht gezahlte Steuern vergangener Jahre zurückfordern. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden und damit eine frühere Entscheidung der EU-Kommission aufgehoben. Diese hatte 2012 erklärt, eine Steuererleichterung zugunsten vatikanischen Eigentums sei zwar illegal, dem Vatikan jedoch die Rückzahlung erspart. Da sowohl das italienische Grundbuch als auch die Steuerdatenbank unvollständig gewesen seien, wäre es „absolut unmöglich“ gewesen, die dem Land zustehenden Summen zu berechnen, hieß es zur Begründung.

Der EuGH stellte nun fest, dass die EU-Kommission die Möglichkeit einer zumindest teilweisen Rückforderung hätte prüfen sollen. Der Vatikan ist nach dem Urteil nicht mehr von der Rückzahlungspflicht befreit, allerdings ist die Höhe der unbezahlten Steuerrechnung weiterhin unklar.

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