Walter Strauss erlebte die Reichspogromnacht – und sagt heute: «Ich glaube nicht, dass die Menschen aus der Geschichte lernen. Der Weg von der Zivilisation zur Barbarei ist kurz.»


Walter Strauss erinnert sich: «Es herrschte eine geradezu fröhliche Stimmung im Volk.» (Bild: Annick Ramp / NZZ)

Im November 1938 brennen in Deutschland die Synagogen. Walter Strauss wird zum Zeugen des Nazi-Terrors. Erst über Umwege gelingt ihm die Flucht in die schweizerische Heimat seiner Mutter.

Marc Tribelhorn, Simon Hehli |Neue Zürcher Zeitung

Walter Strauss schreckt aus dem Schlaf. Gejohle auf der Strasse, klirrendes Glas. Es ist die Nacht auf den 10. November 1938. Der 16-jährige Jude mit Schweizer Wurzeln tastet sich ans Fenster der Wohnung am Berliner Kurfürstendamm und sieht Bilder, die ihn nie mehr loslassen werden: SA-Männer in ihren Reiterstiefeln treten die Scheiben im Parterre des Hauses ein, wo sich ein jüdisches Geschäft für Damenwäsche befindet. Dann schlagen sie mit Eisenstangen alles kurz und klein. Ein Mob aus Nazis, Mitläufern und Gaffern aus der Nachbarschaft plündert, klatscht und skandiert antisemitische Parolen. Dann ruft einer: «Die Synagoge brennt!»

weiterlesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.