Islamischer Extremismus in der Schweiz


Symbolbild, welches nicht in der Schweiz aufgenommen wurde. Bild: RDF
Einer neupublizierte Studie von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) zum Thema Extremismus in der Schweiz hat ergeben, dass knapp die Hälfte der befragten muslimischen Jugendlichen eine abwertende Haltung gegenüber westlichen Gesellschaften hat.

Interview mit Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

26.1% der Befragten finden beispielsweise, dass die Frauen in der Schweiz viel zu viele Freiheiten hätten. 29.1% der Befragten gaben an, dass sie die Lebensweise der Menschen in der westlichen Welt, etwa die Kleidung, abstoßend finden würden. Circa ein Viertel der befragten 670 jungen Muslimen haben sogar angegeben, dass sie sich die Scharia auch in der Schweiz wünschen.

Ich wurde heute von einer Journalistin kontaktiert, die mir im Zusammenhang mit dieser Studie einige Fragen gestellt hat. Ich habe diese relativ umfassend beantwortet, weshalb meine Ausführungen im fraglichen Medium nicht vollständig wiedergegeben werden können. Darüber hinaus sollen auch andere Experten zu Wort kommen. Da meine Antworten in der etwas umfassenderen Form vom allgemeinen Interesse sein könnten, habe ich diese nachfolgend wiedergegeben:

Sie kennen bzw. zeigen die Folgen der Scharia auf. Was denken Sie, wieso haben jugendliche Muslime diese Anti-Haltung gegenüber der westlichen Gesellschaft und ihren Werten?

Zunächst möchte ich definieren, was Scharia überhaupt ist, weil die meisten Menschen hier in Europa eine falsche respektive ungenügende Vorstellung davon haben, was dieser Begriff bedeutet. Scharia (häufig mit „Weg zur Quelle“ übersetzt) ist die Gesamtheit der islamischen Rechts- und Verhaltensnormen (inklusive Methode der Rechtsfindung), die sehr umfassend sind. Die Scharia übertrifft das, was wir uns üblicherweise unter dem Begriff Recht vorstellen, bei weitem. So sagt die Scharia beispielsweise auch, dass ein Gläubiger sich die Zähne putzen sollte. Sie gibt dem Muslim die Gebetsrichtung vor. Sie sagt, dass er eine Pilgerfahrt durchführen sollte und sie gibt die Regeln bei einer Scheidung vor. Scharia ist also Recht im weitesten Sinne.

Die Scharia ist aber kein Buch. Vielmehr existieren verschiedene Quellen der Scharia. Die Hauptquelle der Scharia ist der Koran, das über den Erzengel Gabriel und mittels den Propheten Mohammed gegenüber den Menschen offenbarte Wort Gottes. Darüber hinaus sind insbesondere die sog. Hadithe eine Quelle der Scharia. Insbesondere dort sind Befehle, Gebote und Verhaltensweisen des Propheten zu finden und darüber hinaus der Offenbarungszusammenhang der koranischen Suren, damit diese interpretiert werden können. Die Hadithe sind rund 200 Jahre nach dem Koran schriftlich verfasst und kanonisiert worden. Zuvor seien sie mündlich übertragen worden, so die Angabe der islamischen Tradition. Wenn ein gläubiger Muslim oder Muslimin den Regeln der Scharia folgt, namentlich die Gebote und Verbote des Koran einhält und das angeblich vorbildliche Verhalten des Propheten kopiert und auch dessen Befehlen folgt, die insbesondere in diesen Hadithen niedergelegt sind, führt er oder sie damit ein gottgefälliges Leben. Genau darum geht es in der Scharia. Sie beantwortet den Muslimen, wie sie ein gottgefälliges Leben führen können. Scharia ist also bei weitem nicht bloss das islamische Zivilrecht oder das Strafrecht mit den barbarischen Körperstrafen.

weiterlesen