Auf neue Super-Antibiotika zu warten, ist tödlicher Leichtsinn


Gegen Bakterien wie das Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) wirken die meisten Antibiotika nicht mehr. (Bild: Kari Lounatmaa / Keystone)
Weniger Antibiotika in der Tierhaltung, gnadenlose Hygiene in Spitälern: Ja, es ist immer dieselbe Leier, was im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen zu tun ist. Aber alles andere hilft nichts, und die Lage ist ernst.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Alle Jahre, ja eigentlich alle Monate wieder hören und lesen wir es: Resistenzen gegen Antibiotika sind auf dem Vormarsch. Unwillkürlich fürchtet man, bei der nächsten bakteriellen Lungenentzündung oder Harnwegsinfektion nicht mehr mit wirksamen Gegenmitteln behandelt werden zu können. Aber ehrlich gesagt tritt auch ein Gewöhnungseffekt ein. Ah ja, Tausende von Infektionen und Toten in Europa wegen antibiotikaresistenter Keime. Weiss man doch! Doch es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Zahlen zu werfen, die diese Woche für die Schweiz sowie für Europa veröffentlicht worden sind.

Erstmals wurden für die Schweiz belastbare Zahlen und nicht nur Schätzungen präsentiert. Laut dem Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen starben 2015 an Infektionen durch antibiotikaresistente Bakterien 276 Menschen.

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