Katholische Kirche: „Tagsüber homophob, nachts homophil“


Was passiert im Vatikan? Nuzzi will es ans Licht bringen. Foto: rtr
Die „Schwulenlobby“, Missbrauch, Korruption: Seit Jahren ist Gianluigi Nuzzi Skandalen der katholischen Kirche auf der Spur. Auch der Knochenfund im Vatikan beschäftigt den Journalisten.

Von Joachim Frank | Frankfurter Rundschau

Signor Nuzzi, der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, aber auch Sie sprechen davon, im Vatikan herrsche Krieg. Was wollen Sie damit sagen?
Bei seinem Amtsantritt 2013 wollte Papst Franziskus der Korruption und den heimlichen Machtzirkeln im Vatikan ein Ende setzen. Mit seinem Versuch einer Kurienreform hat der Papst sich Feinde gemacht, die ihm mit allem erdenklichen Widerstand begegnen.

Wer sind diese Feinde?
Es sind vor allem die Männer der „alten“ Kurie mit einem erheblichen Anteil an Italienern, bis hinein ins Kardinalskollegium. 2013 schien diese italienische Fraktion im Vatikan geschlagen zu sein. Die Wahl von Papst Franziskus war eine Kampfansage der Kardinäle aus aller Welt gegen jene, die im Zentrum der Kirche ihre Interessen – persönliche Macht, Geld und Sex – verfolgen. Franziskus will eine „Kirche der Armen“. Diese Herrschaften aber wollen ihre eigene, reiche Kirche in der sie auf großem Fuß leben können: in luxuriösen Palazzi und mit einer sexuellen Praxis, die himmelweit entfernt ist von allem, was die Kirche vorschreibt.

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