Südamerika: Steinzeitliche Überraschungen


Ausgrabungen in der Höhle Lapa do Santo in Brasilien – hier wurden mehrere Skelette aus der Zeit vor rund 10.000 Jahren gefunden. © André Strauss
Verworrene Wurzeln: Die Frühgeschichte Südamerikas ist komplexer als bisher angenommen. Denn nach der ersten Besiedlung folgten mindestens zwei weitere, zuvor unbekannte Einwanderungswellen, wie DNA-Analysen enthüllen. Überraschend auch: Der genetische Einfluss der nordamerikanischen Clovis-Kultur reichte entgegen bisherigen Annahmen bis weit nach Südamerika hinein, wie Forscher in gleich zwei Fachartikeln in „Science“ und „Cell“ berichten. Sie liefern auch Neues über die Herkunft der rätselhaften „Paläoamerikaner“.

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Die Besiedlung des amerikanischen Kontinents wirft bis heute Fragen auf. Klar scheint, dass die ersten Menschen vor 20.000 bis 15.000 Jahren aus Asien über die Beringstraße ins arktische Nordamerika kamen. Doch ob diese Einwanderung einmalig oder in mehreren Wellen geschah und auf welcher Route diese ersten Indianer weiter nach Süden zogen, ist umstritten. Rätselhaft ist auch, warum einige prähistorische Tote eher europäisch aussehen, andere dagegen eher Südseebewohnern oder Aborigines ähneln. Schon in der Frühgeschichte Nordamerikas klaffen große Wissenslücken, doch die Entwicklung im Süden des Kontinents lag bisher fast völlig im Dunkeln.

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