Betroffene kritisiert Missbrauchs-Aufarbeitung in der EKD: „Es geht nicht, nur über Betroffene zu reden“


Bild: WAZ

Die evanglische Kirche steht bei der Missbrauchs-Aufarbeitung noch ganz am Anfang. Das sagt Kerstin Claus, Betroffene sexuellen Missbrauchs durch einen evangelischen Pfarrer, der sogar noch im Amt ist. Sie fordert mehr als Absichtserklärungen.

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DOMRADIO.DE: Sie sind als junges Mädchen über längere Zeit von einem evangelischen Pfarrer missbraucht worden, haben das Jahre später angezeigt und auf Granit gebissen. Der Mann ist noch immer im Amt. Das ist kaum zu glauben, wenn man das so hört?

Kerstin Claus (Missbrauchsopfer und Mitglied im Betroffenenrat beim Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs): Ja, das stimmt. Es fällt immer wieder schwer. Ähnlich wie das in Teilen der katholischen Kirche berichtet wurde, habe ich erlebt, wie eine Kirche massiv Täter-schützend vorgeht. Damals hat der Pfarrer seine Tat gestanden, Beweise waren vorhanden und trotzdem waren die Konsequenzen der Kirche für ihn eine Auflage für eine gemeinnützige Spende und eine Entschuldigung bei mir. Für mich schockierend war auch, dass der Pfarrer kurz darauf sogar befördert werden konnte.

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