Durchkitzeln auf dem Schoß des Pastors


Das evangelische Kirchenparlament will Missbrauch innerhalb der EKD mit einem Elf-Punkte-Plan aufklären Quelle: pa/imageBROKER/Ulrich Niehoff
Die Evangelische Kirche will eine lückenlose Aufklärung der sexualisierten Gewalt in ihren Einrichtungen. Eine Bischöfin erinnert an den größten Missbrauchsskandal und mahnt: „Eine Kirche, die solcher Gewalt nicht wehrt, ist keine Kirche mehr.“

Von Claudia Becker | DIE WELT

Die Bischöfin fand klare Worte. Von „wiederholt erfahrener Ignoranz“ sprach sie, von „mangelnder Empathie“, von „Verrat von Vertrauen und Gefühlen“. Die Worte, die Kirsten Fehrs auf der in Würzburg tagenden Synode für die Schuld gegenüber jenen fand, die in der Kirche zu Opfern sexualisierter Gewalt geworden sind, waren ein unverblümtes Bekenntnis. In dieser Deutlichkeit war es längst überfällig.

Dass es auch in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die keinen Zölibat kennt und so weitgehend befreit war vom Verdacht, ein Hort sexueller Verklemmungen zu sein, Missbrauch stattfand, war lange nicht im allgemeinen Bewusstsein. Doch als sich 2010 im Zuge der Enthüllung der Skandale in katholischen Einrichtungen die ersten Opfer evangelischer Geistlicher zu Wort meldeten, kam ein Fall nach dem anderen ans Licht.

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