Netanyahus Verteidigungsminister tritt zurück und fordert Neuwahlen


Avigdor Lieberman wirft seinem Regierungschef eine «Kapitulation vor dem Terror» vor. (Bild: Atef Safadi / EPA)
Avigdor Lieberman war stets für eine harte Linie gegenüber der Hamas eingetreten. Nun kritisiert er Netanyahu dafür, vor dem Terror kapituliert zu haben. Der Ministerpräsident will sich verteidigen.

Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Spät kam er, früh geht er. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, der der Koalition von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erst ein gutes Jahr nach der Wahl von 2015 beigetreten war, verlässt sie vorzeitig. Der in der Sowjetunion geborene Politiker gab am Mittwoch bekannt, er und alle Mitglieder seiner Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) träten aus der Regierungskoalition aus. Netanyahu habe «vor dem Terror kapituliert», diese Politik wolle er nicht länger mittragen. Gleichzeitig regte Lieberman an, so schnell wie möglich Wahlen abzuhalten. Wie aus dem Likud-Block Netanyahus verlautete, wird der Ministerpräsident vorerst den Posten des Verteidigungsministers übernehmen.

«Kurzsichtige Politik»

Lieberman betonte, er habe sich stets loyal verhalten und Differenzen nicht nach aussen getragen, obwohl ihm das bei den Wählern Punkte gebracht hätte. Das ist richtig. Doch natürlich konnten die tiefen Zerwürfnisse in der Koalition niemandem verborgen bleiben. Lieberman befürwortete ein hartes Vorgehen gegen die Hamas.

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