Frankreich untersucht, warum in manchen Regionen ungewöhnlich viele Kinder ohne Arme zur Welt kamen


Eine Hebamme hält ein neugeborenes Kind im Arm (Symbolbild). (Bild: Gaetan Bally / Keystone)
In drei Regionen Frankreichs sind innert kurzer Zeit auffallend viele Kinder mit Missbildungen an Armen und Händen geboren worden. Die Suche nach den Gründen ist in einem ersten Anlauf erfolglos verlaufen. Auf öffentlichen Druck hin werden die Fälle nun neu untersucht.

Nina Belz | Neue Zürcher Zeitung

Dem acht Jahre alten Sohn von Mélanie und Jonathan Vitry fehlt die rechte Hand. Ryan ist so geboren worden, doch warum, wissen seine Eltern bis heute nicht. Die Ärzte schlossen laut der Mutter genetische Gründe ebenso aus wie den Einfluss von Drogen oder Medikamenten. Mélanie Vitrys Schwangerschaft verlief unkompliziert, die Missbildung wurde erst bei der Geburt entdeckt. In Frankreich werden durchschnittlich 150 Kinder pro Jahr mit derartigen Missbildungen geboren. Doch Ryans Schicksal hat seit ein paar Wochen landesweit Aufmerksamkeit erhalten, weil der Sender France 2 darüber berichtete. Die Journalisten hatten einen Bericht der regionalen Meldestelle für Missbildungen (Remera) ausgewertet, der zwar aus dem Jahr 2014 stammt, aber angeblich lange als vertraulich galt.

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