Neuer Verfassungsschutzchef fordert Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation


Thomas Haldenwang vor dem PKGr. (Bild: bundestag.de)
Thomas Haldenwang drängt als neuer oberster Inlandsspion auf einen Ausweg aus dem Problem des „Going Dark“ und eine automatisierte Internetüberwachung.

Von Stefan Krempl | heise online

Der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Thomas Haldenwang, sorgt sich darum, dass die Geheimdienste aufgrund zunehmender Verschlüsselung im Internet „blind und taub“ werden. „Wir müssen das Problem des Going Dark in Griff bekommen“, forderte der Jurist am Freitag in der zweiten öffentlichen Anhörung des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) des Bundestags in Berlin.

Laut Forschern der Harvard-Universität existiert das auch von Strafverfolgern in den USA immer wieder in den „Crypto Wars“ vorgebrachte Problem nicht wirklich, da digitale Anwendungen eine Flut an übertragenen Daten mit sich brächten, die sich häufig in Echtzeit überwachen ließen. „Wir können weniger Informationen über eine Person bekommen als in analogen Zeiten“, hielt Haldenwang dem entgegen. Die Spione seien nämlich nicht imstande, die große Masse an Daten effektiv auszuwerten. Daher müssten die „technischen Möglichkeiten“ für einen Zugriff auf verschlüsselte Daten verbessert werden, ohne die Freiheitsrechte der Bürger massiv einzuschränken.

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