Afghanistan: Flucht von tausenden Hazara


Bild: Talibanpropaganda
In der Provinz Ghazni verbreiten militärische Erfolge der Taliban, die mit Übermacht gegen gegen afghanische Elitetruppen vorgehen, Furcht und Schrecken

Thomas Pany | TELEPOLIS

Auf dem Höhepunkt waren es 150.000 Nato- und US-Soldaten in Afghanistan; nun sind es 15.000 ausländische Soldaten, die als Mission haben, das Land zu stabilisieren. 17 Jahre nach Einmarsch der verbündeten Truppen und nach Ausgaben von 900 Milliarden Dollar – das ist die Summe, die AP nennt – bleibt die große Frage unbeantwortet: Was will der US-geführte Militäreinsatz mit den Taliban erreichen?

Die Taliban sind nicht verschwunden und das Fazit, das der Special Inspector General for Afghanistan (SIGAR), John Sopko, im AP-Bericht zum Stand der Dinge zieht, ist deprimierend: „Afghanistan bleibt eins der ärmsten, korruptesten und gewalttätigsten Länder der Welt.“ Als weitere Trostlosigkeit nennt er den schlechten Stand der Ausbildung – auch wenn es da laut Tolonews auch gute Nachrichten gibt. In Kandahar gab es eine leichte Erhöhung der Schulabschlüsse von Mädchen. Allerdings sind es noch immer 60 Prozent, die die Schule vor dem Abschluss verlassen.

Ganz schlecht sind die Nachrichten aus der Perspektive derjenigen, die das Land stabilisieren wollen, wenn es um die Angriffe der Taliban geht. Aus der westlichen Provinz Farah, an der Grenze zu Iran, wurde vergangene Woche ein Sturmangriff der Taliban auf eine Basis der Polizei gemeldet, der mehrere Stunden dauerte und bei den Sicherheitskräften für hohe Verluste sorgte. 40 Polizisten sollen getötet worden sein.

Die pakistanische Zeitung Dawn reiht den Angriff in eine Serie „brutaler und beinahe täglicher Attacken auf Streitkräfte und Polizeieinheiten, Regierungsposten und andere Einrichtungen im ganzen Land“ ein, die dazu führten, dass die Taliban fast die Hälfte Afghanistans eingenommen haben. Laut inoffiziellen Schätzungen, so die Zeitung, sollen täglich etwa 45 afghanische Sicherheitskräfte durch Angriffe umkommen oder verletzt werden.

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