Frauen verlassen die Kirche – wegen der katholischen «Frauenfeindlichkeit»


Die frühere Zürcher Stadträtin Monika Stocker hat endgültig mit der katholischen Kirche gebrochen – so wie weitere fünf Feministinnen. (Bild: NZZ / Christoph Ruckstuhl)
Der Papst setzt Abtreibungen mit «Auftragsmord» gleich – und treibt damit eine Gruppe Feministinnen zum Austritt. Mit dem «patriarchalen System» wollen Monika Stocker, Cécile Bühlmann und ihre Mitstreiterinnen nichts mehr zu tun haben.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Jetzt haben sie endgültig genug: Sechs bekannte Schweizer Feministinnen treten demonstrativ aus der katholischen Kirche aus. Diesen Entscheid verkündeten am Montag die beiden früheren Nationalrätinnen Cécile Bühlmann (gp., Luzern) und Ruth-Gaby Vermot (sp., Solothurn), die ehemalige grüne Zürcher Stadträtin Monika Stocker, die beiden Theologinnen Regula Strobel und Doris Strahm sowie Anne-Marie Holenstein, die frühere Direktorin des katholischen Hilfswerks Fastenopfer. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, sei eine Äusserung des Papstes im Oktober gewesen: Franziskus bezeichnete die Abtreibung als «Auftragsmord».

Diese «schockierende» Aussage sei nicht nur ein verbaler Ausrutscher, sondern spiegle die Grundhaltung der römisch-katholischen Amtskirche, dass ein Schwangerschaftsabbruch in jedem Fall eine schwere Sünde ist, schreiben die sechs Frauen in ihrer Medienmitteilung.

weiterlesen