UN-Blauhelme griffen bei Massaker in Zentralafrika nicht ein


UPC-Anführer Ali Darassa. Foto: CNC — http://fombina.com/. Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die UPC-Miliz tötete bei Angriff auf eine Kathedrale und ein Flüchtlingslager mindestens 42 Menschen

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Bei einem bereits am 15. November verübten Angriff der vom Fulbe Ali Darassa geführten islamistischen Miliz Unité pour la paix en Centrafrique (UPC) auf eine Kathedrale und ein christliches Flüchtlingslager in der zentralafrikanischen Stadt Alinda sind dem vatikanischen Pressedienst Fides nach außer dem Generalvikar Blaise Mada und dem Pfarrer Celestine Mingala mindestens 40 weitere Menschen ums Leben gekommen.

Die UPC und ihre Vorläuferorganisationen terrorisieren die Zentralafrikanische Republik bereits seit Mitte der Nuller Jahre, als Guerillas aus dem Tschad und dem Sudan den Norden der ehemaligen französischen Kolonie zunehmend als Rückzugsraum nutzten (vgl. Ansteckender Krieg). 2013 gelang es den gemeinsam Séléka („Allianz“) genannten Gula- und Runga-Milizen UFDR und CPJP nach einem nur kurze Zeit andauernden Friedensabkommen den damaligen christlichen Staatspräsidenten François Bozizé (einen Angehörigen des relativen Mehrheitsvolks der Gbaya) zu stürzen (vgl. Vom Bürgerkrieg zum Völkermord?).

Weil die ethnoreligiösen Auseinandersetzungen mit Massenhinrichtungen, rechtswidrigen Tötungen, wahllosen Angriffen auf Zivilisten und Plünderungen mit der Flucht Bozizés nach Kamerun nicht zu Ende gingen, sondern an Schärfe zunahmen, begann die UN 2014 die Operation MINUSCA und stationierte Blauhelme.

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