Evolutionsbiologe: «Ich fürchte, auch wir Menschen sterben aus»


Prof. Axel Meyer, PH.D., Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz.
Bild: ebenda
Die Evolution folgt keinem Plan, sondern dem Zufall, sagt Axel Meyer. Der Zoologe erklärt, warum Fische im Schwarm Egoisten sind und Menschen ihren nahen Verwandten besonders grosse Geschenke machen.

Von Till Hein | NZZamSonntag

NZZ am Sonntag: Herr Meyer, wird Charles Darwin überbewertet?

Axel Meyer: Das berühmte Bonmot vom «Survival of the fittest» – dem «Überleben der Bestangepassten» – stammt jedenfalls nicht von ihm, sondern vom britischen Sozialphilosophen Herbert Spencer. Darwin benutzte diese Formulierung erst 1869 in der fünften Auflage seines Grundlagenwerks «Der Ursprung der Arten» und gab die Quelle dafür nicht an.

Was ist eine Art genau?

Die kurze, ehrliche Antwort lautet: Ich weiss es auch nicht.

Wie bitte? Sie sind einer der führenden Evolutionsforscher. Sie müssen das wissen!

Unter Fachleuten sind etwa 30 Definitionen dazu geläufig. Besonders griffig und einflussreich ist das «biologische Artenkonzept»: Arten sind Gruppen von Individuen, die sich ausschliesslich untereinander fortpflanzen.

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