Klimabericht von US-Behörden warnt vor enormen wirtschaftlichen Kosten


Feuer in Kalifornien 2018. Foto: CALFIRE /gemeinfrei
Weswegen die Veröffentlichung des Lageberichts auch auf den sogenannten „Black Friday“ geschoben wurde

Thomas Pany | TELEPOLIS

„Es ist brutal kalt“, schreibt der US-Präsident und jökelt: „Was ist denn los mit der Erderwärmung?“

Es wird turbulent und teuer, prophezeit ein Klima-Bericht von US-Regierungsbehörden. Deren Einschätzung, zu lesen auf über tausendsechshundert Seiten im Fourth National Climate Assessment, spart nicht mit Analysen, die quer zu Trumps Weltbild und seiner Politik stehen.

Weswegen die Veröffentlichung des wissenschaftlich begründeten Lageberichts – der noch zu Zeiten Obamas in Auftrag gegeben wurde – auch auf den sogenannten „Black Friday“, dem Tag nach dem Truthahnfeiertag, geschoben wurde, wo die Aufmerksamkeit der Amerikaner anderem zugewandt ist und „bad news“ am Rand bleiben. Die Empörung über die zeitliche Platzierung des Berichts ist jedenfalls Thema von Medienberichten zum Klimabericht.

Dieser untersucht die Risiken und Kosten der Klimaveränderung auf dem Gebiet der USA (einen schnellen, knappen Überblick bietet dieses Schaubild, etwas ausführlicher, aber immer noch kurz und anschaulich hier). Gewarnt wird vor bereits weithin bekannten Risiken: extreme Wetterereignisse, Hitzeperioden, Stürme, Überflutungen, Dürren, Brände und Krankheiten.

Viel Augenmerk wird auf wirtschaftliche Konsequenzen gelegt. Mögliche oder wahrscheinliche Ernteausfälle – „Rückfall bei den Kornernten im Jahr 2050 auf ein Level der 1980er Jahre“ – werden kalkuliert, der Zusammenbruch der Infrastruktur, von der Störung des Exports und von Versorgungsketten. Jede Region wird auf Risiken durch ein verändertes Klima untersucht. Nach den katastrophalen Nachrichten über die Zerstörung durch die weitausgreifenden Feuer in Kalifornien dürfte eine andere Bereitschaft bei den US-Amerikanern da sein, die Warnungen näher an sich herankommen zu lassen.

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