Organspende: Kirche lehnt Widerspruchslösung ab


Bild: © picture alliance/dpa Themendienst/Andrea Warnecke
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass künftig jeder Bürger auch potenzieller Organspender ist – sofern er nicht ausdrücklich widerspricht. Die Kirche ist klar dagegen. Prälat Karl Jüsten verweist im Interview auf das Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen.

Von Christoph Scholz | katholisch.de

Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, hat sich gegen jede rechtliche Pflicht und jeden moralischen Zwang bei der Organspende gewandt. Gerade weil Organspende ein „Akt der Nächstenliebe“ sei, müsse die Entscheidung dazu „frei von allem sozialen und moralischen Druck bleiben“, sagte Jüsten in einem Interview am Montag in Berlin. Der Bundestag will sich am Mittwoch in einer Orientierungsdebatte mit einer möglichen Reform der Organspende befassen.

Frage: Herr Prälat Jüsten, der Bundestag will sich am Mittwoch in einer sogenannten Orientierungsdebatte mit der Organspende befassen. Wie bewertet die Kirche die Organspende?

Jüsten: Die Kirche steht der Organspende ausdrücklich positiv gegenüber. Sie ist für Christen ein Akt der Nächstenliebe, auch über den Tod hinaus.

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