Compact und Kopp: Rechte Verlage zahlten wohl Geld an Betreiber von Hetzseiten


Erlaubsnispflichtige Schusswaffen, die Zollfahnder im Januar bei Migrantenschreck-Kunden beschlagnahmt haben. (Foto: Staatsanwaltschaft Frankfurt)
Mario R. betrieb Hassportale im Netz, zur Zeit steht er wegen illegalen Waffenhandels vor Gericht. Die Hintermänner des Kopp Verlags und des rechten Magazins Compact überwiesen ihm offenbar mehr als 100 000 Euro.

Von Katja Riedel, Sebastian Pittelkow | Süddeutsche Zeitung

Es sind drei Seiten, die im Internet rechten Hass verbreitet haben – und alle drei stammen nach allem, was Ermittler in den vergangenen Monaten erhärten konnten, mutmaßlich aus der Hand des 35-jährigen Mario R.. Von diesem Donnerstag an muss sich R. in Berlin jedoch nicht etwa wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten, die er gemeinsam mit anderen über die beiden größten deutschen rechten Hassportale „Anonymous.Kollektiv“ und „Anonymousnews.ru“ verbreitet haben soll.

Auf der Anklagebank sitzt er allein wegen des Verdachts des illegalen Waffenhandels in 193 Fällen und im Wert von mehr als 100 000 Euro – aus juristischen Gründen. R. war allein wegen des Waffenhandels Ende März in Ungarn festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden und darf nun auch nur wegen dieses mutmaßlichen Delikts angeklagt werden.

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