Einmal ägyptischer Hund, süss-sauer, mit Senf


Früher wurden Katzen in Ägypten verehrt – nun soll ihr Fleisch zum Verzehr exportiert werden. (Bild: Nariman El-Mofty / AP Photo)
Keiner weiss, wie viele streunende Hunde und Katzen in Ägypten leben. Bisher ging der Staat vor allem mit vergifteten Ködern gegen sie vor. Nun hat das Landwirtschaftsministerium einen neuen Plan. Landen die Tiere künftig auf ausländischen Tellern?

Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Es gab einmal eine Zeit in Ägypten, da verehrte man seine Haustiere so sehr, dass man auch im Jenseits nicht auf sie verzichten wollte. Millionenfach wurden Hunde und Katzen mumifiziert und Seite an Seite mit ihren Besitzern bestattet. Bastet, die Tochter des Sonnengottes Re, stellte man sich als Katzenwesen vor. Anubis, der Gott der Totenriten, trug den Kopf eines Hundes oder Schakals.

Im gegenwärtigen Zeitalter haben Vierbeiner in Ägypten keinen so guten Stand. Zahllose Strassenhunde und -katzen kämpfen um ihr Leben, da die Behörden sie als Gesundheitsrisiko betrachten und regelmässig mit vergifteten Ködern oder Gewehrkugeln töten. Zwar gibt es auch am Nil Gesetze, die Tierquälerei unter Strafe stellen. Doch gelten sie nur bedingt für Streuner. Von einem breiten Bewusstsein für Tierrechte kann in dem Land, in dem schon die Menschenrechte oft missachtet werden, nicht die Rede sein. Auf Ägyptens Prioritätenliste steht das Problem des Tierschutzes nicht an erster Stelle – manche sehen darin geradezu ein Luxusproblem.

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