Kirche in Griechenland – Säkularisierung auf Raten


Die Metropoliten-Kathedrale in Thessaloniki – Hier regiert der erskonservative Bischof Anthimos
In Griechenland ist die orthodoxe Kirche in der Verfassung verankert. Viele Menschen halten fest an diesem Status. Gleichzeitig regt sich Widerstand – auch innerhalb der Kirche.

Florian Schmitz | Deutsche Welle

Noch ist es leer in der Metropoliten-Kathedrale im Zentrum von Thessaloniki an diesem Sonntagmorgen. Der Gottesdienst beginnt um sieben Uhr und dauert gut drei Stunden. Die meisten Gläubigen kommen gegen halb zehn, pünktlich zur heiligen Kommunion. Vorher ist die Messe eher ein rituelles Erlebnis. Männerchöre singen byzantinische Halbton-Choräle. Instrumente gibt es nicht. Die sind in der orthodoxen Kirche untersagt. Weihrauch liegt in der Luft. Die meisten Menschen beten still für sich. Andere wandern durch den Raum und küssen Heiligenbilder. Gut sichtbar im Raum steht die griechische Fahne.

Die Metropoliten-Kathedrale ist das religiöse Machtzentrum der Stadt. Hier arbeitet und predigt der mächtige Bischof Anthimos, bekannt für seine politischen Tiraden: „Griechenland bedeutet Mazedonien und Mazedonien bedeutet Griechenland!“ Ein unverblümter Protest gegen die Athener Schlichtungspolitik im Namenskonflikt mit dem Nachbarland Mazedonien.

weiterlesen