Niederländische Eisenbahn zahlt Kompensation für KZ-Transporte


In solchen Güterwagen wurden niederländische Juden von den Staatsbahnen ihres Landes in den Tod transportiert. (Bild: Siese Veenstra / EPA)
Der 82-jährige Salo Muller hat erreicht, dass die niederländischen Eisenbahnen Entschädigungen an Nachkommen von Naziopfern bezahlen. Das Unternehmen hatte mit seinen Zügen Juden und Roma in die Vernichtungslager gebracht.

Andreas Ernst | Neue Zürcher Zeitung

Die staatlichen niederländischen Bahnen sind bereit, Nachkommen von Holocaust-Opfern zu entschädigen, die sie mit ihren Zügen in Todeslager transportierten. Das Unternehmen hat eine Kommission eingesetzt, die von Fall zu Fall über die Höhe der Kompensation entscheiden soll. Darüber hinaus soll die Kommission die Rolle der Bahn bei den Deportationen untersuchen und in geeigneter Weise an die Opfer erinnern. Die Transporte seien ein dunkler Schatten auf der Geschichte des Unternehmens, sagte ein Sprecher der Firma. 2005 hatten sich die Bahnen erstmals öffentlich für ihre Rolle im Holocaust entschuldigt. 107 000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – waren von den deutschen Besatzern zuerst in das niederländische Transitlager Westerbor und später in die Vernichtungslager Auschwitz und Sobibor im besetzten Polen gebracht worden.

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